Saarlooswolfhund Nanuk,
mein heutiger Gesprächspartner

~ lebe Jetzt ~

Heute teile ich eine spaßige Unterhaltung mit Nanuk, einer meiner Kunden. Nanuk spielt gerne und hat mich schon öfters geneckt (manchmal kommt er zum Gespräch, manchmal versteckt er sich und tut ganz geschäftig). Diesmal hat er Zeit und Lust auf ein Plauderstündchen, kommt freudig ums Eck, springt direkt auf mich zu und kurvt kurz vor mir links weg … Er grinst über das ganze Gesicht:

Heute habe ich Riesenbock mit dir zu plaudern! ( ( Nanuk sprüht vor Energie ) ) Im Moment ist es herrlich. Diese Zeit ist einfach nur genial. Es ist mächtig was los und Frauchen ist auch ganz oft zuhause. Wir haben so viel Zeit zum Spielen. Das Leben hier ist wunderbar.

Was?!? Du fragst mich ernsthaft, wie ich so fröhlich sein kann, nachdem ich es in meinem letzten Zuhause nicht so fein hatte?
( ( Nanuk ist sichtlich empört über meine Frage ) ) Ja, es stimmt, ich hatte es nicht immer leicht. Früher lebte ich mit recht vielen Tieren zusammen in der Wohnung und wir hatten nicht sehr viel Platz. Aber diese Zeit ist vorbei und ich möchte weder darüber nachdenken noch jammern. Wer weiß, vielleicht war das genau richtig für meine Entwicklung; vielleicht habe ich mir darum z. B. meine Jugendlichkeit erhalten. Damals spielte ich viel mit den jungen Hunden.

Jetzt aber lebe ich im Jetzt …
Ich weiß nicht, was ihr Menschen immer mit der Zeit habt, die vorüber ist. Die Vergangenheit ist vergangen. Die Vergangenheit hat uns zu dem gemacht, wer/was wir sind, wir haben aus der Vergangenheit gelernt und jetzt ist jetzt und jetzt lernen wir auch, wir wachsen weiter und vor allem leben wir – jetzt. 


Wenn ich an das Vergangene denke, könnte ich manchmal heulen …
Wieso sollte ich dann daran denken. Das bringt mir nichts. Bringt es euch etwas? 


Mein Motto: Lebe jetzt!


Jetzt spiele ich, jetzt fresse ich, jetzt gehe ich spazieren, jetzt tut es mir weh, jetzt mach ich Pipi, jetzt schlafe ich, jetzt … Alles JETZT! Alles andere
( ( er meint unsere Gedanken über Vergangenes und/oder Zukünftiges ) ) ist Verschwendung der Zeit.

Und nochmals: Jetzt geht es mir hervorragend. Ich lebe in einem tollen Rudel, darf sein wie ich bin und werde geliebt. Wieso soll ich an gestern denken, wieso soll ich mich über morgen sorgen? Das macht für mich keinen Sinn …

Nanuk wird ganz still, sitzt aufrecht vor mir und sieht mich fragend an – so „erwachsen” habe ich ihn noch nie wahrgenommen. Ich denke nach und muss ihm zustimmen: „Ja, Nanuk, du hast Recht. Auch ich durfte das Glück im Jetzt schon erleben und alle unsere großen Denker und Meister predigen ein Leben im Hier und Jetzt.”

Wahrscheinlich haben Sie auch schon vom Leben im Hier und Jetzt gehört, bestimmt auch schon selbst erlebt. Eigentlich haben wir alle die Erfahrung, dass unser Grübeln – egal ob über die Zukunft oder die Vergangenheit – uns nicht weiterbringt bzw. noch schlimmer: dass es uns sogar von der Zufriedenheit unseres Lebens entfernt.

Obwohl auch ich es besser wissen müsste und nun gerade nochmals von Nanuk gehört habe, verstoße ich noch während des Schreibens dieser Liebes-Botschaft gegen das „Grübel-Verbot”: Ich werde nämlich etwas unsanft aus dem Gespräch heraus gerissen, obwohl ich zuvor angekündigt habe, dass ich eine Zeit lang meine Ruhe brauche. Nach dieser Störung brauche ich recht lange, um wieder ins Gespräch zu finden – weil ich mich nämlich ärgere und grüble; ich denke über die Vergangenheit nach („warum ist das nun passiert?”, „ich habe doch extra gesagt, dass …”, „wie kann man nur …”) und suche jetzt schon Lösungen für die Zukunft („beim nächsten Mal sollte ich wohl besser …”, „oder … ”). Dadurch ist meine „telepathische Telefonleitung” blockiert.

Und indem ich das nun schreibe, erkenne ich das Geschenk in diesem Zwischenfall: Ich habe einen anschaulichen Erfahrungsbericht für Nanuks Lehre. Wäre ich im Jetzt geblieben, hätte ich weder über Vergangenheit noch über Zukunft nachgedacht; vielleicht hätte ich ein kurzes Gefühl von Ärger verspürt, aber die Verbindung mit Nanuk wäre aufrecht geblieben. Im Nachhinein merke ich nun aber, dass diese Situation in diesem Moment genau richtig war, weil ich nun eine wichtige Lektion hautnah erleben durfte (im Jetzt leben / klarer abgrenzen) und weil ich darüber schreiben kann. 

Also, machen wir uns keine Sorgen über die Zukunft (sie kommt auch ohne Grübeln), jammern wir nicht über die Vergangenheit (wer weiß, welches Geschenk sie bedeutet), leben wir im Jetzt – mit all unseren Sinnen. Das ist Leben im HerzAugenBlick.


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