Heute erzählt uns die Höllenotter, die tiefschwarze Kreuzotter, aus ihrem Alltag – großartig, um geschmeidiger durch unser Leben zu gleiten

Oh, ich lebe schon eine ganze Weile hier auf der Erde und habe viel erlebt und gelernt. Mein Leben ist eng verbunden mit dem Boden, auf dem ich mich bewege, und mit den Zyklen der Natur. Durch meine Art, mich zu bewegen, habe ich eine besondere Verbindung zu den Kräften der Erde. Mein Schlängeln ist nicht nur eine Fortbewegungsart – es ist ein Tanz mit dem Leben selbst.
 
Wenn ich mich schlängle, nutze ich meinen ganzen Körper, um mich vorwärtszubewegen, das geschieht ganz still und leise, ohne aufzufallen. Jeder Teil meines Körpers ist in Harmonie mit dem anderen. Damit komme ich selbst in schwierigstem Gelände voran. Ich bin flexibel, anpassungsfähig und finde immer einen Weg, auch durch den engsten Spalt.
 
Aber ich kann auch still halten und mich nicht bewegen – warten, bis der richtige Moment zu mir kommt. So wie jetzt, an diesem Platz am Waldrand. Hier finde ich nämlich das leckerste Essen. Also warte ich meistens genau hier auf meine Beute und … Geduld bringt Mäuse
… ( ( Herr Kreuzotter züngelt vorfreudig ) ) …
 
Wenn ich gestört werde, ziehe ich mich gleich zurück. Ich bin nicht aggressiv. Wenn ich keinen Ausweg mehr finde, verteidige ich mich, aber ich kämpfe überhaupt nicht gerne. Es gibt viel friedlichere Wege, sich durchs Leben zu schlängeln, ohne dass man sich ständig verteidigen muss. Ich versuche, das so gut wie möglich zu machen – einfach meinen Weg gehen und unnötigen Ärger vermeiden.
 
Ich bin sehr aufmerksam. Ich spüre die kleinsten Vibrationen im Boden, höre das Rascheln der Blätter und bemerke, wenn sich die Luft verändert. Das hilft mir, sicher zu bleiben und mich besser auf meine Umgebung einzustellen. Wie gesagt, wenn ich merke, dass Gefahr droht, mache ich mich lieber aus dem Staub.
 
Meine besondere Fähigkeit ist und bleibt das Schlägeln, immer schön im Zickzack, immer flexibel. Egal wie eng der Weg ist oder wie viele Hindernisse da sind, ich kann mich überall hindurchwinden.
 
Ist es nicht meistens besser, sich anzupassen, statt sich direkt durchzukämpfen?
… ( ( Herr Kreuzotter sieht mich nachdenklich an ) ) … Für mich auf jeden Fall ja. Dieses Schlängeln ist meine Art, mit dem Leben klarzukommen und ich bin glücklich damit. Nur weil ich nicht kämpfe, lasse ich mich nicht aufhalten. Ich finde immer einen Weg, selbst durch die schwierigsten Situationen zu gleiten.
 
Ich kann euch Menschen nur raten, euch auch mehr durchs Leben zu schlängeln! Seid flexibel, lasst euch nicht von Hindernissen stoppen, aber kämpft auch nicht. Kampf ist Energieverschwendung. Findet euren eigenen friedvollen Weg um das Hindernis herum und geht weiter. Der Weg wird nicht immer geradeaus gehen, aber oft sind die Kurven genau das, was euch weiterbringt. So, nehmt euch ein Beispiel an mir – bewegt euch geschmeidig, achtet auf eure Umgebung, passt euch gegebenenfalls an, und
… ( ( ich glaube Herrn Kreuzotter lächeln zu sehen ) ) … genießt die Reise!
Weiterlesen „~ bleib flexibel und geschmeidig ~“

Vergebung ist eines der mächtigsten Werkzeuge, das uns für den Frieden zur Verfügung steht. Vergebung ist die vollkommene Liebe – zu uns selbst und zu anderen. Vergebung bedeutet, dass wir bereit sind, die Vergangenheit loszulassen, mit all ihren Verletzungen und Enttäuschungen, um im Jetzt Frieden zu erfahren. Wenn wir vergeben, lassen wir die Schwere von Groll und Schmerz hinter uns und können wieder frei atmen und mit offenem Herzen leben.

