Friedensbringer oder Umweltverschmutzer

Nach dem LoveLetter vom 30. April bzw. dem HAB-Experiment für Mai 2023 erreicht mich folgende Frage: „Ich tue ja nix Spezielles. Wie kann denn ICH ein Friedensbringer und Weltenerlöser sein?!

Diese Frage richte ich hiermit an unsere gesamte HerzAugenBlick-Familie und direkt zu dir: Wie geht es dir mit diesem Bild, dieser Rolle? Erkennst du dich schon als den Friedensbringer, der du bist?


Schau genau hin. Es ist wahrlich so einfach: sobald du an Frieden denkst, wandert ein wohliges Gefühl in dein Herz, du wirst den Frieden sehen und fühlen, und Frieden verbreiten. So machst du den Frieden auf dieser Welt wahr und erlöst sie vom Unfrieden. Du brauchst nichts Spezielles zu tun oder zu sein. Du BIST perfekt für diese Aufgabe.
 
Wenn wir Leid verbreiten, diskutieren, wie schlimm doch der Krieg ist und diese Krise, wie nervig der Nachbar, wie unfreundlich die Bedienung, wie schlecht es mir im Allgemeinen und vor allem finanziell geht, wie doof diese Politiker doch sind, welch enorme Schmerzen ich habe, wie ungerecht die Güterverteilung auf der Erde ist, welche Tier- und Pflanzenarten bedroht oder sogar schon ausgestorben sind und dass sowieso bald die ganze Welt zerstört sein wird … machen wir dieses Leid wahr, vergrößern es und werden so zu (unbewussten) gedanklichen Umweltverschmutzern.

Je mehr Nachrichten wir schauen/hören/lesen, desto leichter fällt es, uns zu ärgern, sorgen, zu streiten, urteilen, Partei zu ergreifen, den Kopf zu schütteln, Trennung wahrzumachen, Misstrauen zu entwickeln und Angst zu haben – vor der Zukunft oder dem Fremden oder was auch immer für ein Horrorszenario auf der Welt grad aktuell ist.
 
Klar können wir uns Hilfe holen und in der Gemeinschaft heilen. Es geht hier nicht um bewusste Problem-Lösung, sondern ums ständige Klagen, um die Suche nach dem Bösen im Außen und darum, das kollektive und individuelle Leid immer wieder zu wiederholen, sich im Hamsterrad zu drehen –> so kommen wir nicht weiter, sehen überall den Unfrieden, verbreiten ihn durch unser Gejammer und machen diesen in unserem Leben immer mehr wahr.
 
Da halte ich mich doch lieber von den Medien fern, unterstütze diese Verschmutzung nicht, halte Ausschau nach dem Wahren, dem Guten, dem Nützlichen, der Liebe und dem Frieden in unserer Welt, verbreite diese freudig und werde so zum Friedens-Wahrmacher und Friedensbringer.

Hierbei hilft die Geschichte von Sokrates und den drei Sieben:

Eines Tages näherte sich ein Bekannter dem Philosophen Sokrates.

„Weißt du, was ich gerade über einen deiner Freunde hörte?“, fragte er.

„Warte!“, sagte Sokrates. „Bevor du mir irgendetwas sagst, will ich mit dir einen kleinen Test machen. Ihn nenne ihn die drei Siebe.“

„Drei Siebe?“, fragte der Mann verwundert.

„Ja“, sagte Sokrates. „Lass uns sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht:

Das erste Sieb ist die Wahrheit:
„Bist du dir wirklich sicher, dass das, was du mir erzählen willst, wahr ist?“

„Nein“, sagte der Mann. „Ich habe es auch nur gehört und wollte es dir einfach weitergeben.“

„Okay“, sagte Sokrates. „Du weißt also nicht, ob es wirklich wahr ist.

Lass uns sehen, ob es immerhin durch das zweite Sieb hindurchgeht, das der Güte.
„Ist das, was du mir über meinen Freund sagen willst, etwas Gutes?“

„Nein, im Gegenteil“, sagte zögernd der Mann. „Es ist etwas ganz Schlechtes.“

„Also gut“, fuhr Sokrates fort. „Du willst mir also etwas Schlechtes erzählen und du bist dir nicht mal sicher, ob es überhaupt wahr ist.

Du kannst den Test trotzdem noch bestehen, denn es gibt noch ein drittes Sieb, das des Nutzens:
„Ist das, was du mir über meinen Freund erzählen willst, für mich nützlich?“

„Nein, nicht wirklich“, gab der Mann kleinlaut zu.

„Also“, sagte lächelnd der Weise, „wenn es weder wahr, noch gut, noch nützlich ist, so lass es ruhig begraben sein und belaste dich und mich nicht damit.


Der Verfasser der „drei Siebe des Sokrates“ ist nicht bekannt.

Man vermutet, dass die Grundlage für diese drei Siebe in der Erklärung des Sokrates liegt, demzufolge menschliche Weisheit und Wissen in wenige wesentliche Merkmale zusammenzufassen ist:
Wahrheit (das menschliche Wissen ist nichtig, denn nur Gott ist weise und die menschliche Weisheit ist nichts wert. Der Mensch kann nicht urteilen, weil er das große Ganze nicht erkennt),
Güte (die positive Aufgabe, für die Seele zu sorgen, dass sie möglichst gut wird, während die allgemein hochgeschätzten materiellen Werte wie Geld, Ruhm, Ehre, Macht zweitrangig sind) und
Nutzen

Was wohl noch für die Medien übrigbleiben würde, würden sie ihre Informationen nach Sokrates‘ Vorschlag sieben?!?



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