~ Lauscherchen auf ~

Ein Moment der absoluten Stille, ein Innehalten im hohen Gras. Stellen wir unsere Ohren auf Empfang; unsere feinen Antennen, für das Unsichtbare und für den Weg, der vor uns liegt.

Dafür kommt die Weisheit von unserem langohrigen Osterboten genau richtig:

Halt ein … bleib ganz still. Hörst du das auch?

… ( ( seine Ohren drehen sich, nach vorne, nach hinten, ganz unabhängig voneinander, wie kleine Radarschüsseln ) ) …
 
Nein, ich bin nicht ängstlich, nur weil ich so schnell Haken schlage. Mein Geheimnis ist, dass ich ein Meister des Lauschens bin. Meine Ohren sind total flexibel, sie sind meine Antennen für diese Welt. Damit höre ich nicht nur den Fuchs, der heranschleicht; ich höre sogar das Wachsen des Grases, das Atmen der Erde; und wenn ich ganz still bin, höre ich tief in mein eigenes Inneres.
 
Ich muss nicht immer rennen. Manchmal ist meine größte Stärke das Stillstehen. Männchen-Machen. Die Nase in den Wind halten. Ganz präsent sein.
 
Viele von euch wirken so aufgescheucht, zerrissen, überall und nirgends. Ihr sucht die Antworten in der lauten Welt, im Auf und Ab, im Gedankenkarussell, im Machen, im Planen ...
Ja, ich weiß, die Lösung ist auch nicht im schnellen Zickzack-Lauf zu finden 
… ( ( Herr Hase zwinkert mir lächelnd zu ) ) … 

Viele Antworten des Lebens werden in der Stille gefunden. Wenn ich das Tempo rausnehme, spüre ich meinen feinen Instinkt – diese leise Stimme der Intuition, die mich leitet
… ( ( seine Nase schnuppert aufmerksam in die Luft, er lauscht in die Weite ) ) …

Hab also keine Angst vor der Ruhe. In ihr liegt deine Kraft. Wenn du lernst, so fein zu lauschen wie ich, dann weißt du immer, wann es Zeit ist zu verharren – und wann es Zeit für den nächsten, großen Sprung ist.

Und schon ist er wieder weg. Es sieht aus, als winkt er noch neckisch mit seinem Stummelschwänzchen und verschwindet mit einem kräftigen Satz im Gebüsch. Ich winke nach.

Was für ein unglaublich präsentes Kerlchen, oder? Da wackelt kein Barthaar, wenn er Männchen macht, Sicherungsposten bezieht. Er ist reine Aufmerksamkeit, und ich bin ganz verliebt in diesen süßen Botschafter (und damit meine ich nicht nur die Schokoladen-Variante ;)).
 

Die Kraft der Intuition

In meiner Arbeit ist dieses präsente Lauschen ein wichtiges Instrument (sowohl früher beim Quantenheilen wie auch heute in der stillen inneren Ausrichtung). Wir Menschen sind ja wirklich Weltmeister im „aufgescheuchten“ Suchen. Wir suchen Lösungen, wir suchen Heilung, wir suchen den perfekten Weg. Wir wühlen im Garten des Lebens herum, graben alles um und wundern uns dann, dass wir vor lauter Staub und grüblerischer Gedankenwolken überhaupt nix mehr sehen.

Herr Hase ist wohl unser Botschafter für das Finden statt Suchen – und für die Intuition, die uns genau dorthin führt.

In der geistigen Lehre von Ein Kurs in Wundern gibt es diese wesentliche Grundlage: Wir müssen den inneren Frieden nicht mühsam erschaffen. Er ist eigentlich immer da. Wir müssen nur die Hindernisse wegräumen (den Stress, die Sorgen, das ständige Planen), die uns davon abhalten, ihn zu spüren.

Auf Ostern übersetzt heißt das: Die Eier liegen schon da! Du musst sie nicht erst bemalen und verstecken. Das Leben hat das längst für dich erledigt.
Deine einzige Aufgabe ist es, still genug zu werden, um zu bemerken, wo es im Gras leuchtet.

Das ist es auch, was ich in meiner neuen Arbeitsweise so schätze. Ich muss nicht mehr suchen und reparieren. Ich „mache Männchen“ wie der Hase, voll präsent. Ich werde still, lausche auf den Frieden, der unter der Unruhe immer schon da ist, und warte, bis sich die natürliche Ordnung von selbst zeigt.

Das braucht am Anfang eine Portion Mut (und Sitzfleisch), aber ich sage dir: Es ist so viel entspannter und wirksamer, als ständig den Garten umzugraben. Wenn wir den Staub der eigenen Anstrengung setzen lassen, erscheint die Ordnung ganz ohne unser Zutun. Sie war nie weg – sie war nur verdeckt.
 