Vergebung ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist eine Entscheidung, den inneren Frieden über die alten Geschichten zu stellen, die uns verletzen. Es bedeutet, dass wir nicht mehr zulassen, dass die Vergangenheit uns in ihren Fesseln hält. Indem wir vergeben, befreien wir uns und schenken uns selbst die Möglichkeit, neu anzufangen – in jedem Moment.

Ich schreibe heute über Vergebung, weil ich gerade in liebevoller Tierkommunikation mit einer Hündin bin, die mich tief bewegt. Ihre neue Halterin erzählte mir, dass die Hündin in ihrer Vergangenheit einiges durchmachen musste. An früheren Plätzen wurde nicht richtig auf sie eingegangen, niemand kümmerte sich wirklich um sie, vieles lief schief … Und was mich so berührt, ist, dass all das für die Hündin selbst kein Thema ist. Sie hat längst vergeben. Sie trägt keinen Schmerz, keinen Groll, keine alten Wunden in ihrem Herzen. Sie ist frei.

Diese Hündin lebt im Hier und Jetzt. Sie spürt und genießt immer mehr die liebevolle Zuwendung, die sie in ihrem neuen Zuhause erfährt, und richtet ihren Fokus auf genau das – die gegenwärtige heilsame Liebe ihrer jetzigen Familie. Für sie zählt nicht, was gestern war, sondern was heute ist: der Moment, in dem sie sicher und geborgen ist, in dem sie Liebe und Fürsorge bekommt.

Diese Botschaft erhalte ich immer wieder in der Tierkommunikation, vor allem von Tierschutzhunden: Unabhängig davon, was in der Vergangenheit geschehen ist – alle Tiere sind vollkommen im Jetzt verankert, frei von der Last der Vergangenheit. Sie tragen keinen „Rucksack“ voll altem Ärger und Enttäuschungen mit sich. Diese Schwere kennen sie nicht. Sie zeigen uns, was wahre Vergebung wirklich bedeutet. Tiere erinnern uns, dass wir loslassen sollen, dass das Leben nicht in der Vergangenheit stattfindet, sondern immer nur im Jetzt.

Für uns Menschen kann Vergebung oft eine Herausforderung sein. Wir neigen dazu, unseren symbolischen „Rucksack“ zu packen – gefüllt mit den schmerzhaften Erlebnissen und Erinnerungen der Vergangenheit. Und manchmal tragen wir diesen Rucksack sogar mit einer Art Stolz. Er wird zum Beweis dafür, was wir nicht alles durchgemacht haben, wie sehr wir gelitten haben, was für arme Opfer wir sind … Wir halten an der Vergangenheit fest, weil wir denken, dass uns dieser Schmerz schützt oder dass wir Wiedergutmachung verdienen, bevor wir loslassen können. Doch was wir oft nicht erkennen: Dieser Schmerz belastet nur uns selbst und hält uns davon ab, in Frieden zu leben.

Die Hündin erinnert mich daran, dass Vergebung nichts mit dem Verhalten anderer zu tun hat. Es ist nicht wichtig, ob wir eine Entschuldigung bekommen oder ob sich jemand anders verändert. Vergebung ist ein Geschenk, das wir uns selbst machen – eine Entscheidung, die Last der Vergangenheit, unseren „Rucksack“, abzulegen und in die Freiheit des Friedens zu treten.

Tiere zeigen uns, dass das Leben immer im Jetzt stattfindet, und dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, diesen Frieden im Jetzt zu wählen.

