Herr Kolibri,
mein heutiger Gesprächspartner

Heute, am 02.02.2020, zu Imbolc bzw. Mariä Lichtmess, an diesem magischen Tage 2020, erwacht HerzAugenBlick zum Leben und damit unsere erste Liebes-Botschaft der Natur. Zu dieser Zeit keimen die ersten Pflanzen bereits unter der Erde, die Tage sind merklich länger geworden, Licht und Wachstum spielen eine große Rolle. Die winterliche Schwere weicht nun der frühlingshaften Leichtigkeit. Nach altem Brauch heißt es, dass wir uns an diesem Tag an das noch Ungebrochene erinnern sollen, an das Lebendige, an die wilde Energie des Frühlings, die es schafft, alles wieder zum Leben zu erwecken …

Für diese erste Botschaft habe ich den Kolibri befragt, weil dieser Vogel das Krafttier meiner Tierkommunikations-Gruppe ist. „Was möchtest Du uns als Weisheit zum Thema Neubeginn mit auf unseren Weg geben?“

Herr Kolibri freut sich über diese wichtige Frage und kann es kaum erwarten …

Los, Mensch, flieg schon los … Ich bin ganz aufgeregt … das Leben ist wunderschön, so bunt und herrlich duftend … Diese frische Luft, die Blüten, … und wir alle haben ja diese Fähigkeit, wir können uns bewegen. Es ist nicht ein Bewegen-Müssen, es ist ein Bewegen-Dürfen. Wir dürfen uns bewegen. Gott hat uns diese wundervolle Gabe geschenkt und wir dürfen sie nutzen – für uns und für unsere gesamte Umwelt zum Wohl.

Wenn wir uns nicht aufmachen, wenn wir nicht unsere Flügel ausbreiten, wenn wir nicht den Sprung wagen, wenn wir nicht losfliegen, … – oh, ich werde ganz traurig bei dem Gedanken … Da verkümmert das Leben neben uns. Es wird traurig, trostlos, leer. Wir sitzen auf einem Ast und das Leben läuft an uns vorbei … Nein, in diesem Gefühl will ich nicht lange verweilen …  

Also … – und nun werde ich wieder übermütig … merkst Du, wie mein Herz vor Freude hüpft, meine Augen strahlen? Sieh mich an, sieh Dir mein Foto genau an ... Mein Körper erzählt Dir ja schon alles und ich fasse es erneut in Worte: Flieg los! Erkunde die Welt! Halte die Augen und alle Deine Sinne offen, lass Dich auf die vielen Schönheiten ein, erkunde und erfahre dieses Abenteuer Leben, mit voller Hingabe. Lebe jeden Moment als gäbe es kein Morgen. Lebe im Hier und Jetzt, in dieser Fülle.

Nimm die Fülle wahr, nimm sie an, labe Dich an ihr, erkunde und entdecke.
Nimm Dein Leben aktiv in Deine Hand und wenn Du eine Idee hast – mach es einfach! Starte und alles andere ergibt sich. Das Universum wird Dich auf Deinem Weg leiten. Du machst es immer gut, Du bist immer richtig.

Sieh nur, wie wunderschön bunt und einzigartig dieses Leben ist. Ein Geschenk Gottes an uns, auf dass wir es auspacken, annehmen und das Geschenk darin erkennen.  

Also los, flieg los, flieg Deinen Weg …
Und wenn Du nicht alleine fliegen möchtest, nehme ich Dich an der Hand. Ich komme gerne mit Dir, ich zeige Dir meine Welt und wir entdecken Deine Welt.
Frau Hase im Schnee,
meine heutige Gesprächspartnerin

Frau Hase im Schnee war am Anfang etwas verwirrt, weil ein Mensch mit ihr spricht, aber schon bald fasste sie Vertrauen und plauderte los. Ich konnte ihr keine konkrete Frage stellen, weil sie meinen Gedanken, „oh, die Arme hat wohl ziemlich kalt im Schnee“, aufgriff und dies zum Thema machte …

