Wenn plötzlich die alte Form zu eng geworden ist, dann sind wir beim nächsten Schritt unserer Reise.
Wie unsere heutige Botschafterin, Frau Natter, die sich darauf vorbereitet, ihre alte Haut hinter sich zu lassen.
Komm näher. Ich brauche sowieso eine Pause … ( ( gerade hat sie sich noch durchs Gebüsch bewegt, ihren Kopf an den rauen Ästen gerieben ) ) …
Es ist anstrengend, aber es wird mir einfach zu eng. Diese Hülle um mich … Sie hat mich gut geschützt, mich durch den Winter gebracht, über kantige Felsen getragen … Aber jetzt fühlt sie sich irgendwie fremd an. Sie glänzt nicht mehr. Sie ist stumpf geworden.
Siehst du meine Augen? Meine Sicht wird trüb. Es ist, als wäre es überall neblig, die ganze Welt grau. Ich sehe die Maus nicht mehr so scharf, den Habicht, die Bewegungen des Grases, ... alles nur noch schemenhaft.
Ich spüre, wie sich alles in mir zurückzieht, nach innen. In mir drin arbeitet es, pulsiert unter der alten Kruste. Es ist kein Schmerz, aber ein gewaltiger Druck; ein Verlangen nach Weite. Da macht meine alte Haut einfach nicht mehr mit.
Aber das kenne ich. Es ist nicht mein erstes Mal. Ich weiß genau, dass die Häutung nicht fein ist. Aber es muss sein.
Sobald ich es schaffe und der erste Riss in der Haut ist, geht es schnell. Dann geht es unter die Haut. Die kalte Luft, der steinige Boden ... Alles in mir ist so viel empfindlicher, jede Berührung intensiver, fast zu viel. Trotzdem schlängel ich mich tapfer durch die engsten Spalten der Steinmauer. Ich nutze den Widerstand der Welt, um mich aus mir selbst herauszuschälen. Zentimeter für Zentimeter lasse ich das hinter mir, was ich einmal war.
Nein, ich schaue schon lange nicht mehr zurück auf das was war, auf diesen transparenten Mantel, der am Ast in der Mauer hängen bleibt
… ( ( Frau Schlange lächelt in Gedanken versunken ) ) …
Wenn ich davon erzähle, spüre ich diese Vorfreude. Wenn ich durch bin, wenn das Alte abgestreift wurde, dann ist alles neu, so hell. Die Farben sind intensiv, alles so scharf. Es brennt fast in den Augen. Zwar bin ich dann noch weich, noch nicht ganz fertig für die Welt, aber ich bin befreit, frei von der Enge.
Dann liege ich einfach nur da, ruhe mich aus und atme die neue Weite ein. Ich muss nichts tun, außer hier zu sein und die Sonne auf der neuen Haut zu spüren.
Oh ja, das stimmt, das kenne ich auch: eine sichtlich zufriedene, seidig schimmernde, in allen Regenbogenfarben leuchtende und goldglänzende Schlange, die frisch gehäutet und glücklich Sonne tankt … Wie gerne erinnere ich mich an unseren Goldknopf, unsere Kaiserboa. Ich hatte das große Glück, dieses stille, geschmeidige Wesen eine Zeit lang begleiten zu dürfen, und konnte seine Häutung direkt miterleben.
Wenn seine Augen milchig wurden, wusste ich, dass er sich jetzt zurückzieht. Dann lag er mehrere Tage eingerollt in seiner Hütte. Er sah fast nichts, war verletzlich, und wartete einfach. Das Außen wurde unwichtig, und im Inneren entstand was Neues, eine neue Form von Ganzheit.
Dies ist die vollkommene Hingabe an einen Prozess, den man nicht beschleunigen kann – weder Schlangen, noch wir Menschen. Es braucht Mut, dieses Nicht-Wissen und diese scheinbare Hilflosigkeit auszuhalten.
Wenn die alte Haut zu eng wird
Auch wir Menschen sind immer auf dem Weg. Wir wachsen, reifen, weiten unsere innere „Hülle“ – manchmal leise, fast unbemerkt, manchmal durch deutliche Wendepunkte.
Wie sieht es denn bei dir aus, du lieber Weggefährte?
Bei mir verändert es sich grad merklich. Mehr und mehr wachse ich in eine neue, weichere Haut hinein – und mein ganzes Wirken wird dadurch irgendwie weiter und stiller. Früher war ich diejenige, die „gemacht“ hat. In der Tierkommunikation und der Quantenheilung habe ich aktiv Energien gelenkt, Blockaden gelöst, Verhalten geformt, Qualitäten geschickt, Prozesse beeinflusst, Intentionen gesetzt. Dabei ging es um Helfen, Reparieren und Richtig-Rücken. Jep, das funktioniert. Ich hatte Erfolg damit, und es fühlte sich gut an, aktiv etwas zu bewirken.
