Herr Forelle,
mein heutiger Gesprächspartner

~ im Fluss des Lebens ~

Mein heutiger Gesprächspartner ist im Flow – par excellence … Er hat gelernt sich dem Fluss des Lebens hinzugeben, bewusst zu denken und die Gedanken bewusst auch mal abzuschalten – je nachdem welches Ziel er verfolgt:

Du meinst ich habe extra vor dem Fotoapparat posiert? Du meinst ich stehe still? Das sind nur Deine Gedanken, das ist eine Illusion, das sieht nur so aus … Ich stehe nicht still; in Wirklichkeit stehe ich niemals still. Ich bin immer in Bewegung. Mein Lebensraum Wasser fließt immer und dieses Wasser bewegt mich, immer. Ich kann nichts dagegen tun. Wenn ich diesen Zustand annehme, ist es wunderbar leicht. Ja, dann fühle ich mich leicht, ich schwebe durch das Wasser und das ist ein Wunder – wunderbar. ( ( Forelle ist Poet … ) )

Ich habe zwei Möglichkeiten:
1. Ich kann mitfließen, mich vom Wasser treiben lassen und schauen, an welche Orte es mich bringt.
Dabei kann ich mich gut ausruhen.
2. Ich habe ein Ziel und schwimme darauf zu.
Manchmal liegt das Ziel in Flussrichtung. Dann fällt es mir leichter und ich komme schneller dort an.
Manchmal ist das Ziel der Flussrichtung entgegengesetzt. Dann muss ich mich mehr anstrengen.

Jetzt, im Moment habe ich gar kein Ziel. Ich lasse mich treiben und genieße – und das Wunder ist passiert: ich darf mit einer Kamera flirten und mich mit einem Menschen unterhalten. Das hätte ich mir niemals als Ziel setzen können; das lag weit außerhalb meiner Vorstellungskraft. Lustig, was es nicht alles gibt …

Ach, was ich Euch unbedingt noch sagen möchte: Mich treiben lassen geht leichter, wenn ich nicht denke. Dann passiert mir auch nichts; ich bin wie in Watte gehüllt. Sobald ich nachdenke, warum das Wasser so fließt und ob es nicht besser wäre, wenn es in die andere Richtung fließen würde und ob ich mich wirklich einfach darauf einlassen soll oder besser doch dagegen steuern … könnte es sein, dass ich mich z.B. an einem Stein stoße. Solche Überlegungen tun mir nicht gut. Das habe ich vor langer Zeit gemerkt und damit aufgehört. So ein Denken hat mich schon öfter vom Leben im Moment abgehalten. Seither bin ich im Flow
( ( Forelle gluckst fröhlich vor sich hin; das Wort „Flow” in Verbindung mit seinem Lebensraum und uns Menschen amüsiert / ein wahrer Poet ) ) … Ja, bei mir ist es definitiv so, dass mein Denken dem Fluss und dem Glück im einfach Leben im Wege steht.
Aber das Denken ist unabdingbar, wenn ich an ein Ziel kommen möchte!

Ich brauche also beides – am besten im richtigen Moment. Komm, begleite mich. Machen wir gemeinsamen Flow, lassen wir uns treiben, ohne zu denken …

… und weg war seine Aufmerksamkeit. Ich bedanke mich bei meinem Gesprächspartner und treibe noch eine Weile mit ihm in der Ruhe des Wassers.

Es war so wunderbar still; und es tut tatsächlich gut, mal nichts zu denken. Ein Gefühl, als ob sich meine Batterien aufladen. Wunderbar.

Wenn ich allerdings auf meinen Kopf hören würde, wäre ich schnell wieder aus dieser Erholung raus, schlimmstenfalls sogar im Schuldgefühl drinnen. Der schreit nämlich die ganze Zeit rum, dass ich es so zu nichts bringen werde, wirft mir Aufgaben um die Ohren, die noch zu erledigen sind, meint, ich hätte jetzt wirklich keine Zeit für diesen Unfug – und hat teilweise auch Recht.

Daher bitte ich meinen Denker ganz freundlich um etwas Geduld, verspreche ihm, dass ich mich bald wieder um die Erledigungen kümmern werde und dass ich mit aufgeladenen Batterien gleich viel besser funktioniere. Dann habe ich kurz nochmals weggehört und mich dem Fluss hingegeben.

Meiner Ansicht nach lebt Herr Forelle ein ausgewogenes Leben, das uns Menschen bestimmt auch gut tut. Nur treiben lassen bringt uns nicht vorwärts aber fürs vorwärts Kommen brauchen wir Energie …

Ich wünsche Ihnen stets die optimale Abwechslung zwischen Denken und Ziel Verfolgen und Batterien wieder Aufladen, um weiter voran schreiten zu können ~ von meinem Gefühl her ein gesunder Tagesablauf.


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