Hast Du Erbarmen mit mir, weil ich im kalten Schnee sitzen muss?
Ja, Du hast Recht, es IST kalt! Im Winter ist es furchtbar kalt und nass draussen. Auch das Futter ist spärlich und ich muss meine Vorräte gut einteilen. Zudem muss ich viel vorsichtiger sein, weil ich mich nicht so gut verstecken kann. Mein braunes Fell fällt im weißen Schnee viel mehr auf …
 
Aber siehst Du nicht auch die Freude?!? Genauso wie manche Menschen, kann auch ich den ersten Schnee im Winter kaum erwarten. Es gibt ebenfalls die Schnee-Verweigerer unter uns Hasen, aber ich habe richtig Freude daran. Ich hüpfe fröhlich durch den Schnee, spiele mit ihm, atme diese frische kalte Luft ein, lausche der Ruhe des Winters ...
Und wie schön ist es, nach so einem Ausflug in die kuschelige Höhle zurück zu kehren. So fein warm, geborgen, … Niemals ist es im Sommer so kuschelig wohlig in meiner Höhle wie im Winter.

 
Erkenne, es gibt immer zwei Seiten: nichts ist nur schlecht und auch nichts ist nur gut. Alles ist einfach so, wie es ist …
… und jetzt ist mir kalt. Ich schlage meine Haken, bis nach Hause ist es nicht mehr weit.
Braun, der Bär,
mein heutiger Gesprächspartner

Mein heutiger Gesprächspartner ist – zumindest momentan – das Gegenteil von Frau Hase vom letzten Sonntag, das Gegenteil von flink: Er ist ein Bär in (noch!) Winterruhe.

Hätte ich gewusst, dass die Bären nicht als erste ihre Nasen aus den Höhlen strecken, hätte ich ihn schlafen lassen. Aber mir wurde gesagt, dass die Bären (gemeinsam mit dem Bärlauch …) im Frühling die Ersten sind, die aus dem Winterschlaf kommen.
Und was glauben Sie? Was hat man Ihnen erzählt?
Auf jeden Fall bin ich froh, kann ich nun mit den Tieren sprechen und sie direkt fragen: Der Bär ist NICHT der Erste! Mein vermeintliches Wissen stimmt(e) nicht …

Und das hab ich auch gleich gemerkt: Der Bär kam recht langsam, beinahe in Zeitlupe zu mir, ein bisschen taumelnd, irgendwie, als ob er noch nicht ganz da ist. Auf mein Rückfragen, ob ich ihn geweckt habe bzw. ob ich ihn störe, verneinte er. Braun (sein Name) freut sich über jeden lieben Besuch und bestätigt ausdrücklich, dass ich mich mit ihm unterhalten darf …

… aber bitte sprich leiser und langsam, ich bin noch nicht so schnell, ich bin noch nicht ganz aus der Winterruhe … Ich habe jetzt mehr als drei Monate einfach nur rum gelegen. Das ist wunderbar. Das kann ich jedem von Herzen empfehlen … ( ( bei dieser Vorstellung brummelte er vergnügt vor sich hin. ) )

Das ist ein Märchen, dass ich der Erste bin, der rauskommt. Die Bienen sind viel schneller, die sind jetzt schon fleißig, die folgen dem Ruf des Frühlings eher. Und das ist auch gut so. Dann produzieren sie bereits Honig für mich, während ich mich noch gemütlich ausruhe …

Für mich ist es wichtig, genügend zu schlafen. Erst wenn ich ganz erholt bin, kann ich voller Energie in die neue Saison durchstarten. Lieber ein bisschen länger ausruhen. Auf keinen Fall darf ich mich hetzen oder stressen lassen, sonst wird das Jahr nichts. Wo soll denn sonst meine Bären-Leistung herkommen?

Und nur weil alle glauben, dass ich der Erste bin, soll ich weniger schlafen dürfen?!?
Diese „alle”, die das glauben, interessieren mich nicht die Bohne. Ich muss nicht deren Ansprüchen bzw. Meinungen gerecht werden. Ich finde es lediglich amüsant, wie jemand da draußen anscheinend besser weiß, was Sache ist, als ich selbst hier drinnen –
( ( bei diesen Worten legte er seine Tatze bedeutungsvoll auf sein Herz ) ).