Dann kamen auf meinem Weg neue Impulse dazu: meine vertiefte Beschäftigung mit „Ein Kurs in Wundern“, die Lehre von Joel S. Goldsmith und vor allem meine eigene stille Praxis. Ich lernte weiter, übte weiter, hinterfragte weiter – nicht, weil das Alte falsch war, sondern weil mein inneres Empfinden mich weiterführte.
Nun spüre ich immer deutlicher, dass es da noch etwas Tieferes gibt, etwas Stilleres, etwas Heiles, das nicht erst „gemacht“ oder bis ins kleinste Detail beschrieben werden muss. Die Wahrheit braucht keine langen Erklärungen und Deutungen. Die Wahrheit ist einfach. Hinter jedem scheinbaren Problem liegt bereits Frieden. Hinter jeder Unruhe ruht das Heilsein – auch wenn wir es im Moment noch nicht sehen können. (Interessieren dich diese Pfade von Ein Kurs in Wundern und Joel S. Goldsmith? Auf der HerzAugenBlick-Homepage findest du mehr Infos dazu.)
Allmählich geschah es dann, dass meine Sicht trüb wurde, meine vertraute Hülle zu eng. Wie bei unserer Botschafterin, Frau Natter, stand eine Häutung bevor. Meine alte Haut (das Energien-Schubsen, ständiges Eingreifen, Manipulieren, und das Retter-Sein) durfte ich jetzt abstreifen. Meine neue Haut – geprägt von Raum-Halten, Vertrauen und dem Anerkennen von Frieden – beginnt nun golden im Licht zu glänzen. Genau wie Goldknopf, wenn er nach der Häutung in der Sonne lag.
Warum Unklarheit ein gutes Zeichen ist – der „Schmierfilm“
Nachdem ich selbst eine Schlange zuhause hatte, hab ich mich intensiv in dieses Thema eingelesen: Bevor sich die alte Haut löst, bildet sich eine hauchdünne Flüssigkeitsschicht zwischen dem Alten und dem Neuen. Diese macht die Augen trüb, aber sie ist gleichzeitig das notwendige Schmiermittel, damit die Trennung überhaupt möglich ist.
Also, ohne diese Phase der Unklarheit gäbe es nicht die Freiheit von der Enge. Dieses Bild hilft mir sehr, wenn ich verloren gegangen bin im Alten, im Alltag nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. „Ahaaa, Schmierfilm-Zeit!“ – Die Trübung ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft. Sie ist das Zeichen, dass deine Freiheit vorbereitet wird. Wir dürfen uns dieser Unklarheit hingeben, in der Stille weich werden.
HAB-Übung 🔑: Das Alte abstreifen
Lass uns das Gefühl der Schlange direkt in deinen Körper holen. Wir können alles, was sich grad schwer, eng, stumpf oder unklar verschwommen anfühlt, all dieser unsicher-machende graue Schleier über unserer Haut, können wir gemeinsam abstreifen.
🖐🏼 Die Arme: Stehe fest und locker. Streife mit bewusstem Druck von der Schulter bis zu den Fingerspitzen (wie einen engen Handschuh ausziehen).
🛡️ Der Oberkörper: Streife mit den flachen Händen von den Schultern über die Brust, den Bauch und den Rücken nach unten. Gerne auch öfter über dein Herz. Schiebe die Enge einfach weg.
🦵🏼 Die Beine: Beuge dich leicht vor und streife von der Hüfte abwärts über die Oberschenkel, die Knie bis hinunter zu den Knöcheln. Wirf das Alte symbolisch hinter dich.
🎭 Das Gesicht: Streiche sanft über Gesicht und Nacken (als würdest du eine Maske abnehmen, die zu fest sitzt).
🌬️ Die Freiheit: Richte dich auf, schüttle deine Hände kräftig aus und atme tief ein. Spürst du das Kribbeln, diese Lebendigkeit? Das ist deine neue Weite, die schon immer da war.
Vom Feststecken in die stille Präsenz
Diese Übung hilft uns ganz körperlich greif- und fühlbar, wenn wir merken, dass wir innerlich feststecken. Ich nutze sie gerne, wenn mich die Enge des Alltags einnimmt, wenn ich mich mal festklammere, vergessen habe, dass die alte Hülle gehen muss. Dann streife ich mit dieser Übung bewusst dieses Alte, Graue, Unklare ab – und kann mich wieder erinnern, an die neue Weite, an dieses fröhliche, mutige, lebensbejahende Gefühl.
Inzwischen arbeite ich mehr und mehr aus dieser befreiten Klarheit heraus, aus dem Wissen, dass die Vollkommenheit bereits da ist – in jedem Tier, in jedem Menschen und in jeder Situation. Auch dann, wenn es im Außen gerade chaotisch, traurig oder verwirrend aussieht.