Vielleicht ist dies auch für dich ein Moment, innezuhalten und zu fragen: Trage ich den Rucksack meiner Vergangenheit noch auf meinen Schultern? Gibt es jemanden oder etwas, dem ich jetzt vergeben könnte? Vielleicht sogar mir selbst? Die Liebe, die du jetzt in deinem Leben spüren kannst, ist viel größer als jede alte Verletzung. Vergebung öffnet das Tor zu dieser Liebe.

Tiere, wie diese wunderbare Hündin, lehren uns die Weisheit des Loslassens. Sie tragen keinen Groll, sie verharren nicht in alten Geschichten. Sie leben in der Liebe des Augenblicks. Sieh ihnen mit deinem Herzen tief in die Augen, in ihr Herz. Lass dich von ihnen inspirieren. Du kannst in jedem Moment die Entscheidung treffen, loszulassen, zu vergeben und den Frieden zu wählen.

Das bedeutet nicht, dass wir uns bemühen müssen, die Vergangenheit zu verdrängen, sondern dass wir erkennen, dass sie keine Macht mehr über uns hat. Wahre Vergebung lässt die Vergangenheit vollständig los, weil wir verstehen, dass nur die Liebe real ist. Wir können unseren „Rucksack“ einfach ablegen und weitergehen. Was uns damals verletzt hat, verliert seine Bedeutung, und wir sind im Frieden des Jetzt, des gegenwärtigen Augenblicks.

~ * ~

Vergebungs-Übung:
Wenn du jetzt noch eine Verletzung in deinem Herzen spürst oder an etwas Altem festhältst, nimm einen tiefen Atemzug. Atme ein und ziehe deine Schultern nach vorne hoch, und beim Ausatmen rolle die Schultern nach hinten unten, lass deinen „Rucksack“ los, lass all den Schmerz, den Groll und die Angst los. Entscheide dich für den Frieden, der in diesem Moment auf dich wartet. Vergebung darf leicht sein und sie ist der Weg zu innerer Freiheit.

Vielleicht kannst du heute diesen Schritt in Richtung Vergebung machen – für jemanden, der dich verletzt hat, oder für dich selbst. Tiere machen uns vor, wie Vergebung geht. Sie lehren uns, in Liebe zu leben und uns nicht von der Vergangenheit gefangen halten zu lassen. Und genau das kannst du auch!

Sei sanft mit dir, sei liebevoll – und wähle den Frieden.


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Ein junger Kater wartet auf uns fürs Interview. Sein Ausdruck verrät bereits so einiges – lauschen wir seiner Inspiration …

Schau nur. Da drüben. Siehst du? Da, am Rande des Gebüschs. Da bewegt sich was. So nah und doch so fern … Aber ich bin bereit. Jede Faser meines Körpers ist bereit – bereit zum Sprung. Meine Muskeln zittern; kaum merklich, ein feines Zittern – ein Zittern der Vorfreude, dem Wissen, dass ich in diesem Moment völlig eins mit allem um mich herum bin. Die Beute weiß noch nicht, dass ich da bin. Aber ich weiß es … ( ( Herr Kater leckt sich in Gedanken sein Mäulchen ) ) …

In diesen Momenten ist es, als würde sich die Welt in Zeitlupe bewegen. Als Katze spüre ich das Gras unter meinen Pfoten, ich spüre irgendwie einen Boden, der mich trägt und gleichzeitig ist da keine Grenze mehr, zwischen Boden und meinen Pfoten. Ich trage eine Leichtigkeit in mir, eine Leichtigkeit, die mich meinen Körper nicht mehr fühlen lässt. Ich weiß nicht mal mehr, ob ich noch atme. Nichts um mich scheint von mir berührt. So fühlt es sich jedes Mal an, wenn ich kurz vor dem Sprung stehe.

Es ist so viel mehr als nur körperliche Anspannung. Es ist ein perfektes Gleichgewicht zwischen Vorbereitung und Loslassen. Nicht die Art von Loslassen, bei der man die Kontrolle verliert – ganz und gar nicht; das wäre nicht meine Art. 