Nein, das kümmert mich nicht. Damit komme ich klar, diese Erwartungen zu enttäuschen. Ich habe nie davon gesprochen, der Erste zu sein. Ich nehme mir die Zeit, kümmere mich um mich, höre auf mein Herz, achte auf meinen Körper. So weiß ich am besten, wann die Zeit reif ist, aus meiner Höhle zu kommen.

Über lieben Besuch freue ich mich immer – bitte leise und langsam. Ich werde gerne jedem Besucher zeigen oder noch besser – FÜHLEN lassen, wie mmmmmmmmhhhmmm es ist, einfach nur vor sich hinzudösen, keine Erwartungen erfüllen zu müssen – auch nicht an sich selber. Einfach nur vom Frühling träumen, sich die kommende warme wunderschöne Zeit in Gedanken vorstellen, groß träumen, sich sammeln, seine Kräfte stärken, bis der Körper und jede kleinste Zelle in mir nur noch vibriert und raus will, raus in die Sonne, rein ins Leben – dann, und genau dann, und keine Sekunde früher … ist der perfekte Zeitpunkt mein neues Jahr zu starten!
Löwe,
mein heutiger Gesprächspartner

Für meinen heutigen Kontakt habe ich einen majestätischen Löwen gefunden. (Möglicherweise war es auch umgekehrt. Er sagt nämlich, er habe mich gefunden …)


Als ich mich dem Löwen vorstelle und ihn frage ob er Lust hat, den Menschen eine Botschaft zu überbringen, sagt er, dass er mich schon erwartet habe, „voller Vorfreude auf dieses Gespräch” … Dann gähnt er erstmal ausgiebig und beginnt zu erzählen, in einer ruhigen, meditativen Brummstimme:

Ihr Menschen macht einen hektischen Eindruck auf mich. Ihr springt von hier nach da, von gestern zu morgen und alles wieder zurück. Ich habe es für einen kurzen Moment ausprobiert, aber nicht herausgefunden, wozu das gut sein sollte. Ich denke auch nicht weiter darüber nach …

Als ich in Euren Körper schlüpfte – als Experiment, um Euch besser zu verstehen – hat es mich ganz verwirrt. Ich wusste nicht mehr was ich wollte, wohin ich sollte, wusste nicht mal wo ich bin, wann ich bin, ja ich vergaß kurze Zeit sogar WER ich bin … Allein beim Gedanken an mein Mensch-Sein-Experiment kommt dieser Stress wieder hoch.
( ( Der Löwe schüttelt sich ) ) Dieses Kostüm habe ich mir schnell abgestreift.
Ihr habt einen seltsamen Lebensstil …

Für mich bedeutet Leben was gaaanz anderes …
( ( Dieses „gaaanz” nutzte er für einen erneuten entspannenden Gähner ) )

Viel lieber liege ich einfach nur da. Dabei kann ich so gut die Sonne genießen, das Drumherum beobachten, vor mich hindösen, träumen, …

Wichtig ist, einen strategisch guten Ruheplatz zu finden, dann ist alles in der Nähe: wenn ich Durst habe, gehe ich zum nahen Wasserloch, wenn ich Hunger habe, hole ich mir die langsame Antilope aus der Herde, wenn ich Pipi machen muss, gehe ich zum Strauch ums Eck … Viel-mehr muss ich nicht.
Dann gibt es auch noch diese aktiven Dinge, auf die ich Lust habe. Da streife ich zum Beispiel durch mein Gebiet, markiere und zeige allen, wer hier der Boss ist ( ( dabei fixierte er mich mit seinen Augen ) ) oder ich unternehme was mit meiner Familie, kuschle mit meiner Königin oder spiele mit meinen Jungen.

Mir macht mein Leben Spaß. Ich bin glücklich und zufrieden hier sein zu dürfen, genau hier, an diesem Ort.


Vielleicht versucht Ihr es auch mal und probiert aus, wie es ist, ein Löwe zu sein. Total entspannt, alles unter Kontrolle, sicher, stark
( ( nun brüllte er selbstbewusst ) ) … Einfach nur wunderbar! Ihr dürft Euch gerne mal in mich hineinversetzen. Ich freue mich auf Euren Besuch und bin stolz darauf, Euch mein Leben näher zu bringen.
Wiesel
(Symbolbild)

Heute teile ich nicht eine weise Unterhaltung, sondern eine stille Begegnung im HerzAugenBlick, ich teile meine Begegnung mit Wiesel. Das Foto oben ist nur symbolisch; mein Gegenüber hatte mehr weißes Fell und kleine braun-graue Farbflecken vor allem im Gesicht und ein bisschen am übrigen Körper. Fotografiert habe ich ihn deshalb nicht, weil ich im Moment der Begegnung verzaubert war, und als mein Denken wieder einsetzte, war das Wiesel weg.

