Käfer, Nahrung vom Chamäleon
mein heutiger Gesprächspartner

~ Hingabe ~

Heute teile ich die tröstliche Unterhaltung mit der Beute von Frau Chamäleon. Der Käfer hat nicht gelitten und erzählt mir von seiner Erfahrung:

 Im ersten Moment bin ich recht erschrocken. Ich war gerade auf der Suche nach Nahrung, als ich plötzlich und blitzschnell gefangen wurde. Mein Herz schlug wie wild, dann wurde mir schummrig, bis ich mein Bewusstsein verlor. Das heißt, da war höchsten ein Bruchteil einer Sekunde Angst – dann gab ich mich der Situation hin und sogleich fühlte ich mich unendlich frei und leicht, ich fühlte die Vollkommenheit in der Erfüllung meiner letzten Aufgabe. 

Jeder soll seine Bestimmung leben und das habe auch ich gemacht, tagein tagaus und nun ist meine Bestimmung, das Chamäleon zu ernähren, damit es weiterleben kann. Das ist okay, das gehört zu meinem letzten Auftrag, das gehört zur göttlichen Ordnung und ich vertraue.

Mach dir keine Sorgen um mich. Ich habe nicht gelitten, hatte nur kurz Angst und bin nun wieder mit der großen Seele vereint. Manche Menschen haben eine komische Einstellung zum Tod. Ich sage, der Tod gehört zum Leben. Eines Tages müssen wir alle gehen und welch wertvollere Aufgabe gibt es, als das Leben eines Mitwesens zu verbessern?!?

Es geht mir gut! Es geht mir doppelt gut, weil ich Frau Chamäleon nähren und nun diesen besonderen Moment mit euch teilen darf: Liebe Menschen, lebt jeden Augenblick bewusst, ganz, voller Präsenz auf dieser Erde und hadert nicht mit eurem Schicksal. Wir sind für bestimmte Aufgaben hier und irgendwann gehen wir wieder nach Hause. Das ist ganz normal; das ist der Lauf des Lebens.

Die Worte des Käfers haben mich sehr berührt und im Moment fehlen mir meine Worte. Trotz der tröstlichen Leichtigkeit in dieser Unterhaltung, spüre ich eine Schwere in mir.

Wenn ich wirklich glaube, so glaube ich, was er gesagt hat: dass er nicht gelitten hat, dass er nicht mit seinem Schicksal hadert, dass er sich dem Leben und somit auch dem Tod vollständig hingegeben hat, dass er vertraut und dass er leicht und frei nach Hause gekehrt ist.

Ja, ich glaube! Danke, lieber Käfer, danke für die Erinnerung. Gerade habe ich erneut die Entscheidung getroffen, an den Lauf des Lebens und die göttliche Ordnung dahinter zu glauben. So kann ich mich dem Leben viel mehr hingeben, mich vertrauensvoll fallen lassen. So macht das Leben noch mehr Sinn und Spaß.

Auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, wünsche Ihnen eine hingebungsvolle Zeit und glaube fest daran, dass das Leben, inklusive unserem Alltag (!), leichter fließen kann, wenn wir uns hineinfallen lassen ~ weil wir vertrauen, dass wir unsere Aufgabe erfüllen.


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