Diese dunklere Jahreszeit lädt uns ein, innezuhalten. Sie wirkt wie ein stiller Übergang, der uns wieder näher an das bringt, was in uns beständig bleibt.
Das inspiriert mich zu schreiben: über diese ruhige, tragende Stille, die wir in uns finden können – selbst dann, wenn es um uns herum laut wird, stürmisch, unsicher.
Seit einigen Jahren vereinen sich meine Arbeit als Tierkommunikatorin und die Lehre aus Ein Kurs in Wundern in meinem Alltag – ganz natürlich, wie zwei Flüsse, die dasselbe Ziel haben, denselben Ozean erreichen.
Doch manchmal, in turbulenten Zeiten, meldet sich dann doch zwischendurch mein Kopf: „Das passt doch nicht zusammen. Das geht doch eigentlich nicht.“ Da ist das Ego wach; es möchte alles logisch erklären, alles voneinander trennen. Es denkt in Entweder-oder, zieht mich in seine Strömung, reißt hin und her.
Aber im Herzen fühlt sich dieser gemeinsame Weg total stimmig an, selbstverständlich, sanft und wahr. Hier höre ich ein leises, aber unerschütterliches „Doch. Genau so gehört es hier und jetzt zusammen.“ . Und dieser alles vereinenden Stimme vertraue ich!
Vielleicht kennst du dieses Gefühl:
Der Verstand zögert, hat tausende Einwände, tobt wild, und etwas Tieferes in dir weiß sofort und gewiss, wie der Weg weiter führt – still, sicher und getragen.
Gib dem lauten Verstand nicht zu viel Raum, folge dem inneren Wissen.
Und genau dieses Zusammenspiel aus tosenden Gedanken (wie Zweifel, Ärger, Überforderung) und der sanften Stimme des Herzens (dem ruhigen inneren Vertrauen) erinnert mich an ein Bild, das mir im Film „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ von Dan Millman begegnet ist. (Ein zutiefst inspirierender Film, voller Weisheit und innerer Orientierung. Wenn du solche Geschichten liebst, wird er dich berühren – ich habe ihn oben im Titel verlinkt.)
Die Fluss-Parabel
Es gibt diese schöne buddhistische Weisheitsgeschichte, die so klar zeigt, was wirklicher innerer Halt bedeutet – und wie wir ihn finden:
Ein Schüler kam zu seinem Meister und sagte:
„Meister, ich möchte Frieden finden, aber in meinem Leben ist so viel Unruhe. Es ist, als würde ich in einem turbulenten Fluss stehen, dessen Strömung mich hin- und herreißt. Ich verliere ständig den Boden unter den Füßen.“
Der Meister führte ihn an einen Fluss und bat ihn, in die Mitte zu treten.
Der Strom riss an seinen Beinen, das Wasser war kalt und wild.
„Siehst du?“, rief der Schüler. „So fühlt es sich an in mir!“
Der Meister lächelte nur, ging einige Schritte flussaufwärts und stellte sich in flaches, ruhiges Wasser.
„Komm her“, sagte er.
Der Schüler zögerte, doch er folgte. Das Wasser war dort warm und sanft.
„Der Fluss ist derselbe“, sagte der Meister. „Nur dein Standpunkt ist ein anderer. Wenn du Frieden suchst, musst du lernen, dein Inneres dorthin zu führen, wo das Wasser ruhig ist – selbst wenn der Fluss tobt.“
~ * ~
Wir dürfen erkennen: Frieden ist kein Geschenk der äußeren Umstände, Frieden ist unser innerer Standort. Ein Standort, den wir immer wieder bewusst wählen können.
Ein Kurs in Wundern – die Unverletzbarkeit in uns
Was der Meister dort zeigt, beschreibt der Kurs mit einer tiefen Klarheit:
„Nichts Wirkliches kann bedroht werden.“
Wir sind im Kern unverletzbar. Nicht, weil uns nichts berührt, sondern weil unser inneres Licht von nichts im Außen ausgelöscht werden kann.
Tiere spiegeln diese Wahrheit so feinfühlig, auf ihre ganz eigene Weise.