Mein Loslassen vor dem Sprung ist ein tiefes Vertrauen, dass alles, was passiert, genau so sein soll, wie es eben ist, wie es passiert. Klingt vielleicht seltsam, aber das Leben, mein Leben, hat mich gelehrt, dass man das Beutefangen nicht erzwingen kann. Loslassen, um ans Ziel zu kommen

Jetzt lauere ich also hier. Ich habe meine Beute fixiert. Es könnte eine Maus sein oder ein kleiner Vogel vielleicht – das spielt keine Rolle. Es geht nicht nur ums Fangen, es geht um den Reiz des Spiels, und die Spannung vor der Entspannung – dieser kurze Moment, in dem alles glasklar ist.

Ich bin Stille und Kraft in einem. Ich weiß nicht, ob ihr Menschen das versteht, wie viel Kraft in der Stille liegt. Ich sehe euch meist in Bewegung, so oft in Eile. Vielleicht beobachtet ihr mich beim Jagen, und denkt: „Wow, diese Katze, wie stark, wie schnell ..." Aber die Geschwindigkeit, die Stärke – das ist nur die Oberfläche. Das wahre Geheimnis ist die Geduld, das Vertrauen in den Moment.

Meine Menschen planen und kontrollieren alles, bis zum Schluss. Sie meinen, dass es so sein muss, wie sie glauben, dass es sein sollte … Das ist für mich nicht Kontrolle. Meine Kontrolle ist zu wissen, wann ich loslassen muss. Also, wenn ich springe, dann weiß ich, dass ich alles getan habe, um bereit zu sein, und … lasse los – genau im Moment des Sprungs. Ich vertraue darauf, dass mein Körper tut, was zu tun ist.

Und falls mir die Beute entwischt, dann ist das eben so. Nichts gefangen, nichts verloren, den Augenblick gewonnen – vollkommen präsent. Das ist es, was zählt.

Wie gesagt beobachte ich die Menschen, wie sehr sie versuchen, alles unter Kontrolle zu haben – ihre Arbeit, ihre Beziehungen, sogar die Gedanken 
… ( ( Herr Kater schmunzelt bei dieser Erinnerung an uns Menschen ) ) … Ich sage euch, in manchen Momenten ist es einfach besser, loszulassen – den Sprung zu wagen, ohne Garantie, dass alles so ausgeht, wie ihr es euch wünscht. Und in diesem Moment werdet ihr spüren, was es bedeutet, wirklich lebendig zu sein.

Erinnert euch an meine Botschaft, wenn mal wieder alles auf dem Spiel zu stehen scheint – und ich weiß, ihr habt solche Momente. Denkt an uns Katzen, wie wir ruhig und konzentriert bleiben, auch wenn die Welt um uns herum hektisch ist, auch wenn es um viel zu gehen scheint. Seht mein Foto vor euch, denkt daran, wie ich gleich den Sprung wage und loslasse, ohne Angst, sondern mit einem Vertrauen, das tiefer geht als alles, was ich kontrollieren könnte.

Es gibt diesen Moment vor dem Sprung, einen Moment, in dem alles still ist, in dem ihr mit allem eins seid, grenzenlos – wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde. In diesem Moment könnt ihr spüren, dass ihr Teil von etwas Größerem seid. Dass es nicht nur darum geht, zu gewinnen oder zu verlieren, sondern darum, zu erleben, zu leben, wirklich DA zu sein.

Also, wenn ihr das nächste Mal kurz davor seid, etwas zu tun, was euch nervös macht oder wo ihr das Gefühl habt, alles könnte schiefgehen: tief durchatmen … Spürt den Boden unter euren Füßen, verschmelzt gleichzeitig mit ihm, fühlt die Energie, die in euch pulsiert, und vertraut darauf, dass ihr im richtigen Moment das Richtige tun werdet. Vielleicht werdet ihr die Beute fangen, vielleicht nicht. Aber in jedem Fall werdet ihr eine Lektion gelernt haben, die viel wertvoller ist: Ihr seid nicht hier, um ständig zu planen und kontrollieren – ihr seid hier, um zu leben.