Anstatt aktiv zu korrigieren und mich in langen Texten zu verlieren, halte ich heute vor allem den Raum. Ich bin da, präsent. Ich hake nicht mehr nach. Ich höre zu. Vertraue. Wie eine Zeugin des Lebens. Der Frieden ist hier. Die Ordnung ist da.
Natürlich meldet sich mein Macher-Ego noch regelmäßig zu Wort. Dieser neue Weg passt ihm ganz und gar nicht. Es möchte eingreifen, rückfragen, regeln, tun-tun-tun. Wie ein kleiner Kobold springt es auf der Bühne hin und her, bläht sich auf, will den Retter spielen und beweisen, dass ohne sein Zutun hier überhaupt nichts geht … Doch ich überhöre es immer mehr, kann immer öfter darüber staunen, lächeln und mich erinnern: Wir müssen unserem Ego keine Bühne mehr geben. Wir müssen diesem Impuls nicht mehr folgen.
Stattdessen übe ich mich im Loslassen. Im Dableiben, ohne zu machen; im Vertrauen, ohne Kontrolle; im Begleiten, ohne zu steuern. Und – juhuiii – das Leben bestätigt diesen Weg. Es ist schön mitzuerleben, wie sich die Dinge ganz natürlich ordnen, wenn wir aufhören, im Außen herumzuwirbeln. Tiere finden ihren Rhythmus, Menschen werden ruhiger, entspannter, friedvoller. Mein Wirken ist dadurch nicht weniger geworden – es entfaltet sich stiller, klarer und nachhaltiger. Nicht, weil ich weniger engagiert bin, sondern weil ich heute noch tiefer vertraue.
Ich begleite weiterhin mit ganzem Herzen, mit Erfahrung, mit Achtsamkeit und mit einem bewährten inneren Fundament. Nur eben stiller, und aus dieser neuen Haltung des Friedens.
So schaue ich direkt zu dir, << Test Vorname >>. Vielleicht bist auch du gerade in so einer Zwischenzeit – zwischen alt und neu, zwischen „noch eng“ und „schon weiter“, zwischen Winter und Frühling. Dann möchte ich dir sagen: Du bist genau richtig. Du bist nicht zu langsam, nicht falsch, nicht „hinterher“. Vertraue. Es ist alles in Ordnung.
Und ja, vielleicht häutest du dich gerade. Besonders wenn die Welt im Außen so unvorhersehbar ist, tut es gut, die alte Haut des „Sich-Verlierens“ abzustreifen und in die neue Haut des „Vertrauens“ zu wachsen.
Es ist ein Akt der Liebe an uns selbst und an die Welt, wenn wir uns erlauben, glücklich zu sein. Denn aus einem fröhlichen, weiten Herzen fließen klarere Gedanken und Taten als aus einem, das sich vor Angst klein macht.
Diesen Raum in dir zu öffnen, ist ein zutiefst heiliger Prozess.
Würdige diesen Moment! Ganz egal, ob du gerade in der stillen, trüben Phase der Häutung ganz bei dir einkehrst oder bereits im goldenen Glanz in der Sonne liegst, ob du diesen Moment in einer fröhlichen Gemeinschaft verbringst oder die kostbare Stille ganz für dich genießt: Erlaube dir, die Fülle des Augenblicks mit jeder Faser zu spüren – als bewusste Entscheidung für das Leben.
Und wisse: Du bist niemals allein. Auch wenn viele Kilometer zwischen uns liegen oder wir uns vielleicht noch nie persönlich begegnet sind: Wir sind verbunden. In diesem Moment lesen viele andere Weggefährten genau diese Zeilen und athmen denselben Wunsch nach Frieden.
Im Feld der Stille und in unserer Ausrichtung auf das Licht sind wir eins.
Danke, lieber Freund, ich danke dir von Herzen, dass wir diesen Weg miteinander teilen. Dass du mitliest, mitfühlst, dich einlässt – und wenn du dich auch aktiv austauschen möchtest, vielleicht teilen magst, wie sich deine „Häutung“ gerade anfühlt, komm gerne auf die HerzAugenBlick-Seite bei Facebook. Ich bin da und freue mich auf unser Miteinander.
Für die kommenden Wochen wünsche ich dir, dass du in all dem Lärm immer wieder Augenblicke des Glücks findest, viele kleine Sonnenmomente auf deiner neuen Haut. Lass dein neues Glänzen leuchten!
In tiefer Verbundenheit und im Vertrauen auf die neue Weite,
deine Sandra
PS:Achte gut darauf, wen du auf deine Bühne lässt!
Und wenn die Weltnachrichten zu laut werden, nutze deinen Anker als sanfte Erinnerung. Du musst nicht gegen die Welt ankämpfen und nichts abwehren – der Frieden in dir ist unerschütterlich. Er ist bereits da und wartet nur darauf, von dir anerkannt zu werden.


