ein junger Igel,
mein heutiger Gesprächspartner

~ Einigeln ~

Heute erzählt uns Gesprächspartner Igel von seiner Methode, sich vom Alltag zurück zu ziehen. Diesmal wird es nicht philosophisch (wie letzte Woche bei der Möwe), sondern recht praktisch: es geht darum, sich vor Gefahren zu schützen.

Meine Technik heißt „stachelige Schale demonstrieren“ … ( ( dafür rollt er sich schnell zusammen, piekst mich, rollt sich wieder aus und zeigt mir sein hübsches, weiches Gesicht ) )


… denn wir Igel haben einen unglaublich weichen Kern, den wir bei Gefahr schützen müssen. Nach außen sehen wir robust aus, aber in Wirklichkeit sind wir zart und weich und verletzbar.

Darum haben wir auch unser imposantes Stachelkleid bekommen, das für unerwünschte Eindringlinge sehr schmerzhaft werden kann; unsere Stacheln können wir ganz spitz aufstellen. Wir sind nämlich harte Jungs. Also, besser nicht näher kommen, sonst piekst’s … normalerweise.  

Eigentlich kuschle und liebkose ich sehr gerne. Dafür muss ich aber offen sein. Diese Seite zeige ich dann, wenn ich mich wohl und sicher fühle. Zudem möchte ich ja auch immer mal wieder aus meinem Stachelkleid hervor kommen, sonst läuft das Leben an mir vorbei. Zusammengerollt bekomme ich nämlich nichts mit, kann nicht essen, nicht trinken. Dann bin ich wie „nicht mehr auf dieser Welt“, irgendwie wie im Koma. Und dann kann ich mich einfach selbst zum Leben erwecken: meine Nase in die Welt strecken und ausrollen.

Ich habe von meiner Familie gelernt, dass ich geschützt bin, wenn ich mich einrolle. Dann kann mir niemand weh tun, ich kann mich nicht verletzen, es geschieht mir kein Leid – aaaber, es kann auch keine Freude geschehen! Ich bin ja irgendwie nicht mehr ganz auf der Welt ...

Dieser stachelige Schutz ist manchmal sehr wichtig, aber sobald die Gefahr weg ist, rolle ich mich schnell-schnell wieder auf und wende mich dem Leben zu

Vor allem jetzt im Herbst gibt es so viel zu entdecken. Wenn ich durch die Blätter wusel, finde ich immer wieder was Feines zum Essen … und es riecht so herrlich …

PS: Auf der HerzAugenBlick-Seite bei Facebook habe ich zu diesem Beitrag ein Video veröffentlicht: die Einigeln- und wieder Öffnen-Methode. Diese körperorientierte Technik habe ich regelmäßig mit traumatisierten Menschen geübt – im sicheren Rahmen der Therapie (sehr hilfreich und wirksam). Bitte lies vorher auch den Text zum Video, bezüglich der genauen Ausführung und einer passenden Musik. Viel Freude beim Erforschen!


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