eine schwarze Wegameise,
meine heutige Gesprächspartnerin

~ Werte ~

Letzte Woche stand ganz im Feuer der Leidenschaft und mit dieser Energie lade ich dich herzlichst in unsere Facebook-Gruppe HerzAugenBlick ein. Hier animieren wir uns gegenseitig und teilen unsere Erfahrungen mit den Weisheiten aus der Tierwelt und weiteren unterstützenden Lebensphilosophien. Wir freuen uns auf dich!

In der heutigen Botschaft geht es um Werte. Ich möchte dich animieren, dich mit deinen Werten auseinander zu setzen, weil das mehr Ordnung in dein Leben bringt; es wird dir klarer, warum du so bist wie du bist und du kannst dein Leben mithilfe deiner Werte bewusster gestalten. Anfang Juni stand dieses Thema schon mal im Raum, als ich mit Frieda, der wissbegierigen Kuh, gesprochen habe und sie uns ihre Kuh-Logiken erklärte. Nachdem Frieda neugierig ist und alles kennen lernen möchte, ist ihre Logik (Kuh-Logik Nummer 1), die Angst nicht aufkommen zu lassen, weil sie der neuen Erfahrung im Wege steht und nicht zu Friedas Lebensstil passt (Werte „Neues kennen lernen“ bzw. „persönliches Wachstum“ vor „Sicherheit“).
Daraufhin schrieb mir ein Leser, dass er die Kuh-Logik Nummer 1 früher auch angewendet habe, dass diese jetzt aber nicht mehr in sein Konzept passe, weil er älter und damit vorsichtiger geworden sei.

Vielen Dank für dieses Feedback! Das ist eine gute Überlegung, aufgrund derer die persönlichen Werte angepasst wurden; das ist bestens. Frieda und auch alle anderen Gesprächspartner wollen uns mit ihren Botschaften nichts „verkaufen“, weder Meinung noch Lebensstil noch sonst irgendwas aufdrängen. Sie teilen lediglich ihre Sicht- und Lebensweise mit uns, mit der sie sich glücklich fühlen. Im Anschluss an diese Botschaft animiere ich dich (und mich selbst), diese neue Sichtweise/Einstellung mal eine Woche auszuprobieren, zumindest eine Woche lang „in den Mokassins des anderen gehen“. Dies erweitert unseren Horizont, lässt uns über unsere Annahmen und unsere Werte nachdenken, macht das Leben bunter und fördert unser Wachstum.

Diese wöchentlichen Experimente kosten mich persönlich manchmal ziemlich Mut, aber wenn ich am Abend mit meinem HAB-Journal reflektiere, spüre ich klar die positiven Auswirkungen in meinem Leben – egal, ob ich mir die neue Sichtweise aneignen möchte oder ob ich herausfinde, dass es nichts für mich ist.

Ich suche heute also bewusst nach einem Interview-Partner zum Thema Werte und wundere mich sehr, dass sich mir eine Ameise zeigt. Beschämenderweise hatte ich die Meinung, dass eine Ameise nicht gerade viel Meinung, geschweige denn Werte habe. Sie ist doch eine Arbeiterin und keine Philosophin. Hier ihre Botschaft:

Ich habe kaum Zeit, ich muss weiter, bin eigentlich am Sprung …
… aber wenn es wichtig ist …
( ( sie macht eine kurze Pause ) )
Meine Meinung zu Werten? Über das was mir wichtig ist im Leben, was mein Leben bestimmt?

Ich glaube es gibt nur einen Wert: Loyalität – ich lebe für meine Königin und das macht mein Leben so wunderschön.

Ach, da gibt es noch einen zweiten Wert – Zugehörigkeit/Zusammengehörigkeit – aber diese ergeben sich eigentlich wieder aus dem ersten Wert, weil wir alle gemeinsam für unsere Königin leben. Das macht uns zu einer sehr starken Einheit. Ich bin Teil des Ganzen; wir gehören alle zusammen; wir sind eins; wir haben alle die gleichen Werte und ich liebe meine Kolleginnen wie mich selbst und wir lieben unsere Königin.

Noch ein wichtiger Wert für mich ist die Arbeit, etwas tun, tätig sein – aber auch das für meine Königin. Ich bin meiner Königin dankbar, dass ich für sie arbeiten darf. Ich würde für sie bis zum Umfallen arbeiten und auch kämpfen. Sie gibt meinem Leben Sinn.

Ja, mein Leben hat Wert, einen großen Wert: ich lebe für meine Königin; ich bin für sie geboren, lebe für sie und werde einmal für sie sterben. Das macht mein Leben wertvoll und wunderbar. Mehr brauche ich nicht.

Sie will auch nach meinen Werten fragen, aber da kommt schon eine Kollegin vorbei und erinnert sie an die Arbeit. Ich übermittle ihr schnell noch, dass es bei uns Menschen etwas komplizierter sei und dass wir viele verschiedene Werte haben. Und schon ist sie wieder im Dienste ihrer Königin unterwegs, die fleißige und auch höfliche Ameise. Sie hat sich doch viel Zeit für meine Werte-Frage genommen.

Ob es normal ist, dass Ameisen sich Gedanken über ihre Werte machen? Wer weiß … Vielleicht schon, vielleicht auch nicht; sie werden z.B. als Arbeiterin geboren und denken nur selten über das eigene Leben nach. Sie urteilen auch nicht, ob die Königin nun eine gute oder schlechte Königin ist, ob sie es wert ist, für sie zu leben und zu sterben. Unsere Ameise aus der Botschaft hat nur einen Wert: „Loyalität“ und aus diesem kommen „Zugehörigkeit/Zusammengehörigkeit“ und „Arbeit“ … Nicht mehr und nicht weniger. Wie leicht, wie unkompliziert, ja, vielleicht auch unfrei, aber Freiheit gehört nicht zu ihren Werten, somit fehlt es ihr nicht.

Ich liebe dieses Interview mit der Ameise. Es ist klar, strukturiert und ich fühle mich sehr wohl. Ich habe das Gefühl, dass ich Ameisen bisher unterschätzt habe und dass ich gerade mit einem sehr wohl bewussten und glücklichen, zufriedenen Wesen gesprochen habe.

Vielleicht sollten wir weniger in Schubladen denken, weniger urteilen, was gut und was schlecht ist und schon gar nicht über das Leben anderer Menschen. Möglicherweise geht es auch den Menschen gut, die nicht so frei sind und im Dienste ihres Königs leben!

Lieber Leser, wenn du jetzt schon so zufrieden bist, wie die kleine Ameise, dann hinterfrage nicht und lebe glücklich weiter wie bisher. Du machst alles richtig! Wenn du dich aber manchmal fragst, warum du dich so verhältst, so fühlst, so denkst und redest … dann hilft es, wenn du dich bewusst mit deinen Werten auseinandersetzt. (Schreib sie gerne auch in unsere Facebook-Gruppe!)

Auf dieser Reise zu dir selbst wünsche ich dir viele erkenntnisreiche HerzAugenBlicke ~ viel Freude am Entdecken und am Spiel!

PS: Passend zu meinem Wunsch und zum Feedback zur Kuh-Logik und dem älter Werden, möchte ich noch dieses Zitat von George Bernard Shaw teilen: “ Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir älter werden. Wir werden älter, weil wir aufhören zu spielen.” Ein Aufruf an alle, wieder mehr zu spielen ~ wir dürfen das und wir können das!


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