Getroffen habe ich Wiesel diesen Dienstag, beim Spaziergang mit meinem Hund Bazinga, als er beim Bahnübergang in Steinach unseren Weg kreuzte und schnell hinter der Böschung verschwand, dann kurz wieder auftauchte und sich wieder versteckte. Bazinga hatte den kleinen Nager nicht bemerkt; so konnte ich stehen bleiben und sein Spiel in Ruhe genießen. Er schien bewusst mit mir Verstecken zu spielen, bis er plötzlich auf dem Betonsockel der Signallampe ruhig sitzen blieb und mich ansah. Mit seinen liebevollen schwarzen Knopfaugen sah er direkt in mein Herz ~ verbunden im HerzAugenBlick.

In diesem Moment blieb die Zeit stehen, alles um mich hörte auf zu existieren, es gab nur noch das Wiesel und mich und wir waren eins. Dankbarkeit und Liebe floss und erfüllte die Gegenwart …
Bis das Bahnsignal ertönte und uns beide wieder zurück in Raum und Zeit beamte. Das Wiesel verschwand unter dem Bahnübergang und ich lief noch schnell drüber, bevor die Schranken herunter gingen. Ich war ganz verzaubert, fühlte mich unendlich bereichert.

Wiesel sprach nicht mit Worten oder Bildern. Es war das gemeinsame Erlebnis, dessen Botschaft ich hier wiedergebe:

Spielen ist schön, ruhige Momente von Herz zu Herz auch … Das erlebst Du am einfachsten, wenn Du immer genau dort bist, wo Du gerade bist – mit Deinem ganzen Körper, Deinen Gefühlen, Deinen Gedanken …

Es ist ein unfassbares Geschenk, wenn Du präsent im Augenblick bist, ganz hier, jetzt. Wenn Du alles mit Deinem Herzen wahrnimmst, wenn Du den Fokus im Moment hältst und alles rundum nicht mehr wichtig ist, vielleicht sogar ganz verschwindet. Wenn Du dieses Geschenk erkennst, kannst Du nur noch dankbar sein. Dieses Gefühl durchströmt Dein ganzes Sein, während Dein Herz mit den Augen der Liebe in die Welt blickt. Du bist erfüllt. Du fühlst Dich leicht, vollkommen und verbunden.
Herr Forelle,
mein heutiger Gesprächspartner

Mein heutiger Gesprächspartner ist im Flow – par excellence … Er hat gelernt sich dem Fluss des Lebens hinzugeben, bewusst zu denken und die Gedanken bewusst auch mal abzuschalten – je nachdem welches Ziel er verfolgt:

Du meinst ich habe extra vor dem Fotoapparat posiert? Du meinst ich stehe still? Das sind nur Deine Gedanken, das ist eine Illusion, das sieht nur so aus … Ich stehe nicht still; in Wirklichkeit stehe ich niemals still. Ich bin immer in Bewegung. Mein Lebensraum Wasser fließt immer und dieses Wasser bewegt mich, immer. Ich kann nichts dagegen tun. Wenn ich diesen Zustand annehme, ist es wunderbar leicht. Ja, dann fühle ich mich leicht, ich schwebe durch das Wasser und das ist ein Wunder – wunderbar. ( ( Forelle ist Poet … ) )

Ich habe zwei Möglichkeiten:
1. Ich kann mitfließen, mich vom Wasser treiben lassen und schauen, an welche Orte es mich bringt.
Dabei kann ich mich gut ausruhen.
2. Ich habe ein Ziel und schwimme darauf zu.
Manchmal liegt das Ziel in Flussrichtung. Dann fällt es mir leichter und ich komme schneller dort an.
Manchmal ist das Ziel der Flussrichtung entgegengesetzt. Dann muss ich mich mehr anstrengen.

