~ Die Kraft der sanften Stärke ~

Zeit für eine Kraft, die so tief verwurzelt ist, dass sie nichts und niemand erschüttern kann – Zeit für Naju, der kleine Nashorn-Junge, der uns ganz direkt anschaut, und bei ihm eine ganze Welt aus Schutz und Liebe

Hallo du! Schön, dass du auch da bist. Es ist hier so gemütlich und auch spannend … ( ( Nashorn-Junge Naju wackelt mit seinen Ohren und macht einen kleinen, tollpatschigen Schritt in unsere Richtung ) ) …
 
Weißt du, die Welt hier draußen ist riesig und überfordert mich manchmal. Gras gibt es, höher als meine Nase, und die Sonne brennt richtig heiß herunter. Manchmal erschrecke ich mich vor einem raschelnden Busch oder einem lauten Vogel. Aber dann schau ich mich um und entspanne mich. Ich weiß: es ist alles in Ordnung!
 
… ( ( er lehnt sich mit seinem Hintern ganz fest an seine Mutter, die wie ein Fels hinter ihm steht  ) ) …
 
Dann verschwindet die Angst gleich wieder. Ich muss keine haben. Niemals. Denn Mama ist da. Ich spüre ihre Wärme, ihren Herzschlag, und sie ist immer ganz ruhig, egal was grad rundum los ist. Also kann es nichts Schlimmes geben. Wenn Mama atmet, höre und spüre ich das sogar. Das gibt mir Mut.
 
Ich muss nicht groß sein. Ich muss nicht wissen, wo das nächste Wasserloch ist oder wie ich mich verteidige. Ich darf einfach nur klein sein, die Welt entdecken, alles neugierig erkunden, und sogar schauen, wer du bist ...
 
Egal was ich tue oder wohin ich gehe, Mama ist immer bei mir. Da bin ich sicher. Und wenn ich mich an sie lehne, bin ich genauso stark wie sie.
Ich bin unbesiegbar.

„Ja, lieber Naju, das bist du. Danke!“
… und genau darum habe ich dieses Bild für uns ausgesucht. Für die Erinnerung, dass wir nicht immer die großen Einzelkämpfer sein müssen. Wir dürfen uns aucheinfach mal an die LIEBE anlehnen, an diese große Kraft,die in jedem Moment bei uns ist – egal was wir tun, wohin wir gehen oder mit wem wir reden; genauso wie Nashorn-Mama. Wir dürfen tief durchathmen und neugierig schauen, was der Tag uns bringt. Wir sind behütet. Alle. Immer. Auch du, lieber Leser, – du bist wundervoll beschützt. Mehr als du glaubst.

Anlehnen erlaubt

Siehst du den Blick von Naju? Dieses kleine Wesen strahlt eine solche Unschuld aus, es ist sich seiner Geborgenheit absolut sicher. Er muss nicht „funktionieren“. Er muss nicht beweisen, wie tapfer er ist. Seine einzige Aufgabe ist das Vertrauen.
 
In der Psychologie nennen wir das „Sichere Bindung“. Wenn wir wissen, dass da eine verlässliche Kraft im Hintergrund ist, trauen wir uns viel mehr zu. Wir beobachten, experimentieren, wir lernen und wachsen. Mama (oder ein anderer Fels) ist an unserer Seite. Wir sind vollkommen sicher.
 
Und dann wachsen wir, werden erwachsen, lernen und verlernen … Wir vergessen völlig, dass Anlehnen ein Zeichen von Weisheit ist – und absolut keine Schwäche. Stattdessen meinen wir, alles allein stemmen und die ganze Welt auf unseren Schultern tragen zu müssen. Bloß keine Schwäche zeigen. Wir denken, wir müssten die Mutter und das Kind gleichzeitig sein – wir müssen uns schützen, uns versorgen, uns optimieren und gleichzeitig die Welt retten.
Dabei ist es eigentlich genau umgekehrt.

Die spirituelle Rückendeckung

In „Ein Kurs in Wundern“ gibt es einen Gedanken, den ich sehr liebe: Ich brauche nichts zu tun, außer nicht im Weg zu stehen. Das klingt erst mal provokant für unser Macher-Ego, oder? Aber es meint genau das, was uns das kleine Nashorn vorlebt.
 
Es gibt diese „mütterliche“, tragende Kraft in jedem von uns – nenne sie Gott, Liebe, das Leben, Quelle, Universum, der sichere Hafen, der innere Frieden, der auch im größten Chaos in dir weilt … (Es geht um das Gefühl, nicht um Worte.) Wenn wir uns an diese Kraft lehnen, statt ständig gegen alles anzukämpfen, werden wir unbesiegbar ruhig. Wir müssen die Stärke nicht selbst produzieren. Wir müssen sie nur zulassen.
 
In meinem Tun – im Alltag wie in der Arbeit – geschieht genau das: immer mehr anlehnen, statt schieben und drücken. Ich lehne mich selbst einfach an diese innere Stille und halte den Raum – für mich, für dich, für uns alle; damit wir uns wieder an unsere eigene, unerschütterliche Quelle erinnern können.