Ihr Blick sagt: „Ich sehe dich. Nicht deine Probleme, nicht deine Geschichte. Dich – vollständig.“
Und das funktioniert nicht nur mit Tieren …
Ein Mensch, der uns ehrlich anschaut.
Ein warmes Wort zur rechten Zeit.
Ein Lächeln in einem schweren Moment.
Eine friedvolle Begegnung, die uns sanft durchatmen lässt.
Solche Augenblicke zeigen uns den warmen, sanften Bereich im Fluss, den jeder in sich trägt.
Psychologie & EKIW – zwei Sprachen, dieselbe Wahrheit
Die Bindungsforschung bestätigt, was diese Parabel lehrt:
Unser Nervensystem findet Ruhe in echter, wertfreier Nähe.
In der Psychologie nennen wir es Co-Regulation,
im Kurs heißt es „den Bruder erkennen“.
Gemeint ist dasselbe:
Wir finden Halt, wenn wir gesehen werden – auch von uns selbst.
Wenn Tiere uns zurück ins ruhige Wasser führen
In der Tierkommunikation erlebe ich diese Verbindung täglich.
Viele Botschaften der Tiere tragen so viel Liebe und Weisheit in sich. Sie berühren tief. Sie führen uns:
vom turbulenten Wasser ins ruhige,
von Enge zu Weite,
von der Angst ins Vertrauen,
vom Gefühl des Getrenntseins zurück in die Verbundenheit.
Und das dient allen.
Immer wieder zeigt sich:
Geben und Empfangen sind dasselbe – wie es der Kurs so wundervoll erinnert.
Wenn wir Frieden schenken, entsteht Frieden in uns.
Wenn wir Licht weitergeben, wird es in uns heller.
Und wenn wir dienen, ist es immer auch ein Dienst an uns selbst.
Ein Kreislauf, der uns wieder an unser eigenes Licht erinnert.
HAB-Übungen
Diese Übungen sind einfach, sanft und liebevoll in den Alltag integrierbar. Sie laden dich ein, innerlich dorthin zurückzukehren, wo es stiller, wärmer und weiter wird – zu dem Ort in dir, an dem Frieden nicht gemacht wird, sondern schon auf dich wartet.
🩵 1. Drei Atemzüge ins ruhige Wasser
Atme ein: „Ich bin hier.“
Atme aus: „Ich bin sicher.“
Schon drei bewusste Atemzüge verändern deinen inneren Standort.
👐 2. Die Frage, die öffnet
„Wie würde ich diese Situation sehen, wenn ich mit Liebe statt mit Ärger (oder Angst / Scham / Zweifel / Verurteilung) schauen würde?“
Du musst keine Antwort finden.
Die Frage selbst ist der Wendepunkt.
💞 3. Ein Moment der Verbundenheit
Verbinde dich in Gedanken mit einem Wesen, das dich beruhigt – ein Tier, ein Mensch, ein Engel, dein innerer Lehrer.
Sieh, wie ihr gemeinsam im ruhigen Wasser steht.
Spüre, wie dein Herz weich wird.
~ * ~
Vielleicht ist diese Zeit genau die Zeit, die uns sanft zurück zu uns selbst führt.
Zu dem inneren Ort, der nicht schwankt.
Zu der Liebe, die uns immer hält (auch wenn wir sie zwischendurch mal vergessen).
Zum Frieden, der in uns leuchtet, unabhängig davon, wie das Außen sich zeigt.
Und vielleicht erinnerst du dich gerade jetzt daran,
dass du in Wahrheit unverletzbar bist,
unverletzbar und unschuldig,
dass du weicher werden darfst,
dir selbst näherkommen darfst.
Du kannst jederzeit zurückfinden zu deinem ruhigen Wasser.
Während die Tage nun dunkler werden, kann das Licht in dir noch deutlicher sichtbar sein.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du entdeckst, wie weit dein Herz wirklich ist – und wie klar dein inneres Strahlen den Weg beleuchtet.
Es liegt in dir. Und es ist bereit, zu leuchten 🌟


