~ Weihnachtspost 2025 ~

Hier erreicht dich der Weihnachts-Gruß aus dem HerzAugenBlick – eine kleine Erzählung zum Fest und meine herzlichsten Wünsche an dich und deine Liebsten.
 
Draußen ist es ruhiger geworden, die Welt erscheint in einem sanften, magischen Licht – die schönste Zeit zum tief Durchatmen.
 
Ich weiß nicht, wie deine letzten Wochen waren – vielleicht voller Trubel, vielleicht auch schon ganz still. Doch in diesen Tagen spüren wir oft dieses uralte, vertraute Sehnen: nach Frieden, nach Nähe, nach einem Ort, an dem wir einfach ankommen dürfen.
 
Genau dazu ist eine Geschichte entstanden, die ich von Herzen mit dir teilen möchte. Vielleicht hast du ein paar Minuten Zeit? Halte einen Augenblick inne, lass die Hektik draußen und erlaube dir, gefunden zu werden.

Eine Betrachtung – vom Suchen und Gefundenwerden 

Es war einmal ein Mensch, der suchte Gott.
Er suchte gestern, heute, eigentlich schon immer.
In Tempeln, Schriften, komplizierten Ritualen,
auf Gipfeln, unter Steinen und über den Wolken,
im Glanz der Sterne und in tiefen philosophischen Gedanken,
in großen Erfolgen, in berauschenden Erfahrungen, ja, sogar in Kalendern und To-do-Listen.

Und jeden Abend war er wieder enttäuscht.
Er hatte so weit gesucht – und doch nichts gefunden, das nach Gott aussah.
Die Suche machte ihn hektisch, und mit jedem vergeblichen Versuch wuchs die Angst: „Ich suche falsch, oder es gibt ihn überhaupt gar nicht!“

Doch aufgeben? Niemals! Also rannte er weiter, mit seinen Checklisten und Fragen, getrieben von dieser typischen Haltung: „Wenn ich mich nur genug anstrenge, dann muss es doch klappen …!

Menschen lieben es, sich besonders anzustrengen,
auch wenn eigentlich Hingabe und Loslassen gefragt wäre.


👼 Der schmunzelnde Begleiter

Was der Suchende nicht wusste: Während er so verzweifelt durch seine Welt rannte, folgte ihm ein leises, liebevolles „Etwas“. Vielleicht wie ein Himmelhund, eine Liebe, die uns treu nachgeht. Nicht jagend wie ein Raubtier, nicht drängend, sondern mehr wie ein geduldiger Freund, der schmunzelnd mit uns Schritt hält.
„Ah, da rennt er schon wieder … na gut, ich komme mit.“

Manchmal, wenn der Mensch wieder besonders hektisch unterwegs war,
hörte man hinter ihm ein leises Seufzen:
„Mein Liebes, du springst ja schon wieder davon …
ich bin doch gleich hier …“

Aber natürlich hörte der Mensch es nicht.
Sein Kopf rauschte, sein Herz war müde,
und seine innere Checkliste raschelte lauter als jeder göttliche Hinweis.


🕯️ Das Wunder der Erschöpfung

Bis eines Tages – und natürlich war dies ein magischer Wintertag, einer von diesen stillen Tagen, wo die Welt ein klein wenig nach Wunder duftet, wo sie tiefer und bewusster atmet –, da wurde auch der getriebene Mensch langsamer. Er blieb stehen. Einfach so.

Nicht aus plötzlicher Erleuchtung, sondern aus purer Erschöpfung.
Die inneren Listen waren viel zu schwer geworden. Verzweiflung. Es war dieser stille „Ich kann nicht mehr“-Moment.

Er setzte sich – ließ sich einfach auf dem Boden nieder. Oder war es eine Bank?
Doch das ist unwichtig. Wichtig ist nur: Er setzte sich,
und er tat etwas, das er sooo lange schon nicht mehr getan hatte, etwas Ungeheuerliches (vor allem für uns ach so vernünftige Erwachsene …): Er tat –
gar nichts.

Zum ersten Mal seit ewiger Zeit tat er absolut nichts. Er konnte einfach nicht mehr.


🌌 Die Ankunft

In diesem kostbaren Moment, als die Welt nur noch aus Stille bestand, setzte sich eine leuchtende Präsenz neben ihn. Sie kam ganz sanft, ganz selbstverständlich und schien fast ein wenig amüsiert.