Jetzt, im Moment habe ich gar kein Ziel. Ich lasse mich treiben und genieße – und das Wunder ist passiert: ich darf mit einer Kamera flirten und mich mit einem Menschen unterhalten. Das hätte ich mir niemals als Ziel setzen können; das lag weit außerhalb meiner Vorstellungskraft. Lustig, was es nicht alles gibt …

Ach, was ich Euch unbedingt noch sagen möchte: Mich treiben lassen geht leichter, wenn ich nicht denke. Dann passiert mir auch nichts; ich bin wie in Watte gehüllt. Sobald ich nachdenke, warum das Wasser so fließt und ob es nicht besser wäre, wenn es in die andere Richtung fließen würde und ob ich mich wirklich einfach darauf einlassen soll oder besser doch dagegen steuern … könnte es sein, dass ich mich z.B. an einem Stein stoße. Solche Überlegungen tun mir nicht gut. Das habe ich vor langer Zeit gemerkt und damit aufgehört. So ein Denken hat mich schon öfter vom Leben im Moment abgehalten. Seither bin ich im Flow
( ( Forelle gluckst fröhlich vor sich hin; das Wort „Flow” in Verbindung mit seinem Lebensraum und uns Menschen amüsiert / ein wahrer Poet ) ) … Ja, bei mir ist es definitiv so, dass mein Denken dem Fluss und dem Glück im einfach Leben im Wege steht.
Aber das Denken ist unabdingbar, wenn ich an ein Ziel kommen möchte!

Ich brauche also beides – am besten im richtigen Moment. Komm, begleite mich. Machen wir gemeinsamen Flow, lassen wir uns treiben, ohne zu denken …
Rotmilan
(Symbolbild)

Freitagnachmittag, was für ein herrlicher Tag! Die Sonne scheint, Frühlingsgefühle liegen in der Luft, die Vögel singen, Kühe grasen auf der Weide, der Bodensee glitzert im Hintergrund – dies alles ist in meinem Blickfeld, aber ich sehe es nur oberflächlich; es erfüllt mich nicht; ich bin abgeschnitten von der Welt. „Wenn ich mich nur von meinen Gedanken lösen könnte, dann wäre alles perfekt.”

Auch wenn die Natur mit allen möglichen Wundern, Düften, Farben, Gesängen, mit all ihren Schönheiten des Frühlings und der wärmenden Sonne lockt … Ich bleibe in meinem Sumpf.

So sitze ich auf der Anhöhe auf einer Bank, denke über meine Sorgen nach, ärgere mich, weil mein Hund Bazinga an der Leine zieht und nehme die Natur um mich kaum wahr … als plötzlich von hinten ein Milan über meinen Kopf segelt und mich magisch in seinen Bann zieht. „Wie wunderbar”, denke ich, „welch Leichtigkeit, welch Freiheit …”. Gebannt schaue ich zum Himmel. Der Milan schafft es, mich aus meinem Gedanken-Karussell zu holen und meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er bleibt in meiner Nähe, kreist über der Wiese vor mir, im Hintergrund das Blau von See und Himmel. Er nimmt mit mir Kontakt auf:

Wenn Du mit Deinen Gedanken feststeckst, dann schwinge Dich in die Lüfte oder gehe auf einen Berg – steige so hoch wie möglich.

Wenn Du dem Himmel näher kommst, bekommst Du Abstand von Deinen Gedanken. Du kannst von oben auf Deine scheinbaren Probleme bzw. Sorgen blicken. Über den Dingen erkennst Du das große Ganze. Du bekommst einen Überblick. Plötzlich erscheinen Deine Probleme klein und kaum einen Gedanken wert. Meistens erkennst Du sogar die Lösung.


Von oben siehst Du die Zusammenhänge.
Von oben sieht Dein Chaos vielleicht sogar geordnet aus und Du erkennst das göttliche Muster darin, diese wunder- und geheimnisvolle Schönheit.


