Rotmilan
(Symbolbild)

~ über den Dingen ~

Freitagnachmittag, was für ein herrlicher Tag! Die Sonne scheint, Frühlingsgefühle liegen in der Luft, die Vögel singen, Kühe grasen auf der Weide, der Bodensee glitzert im Hintergrund – dies alles ist in meinem Blickfeld, aber ich sehe es nur oberflächlich; es erfüllt mich nicht; ich bin abgeschnitten von der Welt. „Wenn ich mich nur von meinen Gedanken lösen könnte, dann wäre alles perfekt.”

Auch wenn die Natur mit allen möglichen Wundern, Düften, Farben, Gesängen, mit all ihren Schönheiten des Frühlings und der wärmenden Sonne lockt … Ich bleibe in meinem Sumpf.

So sitze ich auf der Anhöhe auf einer Bank, denke über meine Sorgen nach, ärgere mich, weil mein Hund Bazinga an der Leine zieht und nehme die Natur um mich kaum wahr … als plötzlich von hinten ein Milan über meinen Kopf segelt und mich magisch in seinen Bann zieht. „Wie wunderbar”, denke ich, „welch Leichtigkeit, welch Freiheit …”. Gebannt schaue ich zum Himmel. Der Milan schafft es, mich aus meinem Gedanken-Karussell zu holen und meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er bleibt in meiner Nähe, kreist über der Wiese vor mir, im Hintergrund das Blau von See und Himmel. Er nimmt mit mir Kontakt auf:

Wenn Du mit Deinen Gedanken feststeckst, dann schwinge Dich in die Lüfte oder gehe auf einen Berg – steige so hoch wie möglich.

Wenn Du dem Himmel näher kommst, bekommst Du Abstand von Deinen Gedanken. Du kannst von oben auf Deine scheinbaren Probleme bzw. Sorgen blicken. Über den Dingen erkennst Du das große Ganze. Du bekommst einen Überblick. Plötzlich erscheinen Deine Probleme klein und kaum einen Gedanken wert. Meistens erkennst Du sogar die Lösung.


Von oben siehst Du die Zusammenhänge.
Von oben sieht Dein Chaos vielleicht sogar geordnet aus und Du erkennst das göttliche Muster darin, diese wunder- und geheimnisvolle Schönheit.


Bei mir ist es nicht anders: Wenn ich unten im Gras sitze, sehe ich nur das, was direkt um mich herum ist. Wenn ich z.B. Hunger habe, könnte die Lösung – in meinem Fall die Maus – sehr nah sein und ich würde sie nicht sehen. Wenn ich mich auf den Masten setze sehe ich schon weiter, auf dem hohen Baum noch weiter und ganz oben in der Luft ist es nur noch befreiend. Ich schwebe über die Erde, habe alles im Blickfeld, nichts berührt mich wirklich und die Lösung ist viel schneller gefunden.

Der Milan zieht noch viele Kreise über der Wiese vor mir und ich spüre, wie meine schweren Gedanken immer leichter werden. Mir ist, als ob mich der Milan auf seinen Schultern hinweg trägt. Meine Sorgen bleiben am Boden, meine Bauchweh-Gedanken rücken in weite Ferne, während ich immer höher und höher fliege, magisch, mit den Flügeln des Zaubervogels. 

Langsam beende ich meine Reise mit dem Milan und komme mit meinem ganzen Sein wieder zurück auf die Bank. Wie verzaubert fühle ich mich nun, leicht und frei, wie ein Vogel … Ich lasse meinen Blick in die Ferne schweifen, genieße verträumt den Anblick des Milan über mir, wie er leicht durch die Luft gleitet; ich entdecke den strahlend blauen Himmel über uns, eine Wolke, die mich an ein Herz erinnert und wenn ich meinen Blick senke, sehe ich die zufrieden grasenden Kühe, die saftige grüne Wiese und den herrlich blauen Bodensee im Hintergrund ~ durch meine HerzAugen erblicke ich die fantastische Natur, die meine Seele erwärmt und mir ein Lächeln auf das Gesicht zaubert. Ich bin tief erfüllt von diesem Geschenk, bin wieder ganz in mir angekommen und fühle mich verbunden mit allem. Dankbar lege ich meine Hände auf mein Herz.

Im Wissen um unsere unsichtbaren Flügel wünsche ich, dass wir uns stets daran erinnern, wie befreiend es ist, „von oben” auf die Herausforderungen des Lebens zu sehen. Oben werden wir nicht einfach mitgerissen; von oben ist die Lösung und auch die Schönheit im Chaos viel leichter erkennbar.

Glücklicherweise gibt es bei uns in der Gegend sehr viele Milane, die mich immer wieder an diese zauberhafte Reise erinnern werden; daran erinnern, mein Leben mal von oben zu betrachten, wenn ich irgendwo feststecke.

Der Tipp vom Milan ist etwas bodenständiger und umfasst das ganze Sein inklusive Körper: wenn Sie nicht mehr weiter wissen, steigen Sie physisch in die Höhe, schwingen Sie sich nach oben, gehen Sie tatsächlich auf einen Berg, um einen erhöhten Standpunkt einzunehmen. Oben angekommen dürfen Sie auch Ihre Schwingen (Arme) weit öffnen und rundum und nach unten blicken. Dies ist eine echte Veränderung des Blickwinkels und gemeinsam mit dem Gehen/Wandern ist es eine wunderbar kopf-befreiende Therapie. Zusätzlich können Sie sich ein Erinnerungs-Bild auf Ihr Handy laden oder dieses hier ausdrucken ~ auf dass wir mit dem Blick durch unsere HerzAugen immer mehr die perfekte göttliche Ordnung in Allem erkennen mögen.

PS: Diese Reise mit dem Zauber-Milan erinnert mich an eine „Tornado-Geschichte” von Bruce Lipton: Wenn man mitten im Wirbelsturm steckt, sieht man nicht weit. Man hat Angst, Sorgen, Probleme, es schmeißt einem die Sachen um die Ohren … Aber wenn man von oben auf den Wirbelsturm blickt, erkennt man das wunderschöne Bild einer Spirale, die perfekte göttliche Ordnung.


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