Endlich“, sagte der Gast leuchtend, und lächelte warm, als würden sie sich schon ewig kennen. „Du bist verdammt schwer einzuholen, mein lieber Freund.“

Der Mensch sah überrascht hoch. „Wer ... wer bist du? Ich habe dich nicht kommen hören.“

Das Licht lachte leise und sanft. „Natürlich nicht. Du warst ja auch viel zu laut. Ich laufe dir schon dein ganzes Leben hinterher. Immer, kurz bevor ich dir auf die Schulter tippen konnte – zack – warst du schon wieder weg, beim neuesten Seminar, in einem angestrengten Gebet, oder auf der Jagd nach dem nächsten Erfolg.“

Der Mensch sah ihn an.In der Gegenwart dieses lichterfüllten Gastes spürte er eine innige Verbundenheit. Und plötzlich begriff er. Es war kein intellektuelles Begreifen, kein „Aha-Moment“ aus seinen Büchern, sondern ein tiefes Erkennen des Herzens – die Gewissheit, dass Gott jeden seiner Schritte bereits kannte.

„Du … du warst ... du warst die ganze Zeit da?“, fragte der Mensch fassungslos.

Immer“, sagte Gott ruhig. „Ich war doch niemals weg. Du warst nur zu laut, zu beschäftigt, … Du hast mich in den Sternen gesucht, aber ich bin der Boden unter deinen Füßen.“


Die Magie des Ankommens

Im Menschen erwachte eine wundervolle Stille. Dieses stille Wunder breitete sich aus wie sanfte Schneeflocken. Ein leises Aufatmen im Herzen. Der Mensch fühlte grenzenlosen Frieden. Nicht den lauten, spektakulären, Aufsehen erregenden, sondern den echten, den stillen – diesen Frieden, der da ist, sobald wir aufhören, ihm hinterherzujagen.

Er fühlte auch Freude.
Glückseligkeit.
Wärme.
Ein umfassendes Erfülltsein.

Ankommen ist ein Erkennen, kein Erreichen. Dieses tiefe, kostbare Wissen in uns: Das Göttliche findet uns, sobald wir aufhören, ihm davonzulaufen.

Nun musste sogar der Mensch lachen. Leise, erleichtert. All das Rennen. All die Mühe. All die Suche. All das angestrengte „Ich muss noch …“ und „Ich sollte doch …“.
Und am Ende war alles ganz einfach:

Wonach er suchte – Gott – war die ganze Zeit bei ihm, näher als sein eigener Atem.

Frieden, Glückseligkeit, Freude, Liebe, … all das Göttliche braucht niemals gesucht zu werden. Wir müssen uns nicht beweisen, um es zu erreichen. Es IST bereits da, in jedem von uns, immer schon. Es braucht nur Raum, und unsere Bereitschaft, still zu werden.

Das ist das ganze Wunder. Nicht mehr. Nicht weniger.

Und Gott?
Der streckte sich zufrieden aus, hatte sich in eine bequeme Position gebracht. „So“, sagte er lächelnd, „jetzt können wir Weihnachten beginnen.“

Weihnachten beginnt

Ja, lieber Freund,
wir dürfen aufatmen, uns zufrieden ausstrecken, und uns einfach finden lassen.
Endlich ankommen und wissen: JETZT ist Weihnachten.
Und vielleicht lassen wir es nie wieder enden.

Denn Weihnachten ist kein festes Datum, sondern unser Fest des LEBENS, das in jedem stillen, offenen Augenblick neu geboren wird.

Möge dich diese leuchtende Präsenz genau hier erreichen –
mit Frieden,
mit Freude
mit Wärme,
mit innerem Strahlen,
und mit der Gewissheit, die wie ein Wunder wirkt:
Du musst nichts tun.

Lass es geschehen. Lass dich finden.

Empfange alles, was schon längst auf dich wartet.


Frohe, wundersanfte Weihnachten,
und ein gesegnetes neues Jahr voller stiller Wunder, voller Lichtspuren, voller inniger, echter Begegnungen.
Von Herzen,
deine Sandra
 
 
PS: Die Inspiration zu dieser Betrachtung verdanke ich zwei wunderbaren Quellen: Hermann Hesses Gedanken zur Suche nach der Wahrheit und dem Bild vom „Himmelhund“, von Francis Thompson, in dem er die unermüdliche Liebe Gottes beschreibt, die uns nachgeht, bis wir bereit sind, in Seiner Gegenwart anzukommen.