Bei mir ist es nicht anders: Wenn ich unten im Gras sitze, sehe ich nur das, was direkt um mich herum ist. Wenn ich z.B. Hunger habe, könnte die Lösung – in meinem Fall die Maus – sehr nah sein und ich würde sie nicht sehen. Wenn ich mich auf den Masten setze sehe ich schon weiter, auf dem hohen Baum noch weiter und ganz oben in der Luft ist es nur noch befreiend. Ich schwebe über die Erde, habe alles im Blickfeld, nichts berührt mich wirklich und die Lösung ist viel schneller gefunden.
Saarlooswolfhund Nanuk,
mein heutiger Gesprächspartner

Heute teile ich eine spaßige Unterhaltung mit Nanuk, einer meiner Kunden. Nanuk spielt gerne und hat mich schon öfters geneckt (manchmal kommt er zum Gespräch, manchmal versteckt er sich und tut ganz geschäftig). Diesmal hat er Zeit und Lust auf ein Plauderstündchen, kommt freudig ums Eck, springt direkt auf mich zu und kurvt kurz vor mir links weg … Er grinst über das ganze Gesicht:

Heute habe ich Riesenbock mit dir zu plaudern! ( ( Nanuk sprüht vor Energie ) ) Im Moment ist es herrlich. Diese Zeit ist einfach nur genial. Es ist mächtig was los und Frauchen ist auch ganz oft zuhause. Wir haben so viel Zeit zum Spielen. Das Leben hier ist wunderbar.

Was?!? Du fragst mich ernsthaft, wie ich so fröhlich sein kann, nachdem ich es in meinem letzten Zuhause nicht so fein hatte?
( ( Nanuk ist sichtlich empört über meine Frage ) ) Ja, es stimmt, ich hatte es nicht immer leicht. Früher lebte ich mit recht vielen Tieren zusammen in der Wohnung und wir hatten nicht sehr viel Platz. Aber diese Zeit ist vorbei und ich möchte weder darüber nachdenken noch jammern. Wer weiß, vielleicht war das genau richtig für meine Entwicklung; vielleicht habe ich mir darum z. B. meine Jugendlichkeit erhalten. Damals spielte ich viel mit den jungen Hunden.

Jetzt aber lebe ich im Jetzt …
Ich weiß nicht, was ihr Menschen immer mit der Zeit habt, die vorüber ist. Die Vergangenheit ist vergangen. Die Vergangenheit hat uns zu dem gemacht, wer/was wir sind, wir haben aus der Vergangenheit gelernt und jetzt ist jetzt und jetzt lernen wir auch, wir wachsen weiter und vor allem leben wir – jetzt. 


Wenn ich an das Vergangene denke, könnte ich manchmal heulen …
Wieso sollte ich dann daran denken. Das bringt mir nichts. Bringt es euch etwas? 


Mein Motto: Lebe jetzt!


Jetzt spiele ich, jetzt fresse ich, jetzt gehe ich spazieren, jetzt tut es mir weh, jetzt mach ich Pipi, jetzt schlafe ich, jetzt … Alles JETZT! Alles andere
( ( er meint unsere Gedanken über Vergangenes und/oder Zukünftiges ) ) ist Verschwendung der Zeit.

Und nochmals: Jetzt geht es mir hervorragend. Ich lebe in einem tollen Rudel, darf sein wie ich bin und werde geliebt. Wieso soll ich an gestern denken, wieso soll ich mich über morgen sorgen? Das macht für mich keinen Sinn …
Frau Chamäleon aus Afrika,
meine heutige Gesprächspartnerin

Meine Klarheit ist im Moment recht verschwommen … Nachdem ich nicht weiter komme und mein Geist regelmäßig von unklaren Gedanken abgelenkt wird, beschließe ich, die Tierwelt um ihre Weisheit zu bitten. Meine Computer-Maus (oder wer oder was auch immer …) führte mich zu Frau Chamäleon, die meine Gesprächs­partnerin dazu sein soll. Sie wohnt in Afrika und hat gerade reiche Beute gemacht. Während ich noch überlege, warum ich zu ihr geführt wurde, lächelt sie weise und verspeist den Käfer. Danach ist sie gerne bereit ihre Gedanken zum Thema „Klarheit“ zu teilen:

Ich freue mich so sehr, dass du hier bist und dass du diesen grandiosen Moment mit mir miterlebt hast und nun mit der Menschheit teilen wirst. Ich bin grad mächtig stolz auf mich und noch immer voller Energie. Gerne berichte ich euch Menschen aus meinem Leben, wo die Klarheit nämlich eine überlebensnotwendige Qualität darstellt.