Dieses friedvolle Sein nutzen wir auch in der tiefen Therapiearbeit – wir nennen es das Prinzip von „Holding Space“: einen Raum schaffen, der so sicher und stabil ist, dass alles sein darf, was auch immer darin auftaucht. So erfährst du selbst, direkt, dass in Wahrheit nichts deinen FRIEDEN zerstören kann – außer du entscheidest dich dafür, ihn vorübergehend zu vergessen.

HAB-Übung 🔑: Die Kraft im Rücken

Gerne halte ich diesen Raum für dich, erinnere dich – doch das Ziel ist es, dass du diesen unerschütterlichen, vollkommen sicheren Ort in dir selbst wiederentdeckst. Damit das aber nicht wieder nur ein schöner Gedanke bleibt, lade ich dich ein, diesen sicheren Halt jetzt direkt in deinem eigenen Körper zu erfahren. Erlaube es dir; öffne dich für deinen Frieden, lehne dich vertraut an deine eigene Quelle an. Schenke dir diesen Augenblick:🪑 Die Anlehn-Position: Setze dich auf einen Stuhl mit einer stabilen Lehne oder stelle dich mit dem Rücken gegen eine Wand. Spüre ganz bewusst den physischen Kontakt und den Halt hinter dir.

🌬️ Abgeben: Schließe die Augen. Athme tief aus und lass dein ganzes Gewicht nach hinten sinken. Stell dir vor, du könntest alle Verantwortung für einen Moment „nach hinten“ abgeben. Du musst jetzt nichts halten. Du wirst gehalten.

🦏 Die Verbindung spüren: Stell dir vor, hinter dieser Wand steht eine unendliche Kraft, die dich liebt und schützt. Wie die Nashorn-Mama. Lass dich in diese Sicherheit hineinsinken. Spüre, wie dein Atem ganz von alleine ruhiger wird.

👀 Neugierig schauen: Öffne sanft die Augen. Schau dich im Raum um, als würdest du alles zum ersten Mal sehen – mit dem neugierigen, unschuldigen Blick des Nashorn-Kindes. Was entdeckst du, wenn der Druck, „groß und stark sein zu müssen“, wegfällt?

💖 Das Siegel: Lege eine Hand auf dein Herz und spüre die Ruhe. Sag dir leise: „Ich bin sicher. Ich bin gehalten. Ich darf einfach nur sein.“

Warum „Nicht-Tun“ die höchste Form des Handelns ist

Vielleicht spürst du es jetzt: Wenn wir uns anlehnen, verändert sich unsere gesamte Ausstrahlung.
Das ist das eigentliche Geschenk dieser Haltung: Wir werden nicht etwa passiv oder faul, wenn wir uns an das Leben lehnen. Im Gegenteil! Ein Kind, das sich sicher gebunden fühlt, erkundet die Welt viel mutiger als ein Kind, das ständig Angst hat, den Halt zu verlieren.

Wenn du dich gehalten fühlst, passiert Wundervolles:

  • Deine Kreativität erwacht: Wenn das Überlebenssystem (Stress) herunterfährt, entsteht Platz für neue Ideen. 
  • Deine Entscheidungen werden klarer: Du entscheidest nicht mehr aus einem Mangel oder aus Angst heraus, sondern aus einer inneren Fülle.
  • Deine Beziehungen entspannen sich: Du musst nicht mehr von anderen Menschen erwarten, dass sie dein „Fels“ sind, weil du diesen Fels bereits in deiner göttlichen Rückendeckung gefunden hast.


Wir dürfen aufhören, die Mutter und das Kind gleichzeitig sein zu wollen. Wir dürfen Kind des LEBENS sein – neugierig, lernend, wachsend – und darauf vertrauen, dass die schützende Kraft der Liebe immer für uns sorgt.

Geh mit weichem Rücken durch den Alltag

Ich wünsche dir, dass du dich immer wieder an diesen liebevollen Halt in deinem Rücken erinnerst. Egal, ob im Supermarkt, im Meeting oder beim Einschlafen: Du wirst gehalten.

Du musst nicht mühselig strampeln und versuchen, im Alleingang deine Welt (oder gar die ganze Welt) zu retten. Du darfst aufhören, dem LEBEN im Weg zu stehen – und stattdessen zuschauen, wie es dich trägt.
 
In der Gewissheit, dass wir niemals tiefer fallen können, als in die Arme des Lebens,
in Liebe,
deine Sandra
 

PS: Hast du die kleinen Vögel auf dem Rücken der Nashörner gesehen? Das sind Madenhacker – eine wunderbare Symbiose: Die Vögel bekommen ihr Futter (Parasiten), und die Nashörner eine Wellness-Behandlung und ein natürliches Frühwarnsystem (bei Gefahr schlagen die Vögel Alarm).

Ein schönes Zeichen dafür, dass wir einander helfen dürfen und dass Unterstützung oft von ganz unerwarteter Seite kommt. Schau heute mal hin – wer ist denn dein „kleiner Vogel“?

Hier geht´s zum Austausch auf Facebook: facebook.com/herzaugenblick