Flexibilität aus der Stille

Herr Hase zeigt uns, dass wir uns nicht durch das Leben kämpfen müssen, wenn wir unsere Sinne – und unser Herz – offen halten. Er macht Männchen, spitzt seine Ohren, und manchmal schlägt er auch Haken – nicht weil er orientierungslos ist, sondern weil er flexibel auf den Moment reagiert, weil er empfängt, wohin der nächste Schritt gehen will. Er plant den Haken nicht schon gestern; er lauscht ihn heute, aus dem Jetzt heraus. Er vertraut dem, was er in der Stille hört, mehr als dem, was er sieht.

Üben wir das doch auch, passend zu Ostern: Das Vertrauen in das Unsichtbare. Die Gewissheit, dass das Leben bereits alles für uns vorbereitet hat – auch den rettenden Haken oder den nächsten Sprung –, selbst wenn wir es im aufgewirbelten Staub oder dem hoch gewachsenen Gras gerade noch nicht sehen können. Wenn wir still werden, hören wir den Weg, weit bevor wir ihn sehen.
 

HAB-Übung 🔑: Das Hasen-Lauschen

Lass uns heute die Wachsamkeit und Ruhe des Hasen in den Körper holen:

🐰Aufrichten: Setze dich aufrecht hin oder stelle dich stabil auf beide Beine. Stell dir vor, deine Wirbelsäule wird ganz sanft nach oben gestreckt – wie ein Hase, der „Männchen macht“.

👂🏼Die Löffel aufstellen: Schließe die Augen. Lenke deine gesamte Aufmerksamkeit auf deine Ohren. Versuche, nicht nur die lauten Geräusche zu hören, sondern auch die ganz leisen. Den Wind am Fenster, dein eigenes Atmen, das Wachsen des Grases, die Stille zwischen den Tönen.

📡 Das Feld scannen: Stell dir vor, deine Ohren wären Radarschüsseln, die auf Frieden ausgerichtet sind. Wo im Raum oder in deinem Körper fühlt es sich gerade am ruhigsten an? Verweile dort mit deiner Aufmerksamkeit.

🤸🏼 Der Freudensprung: Athme tief ein und sage dir: „Ich weiß nicht, wozu es dient, aber ich vertraue dem Frieden.“. Öffne dann die Augen und erlaube deinem Körper eine freudige Bewegung – vielleicht wie der Hase, der voller Lebensfreude Haken schlägt.
Und mit dieser neuen Klarheit springst du direkt hinein in diesen Augenblick.
 

Die Stille hinter dem Lärm

Zu dieser HAB-Übung fällt mir noch die Zen-Geschichte ein, über einen Schüler, der verzweifelt nach Frieden suchte. Sein Meister gab ihm nur eine einzige Aufgabe: „Höre das Plätschern des fernen Flusses hinter den Bergen.

Der Schüler spitzte die Ohren und horchte. Er lauschte so konzentriert, so intensiv, dass sein Denken innehielt und sein Verstand ganz still wurde. Er hörte zwar keinen Fluss – aber er fand genau in dieser wachen, absichtslosen Stille den Frieden, den er zuvor so lautstark gesucht hat.

Er verstand: Man kann nicht gleichzeitig angestrengt lauschen und grübeln. Allein die Absicht, ganz tief und fein zu hören, macht den Geist im gleichen Moment klar, und frei für den Frieden.

Probier das doch jetzt gleich mal aus, lieber Freund – vielleicht hörst ja du den Fluss hinter dem Berg?
Sei ganz still und lausche … Richte dein Radar, deine Ohren, auf das Unhörbare aus – auf den weit entfernten Fluss, auf das Wachsen des Grases oder auf die Stille zwischen deinen Gedanken. Du wirst merken, wie sich die aufgewirbelten Gedanken in deinem Inneren sofort legen. Denn für Lärm ist kein Platz mehr, wenn du mit deiner ganzen Präsenz lauschst.
 
Ich wünsche dir einen lichtvollen Ostersonntag, einen April voller herzlicher Augenblicke. Mögest du nicht nur die bunten Eier im Gras finden, sondern vor allem den Frieden in der Stille dazwischen – dort, wo das Unhörbare zu dir spricht und die schönsten Geschenke auf dich warten.
 
Feierliche Ostergrüße,
deine Sandra

PS: Wenn du heute einen Hasen siehst – sei es aus Schokolade oder auf dem Feld – lass ihn eine kleine Erinnerung für dich sein: Du musst nicht alles wissen. Du darfst einfach lauschen. Das Leben kennt den Weg.