Zuvor möchte ich dir noch sagen, dass du genau zum richtigen Zeitpunkt zu mir gekommen bist: früher wäre fatal gewesen, weil ich meine Beute vor Schreck wohl kaum erwischt hätte; später wäre nicht so genial gewesen, weil ich meine Energie bereits heruntergefahren hätte und dann nicht mehr so brennend begeistern kann. Nun bin ich noch voll in meiner Stärke, im Feuer, in meinem Element. Ich sprudle voller Adrenalin und Dopamin …


Ihr wisst ja, wir Chamäleons wechseln unsere Farben. Wir passen uns dem Hintergrund an, damit wir uns besser verstecken können, damit man uns nicht sieht. Dies ist unsere allseits bekannte Kunst: Tarnung ist Hauptbestandteil unseres Lebens. Wir wollen von Natur aus lieber nicht auffallen.


Dann haben wir eine zweite Stärke, die vielleicht weniger bekannt, aber nicht weniger wichtig ist: unsere Klarheit!


Klarheit ist vor allem dann erforderlich, wenn ich mich auf die Suche nach Beute mache. Da sehe ich manchmal zwei oder drei weitere Leckerbissen herumlaufen … Dann muss ich mich für einen entscheiden, diesen und nur diesen ins Auge fassen, den perfekten Moment abwarten und zuschnappen, blitzschnell, ohne Zögern, mit meinem vollen Fokus, meiner ganzen Präsenz – und all diese Energie bekomme ich aus meiner 100%igen Klarheit. Wenn ich nur ein bisschen unklar bin, geht’s meistens schief. Wenn ich auch auf die Insekten rechts und links gucke und mir unsicher bin und dann halbbatzig einen Versuch starte, etwas zu erwischen … dann würde ich vor der vollen Tafel verhungern.


Ein Wunsch (zB. essen) und eine Entscheidung (zB. diesen Käfer) bereiten der Klarheit den Weg. So ist also meine Haupt-Botschaft an euch, liebe Menschen: Seid mutig, entscheidet euch und dann geht voller Fokus mit dieser Klarheit los.
Käfer, Nahrung vom Chamäleon
mein heutiger Gesprächspartner

Heute teile ich die tröstliche Unterhaltung mit der Beute von Frau Chamäleon. Der Käfer hat nicht gelitten und erzählt mir von seiner Erfahrung:

 Im ersten Moment bin ich recht erschrocken. Ich war gerade auf der Suche nach Nahrung, als ich plötzlich und blitzschnell gefangen wurde. Mein Herz schlug wie wild, dann wurde mir schummrig, bis ich mein Bewusstsein verlor. Das heißt, da war höchsten ein Bruchteil einer Sekunde Angst – dann gab ich mich der Situation hin und sogleich fühlte ich mich unendlich frei und leicht, ich fühlte die Vollkommenheit in der Erfüllung meiner letzten Aufgabe. 

Jeder soll seine Bestimmung leben und das habe auch ich gemacht, tagein tagaus und nun ist meine Bestimmung, das Chamäleon zu ernähren, damit es weiterleben kann. Das ist okay, das gehört zu meinem letzten Auftrag, das gehört zur göttlichen Ordnung und ich vertraue.

Mach dir keine Sorgen um mich. Ich habe nicht gelitten, hatte nur kurz Angst und bin nun wieder mit der großen Seele vereint. Manche Menschen haben eine komische Einstellung zum Tod. Ich sage, der Tod gehört zum Leben. Eines Tages müssen wir alle gehen und welch wertvollere Aufgabe gibt es, als das Leben eines Mitwesens zu verbessern?!?

Es geht mir gut! Es geht mir doppelt gut, weil ich Frau Chamäleon nähren und nun diesen besonderen Moment mit euch teilen darf: Liebe Menschen, lebt jeden Augenblick bewusst, ganz, voller Präsenz auf dieser Erde und hadert nicht mit eurem Schicksal. Wir sind für bestimmte Aufgaben hier und irgendwann gehen wir wieder nach Hause. Das ist ganz normal; das ist der Lauf des Lebens.