Bereit für den Sprung?
Weiterlesen „~ Sprung ins Leben ~“

Manchmal zeigt uns eine einfache Geschichte mehr, als Worte erklären können. Hier ist die Fabel über einen Tempel und seine hündischen Besucher – für Momente des Innehaltens und Reflektierens darüber, wie wir die Welt sehen, und was für eine Welt wir dadurch erschaffen.


Die Geschichte vom Tempel der tausend Spiegel

In einem fernen Land gab es vor langer, langer Zeit einen Tempel mit tausend Spiegeln und eines Tages kam, wie es der Zufall so will, ein Hund des Weges. Der Hund bemerkte, dass das Tor zum Tempel der tausend Spiegel leicht geöffnet war, und vorsichtig und ängstlich öffnete er das Tor ganz und ging in den Tempel hinein.

Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie vermögen, und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich von tausend Hunden umgeben. Und der Hund begann zu knurren und er sah auf die vielen Spiegeln und überall sah er einen Hund, der ebenfalls knurrte. Und er begann die Zähne zu fletschen und im selben Augenblick begannen die tausend Hunde die Zähne zu fletschen und der Hund bekam es mit der Angst zu tun. So etwas hatte er noch nie erlebt und voller Panik lief er, so schnell er konnte, aus dem Tempel hinaus.

Dieses furchtbare Erlebnis hatte sich tief in das Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan hielt er es für erwiesen, dass ihm andere Hunde feindlich gesinnt sein mussten. Die Welt war für ihn ein bedrohlicher Ort und er ward von anderen Hunden gemieden und lebte verbittert bis ans Ende seiner Tage.

Die Zeit verging und wie es der Zufall so will, kam eines Tages ein anderer Hund des Weges. Der Hund bemerkte, dass das Tor zum Tempel der tausend Spiegel leicht geöffnet war und neugierig und erwartungsvoll öffnete er das Tor ganz und ging in den Tempel hinein.

Und Hunde wissen natürlich nicht, was Spiegel sind und was sie vermögen, und nachdem er den Tempel betreten hatte, glaubte er sich von tausend Hunden umgeben. Und der Hund begann zu lächeln und er sah auf die vielen Spiegeln und überall sah er einen Hund, der ebenfalls lächelte – so gut Hunde eben lächeln können. Und er begann vor Freude mit dem Schwanz zu wedeln und im selben Augenblick begannen die tausend Hunde mit ihrem Schwanz zu wedeln und der Hund wurde noch fröhlicher. So etwas hatte er noch nie erlebt und voller Freude blieb er, so lange er konnte, im Tempel und spielte mit den tausend Hunden.

Dieses schöne Erlebnis hatte sich tief in das Gedächtnis des Hundes vergraben. Fortan hielt er es für erwiesen, dass ihm andere Hunde freundlich gesinnt waren. Die Welt war für ihn ein freundlicher Ort und er ward von anderen Hunden gern gesehen und lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage.

~ * ~


Diese indische Fabel zeigt auf unterhaltsame Weise, wie tief unsere Wahrnehmung der Welt von unserer inneren Haltung geprägt ist. Der Tempel mit den tausend Spiegeln ist eine Metapher für die Welt um uns herum: Wie ein Spiegelbild reflektiert sie oft genau das, was wir in sie hineintragen. Unsere Gedanken, Überzeugungen und Gefühle projizieren sich nach außen und formen die Realität, die wir erleben.

