Graupapagei "Kai",
mein heutiger Gesprächspartner

~ Zuhause ~

Mein heutiger Gesprächspartner klopft bei mir an. Dabei erinnert er mich an den Freund eines Freundes und schaut so wichtig durchs „Schlüsselloch meines Herzens“, dass ich ihn gerne zu mir herein lasse. Er stellt sich als „Kai“ vor und möchte uns über sein Zuhause informieren.

Vielleicht siehst du es auf dem Foto: mein Zuhause hat Gitterstäbe, meine Wohnung ist ein Käfig … 
Wie geht es DIR damit? Was fühlst du?

Manche Menschen haben Mitleid mit Papageien in Käfigen und manche Vögel wollen auch wirklich raus und weg. Aber schau mich an, blick tief in meine Augen – da erkennst du die Wahrheit.
Hast du das Gefühl, dass ich traurig bin?

Nein, ich bin nicht traurig - ich bin zufrieden! Es geht mir gut. Vielleicht weil ich nicht an die verlorene Papageien-Freiheit denke, sondern an meine liebende Menschen-Familie. Sie tun ihr Bestes, kümmern sich gut um mich und ich darf jeden Tag raus und mitten unter ihnen leben.

Natürlich bin ich schon im Käfig geboren; ich kenne nur das Leben in der Wohnung. Trotzdem weiß ich vom Leben meiner Vorfahren. Wenn ich mich auf sie einstimme, kann ich ihre Freiheit fühlen. Ein Teil von ihnen, „der wilde Papagei“, lebt weiter in mir und wenn ich möchte, könnte ich diesen Teil groß werden lassen. Ich könnte mir ein freies Leben erträumen, für meine Unabhängigkeit kämpfen, zornig an den Gitterstäben ziehen und meine Familie beißen; die sind ja verantwortlich und schuld an meinem Unglück … So wäre mein Eingesperrt-Sein wirklich eine Qual: ich wäre zu tiefst unglücklich, weil ich im Käfig sitzen muss und nur an das denke, was ich verloren habe und überlege, wie ich aus dem Käfig raus komme.

Aber das ist ein anderer Film. Weg damit, das bin nicht ich!

Meine Entscheidung ist nämlich GLUECKLICH zu sein: glücklich, mit dem was ich habe, glücklich, an dem Ort, wo ich bin. Jeden Tag schaue ich auf die schönen Dinge, freue mich über die neuen Äste, die meine Familie mir vom Spaziergang mitbringt, genieße entspannt das leckere Essen, das ich täglich bekomme und um das ich nicht kämpfen muss, spiele mit allem was im Käfig herum hängt und lasse mich von meinen Menschen streicheln; hinten, am Hals, mag ich es am liebsten
( ( er neigt seinen Kopf und ich kraule ihn ganz sanft mit zwei Fingern ) )

Vielleicht wäre ich ein lauter und starker Papagei; der Anführer; ich würde durch die Wälder fliegen, Sonne und Luft genießen und mir nehmen, was ich möchte. Ich hätte vielleicht viele Freunde, ein liebes Weibchen, Kinder, ein schönes Nest, …
( ( er macht eine Pause und schüttelt sich ) )

Aber ich lebe hier und hier habe ich eine liebende Familie und hier habe ich alles, was ich brauche. Hier bin ich zuhause und ich weiß, dass man sich nur zuhause fühlen kann, wenn man sich sicher ist, dass man das beste Zuhause der Welt hat. Und das beste Zuhause der Welt hat man dann, wenn man sich dazu entscheiden kann, das beste Zuhause der Welt zu haben. Dann muss man nämlich nicht mehr weiter suchen, ob es irgendwo anders vielleicht doch noch ein besseres Zuhause geben könnte.

Ich hoffe, dass auch du das beste Zuhause der Welt hast – und sonst weißt du jetzt ja, wie du es finden kannst ~ vielleicht ist es nur eine Entscheidung von dir entfernt

Kai, der Graupapagei, nickt mir aufmunternd zu. Er ruht friedlich in seiner Mitte. Jeder spürt gleich, dass er bei sich zuhause angekommen ist.

Zu seinen Worten fällt mir die Redewendung ein, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist … Solange wir auf die andere Seite schauen, bewerten und vergleichen wird es immer ein besseres Zuhause geben (und auch ein schlechteres Zuhause). Sobald wir akzeptieren, lieben und annehmen können, wer wir sind und was wir haben, hört das Vergleichen auf und dann ist das Gras in unserem Zuhause grün genug; wir sind glücklich und können uns daran erfreuen.

Die Weisheit von Kai erinnert mich auch an die Parabel von den zwei Wölfen. Wenn wir sie flexibel verwenden, passt die Erzählung des alten Indianers auf viele unserer Situationen. In unserem alltäglichen Leben begegnen uns immer mal wieder die zwei Wölfe und es geht darum, welchen Wolf wir füttern, wohin wir unseren Fokus richten. Für den Graupapagei im Käfig ist der helle Wolf alle Gedanken um das beste Zuhause und der dunkle Wolf alle Gedanken um die verlorene Freiheit: Kai verschwendet keinen Gedanken/keine Energie für Ärger, Angst, Selbstmitleid, Einschränkung – er füttert den hellen Wolf, der Freude, Frieden, Liebe, Vertrauen und Dankbarkeit sät.

So schließe ich mit den Worten meines Gesprächspartners, „Ich hoffe, dass auch du das beste Zuhause der Welt hast – und sonst weißt du jetzt ja, wie du es womöglich finden kannst …“ und wünsche dir ein Leben voller guter Entscheidungen.


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