Die beiden Hunde in der Geschichte zeigen auf eine leicht nachvollziehbare Art, wie unterschiedlich unser Erleben sein kann – selbst wenn die äußeren Umstände gleich sind. Der erste Hund begegnet der Welt mit Angst und Misstrauen. Als er die Spiegel sieht, fühlt er sich sofort umzingelt und bedroht, denn für ihn scheint die Welt voller Feinde zu sein. Sein eigenes Misstrauen wird durch das Knurren der „anderen Hunde“ bestätigt, die ihm jedoch nur sein eigenes Verhalten zurück spiegeln. So lebt er in einer Realität, die ihm feindselig erscheint, in der er sich immer bedroht und alleine fühlt.

Der zweite Hund betritt denselben Raum mit einer ganz anderen inneren Haltung. Neugierig und freundlich tritt er den Spiegelbildern gegenüber, und sofort lächeln ihm „tausend andere Hunde“ entgegen. Er spürt Freundschaft und Freude um sich, denn er selbst bringt diese Qualitäten in den Raum. Für ihn wird die Welt zu einem schönen Ort, voller freudiger Begegnungen und liebevoller Verbindungen.

In dieser Fabel könnten wir Menschen uns wiedererkennen … Die beiden Hunde zeigen zwei unterschiedliche Blickwinkel auf dieselbe Realität; sie zeigen auf, wie sehr unsere innere Haltung die Welt um uns prägt. Was auch immer wir tief in uns tragen – sei es Misstrauen oder Vertrauen, Angst oder Liebe – wird sich in unserer Umgebung widerspiegeln. Situationen und Menschen erscheinen uns dann oft so, wie wir innerlich fühlen.

Eine zentrale Einsicht dieser Geschichte ist, dass wir die Wahl haben, wie wir die Welt sehen. Diese Wahl, mit welchen „Augen“ wir auf Menschen und Ereignisse blicken, gehört zu den tiefsten Entscheidungen, die wir treffen können. Sie kann unser Leben grundlegend verändern, denn unsere innere Haltung wirkt sich unmittelbar darauf aus, wie wir die Welt erleben.

Die Geschichte lädt auch dazu ein, über unser eigenes Leben nachzudenken: Wie blicke ich auf die Welt? Was trage ich in mir? Wenn wir mehr Frieden und Freude in unserem Leben erfahren wollen, ist es wertvoll, diese Qualitäten zuerst in uns selbst zu entwickeln. Die Welt wird dann oft ein Spiegel unserer inneren Haltung, und mit jeder Veränderung in uns selbst wird sich auch das Bild unserer Umgebung wandeln.

Zuletzt erinnert uns die Fabel daran, dass jeder Mensch in seiner eigenen „Spiegelwelt“ lebt. Diese Einsicht hilft uns, anderen mit Empathie und Toleranz zu begegnen. Vielleicht begegnet uns jemand feindselig oder distanziert, weil er wie der erste Hund voller innerer Ängste und Vorurteile lebt. Mit dieser Erkenntnis können wir lernen, auf Reaktionen nicht sofort mit Gegenwehr zu reagieren, sondern uns daran zu erinnern, dass wir oft mehr miteinander gemeinsam haben, als es auf den ersten Blick scheint.

Letztlich zeigt die Fabel, dass die Welt um uns voller Freude und Verbundenheit sein kann, wenn wir selbst diese Qualitäten in uns tragen, sie erinnert uns daran, dass wir die Macht haben, unsere Wahrnehmung zu gestalten. Indem wir Vertrauen und Liebe ausstrahlen, können wir erleben, wie sich genau diese Qualitäten in unserer Welt vervielfältigen – genau wie das Lächeln des zweiten Hundes, das sich in tausendfacher Freundlichkeit widerspiegelt.


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Heute teilt ein Schwanenpaar ihren HerzAugenBlick mit uns, die wahre Bedeutung von Liebe, die tiefe Verbundenheit des Lebens und das Vertrauen, das sie durch alle Herausforderungen trägt:

Wir spüren, wie du mit uns bist, mitschwingst, wenn wir uns in dieser sanften Zuneigung ansehen. In unseren Augen siehst du nicht nur Liebe, sondern auch Frieden. Diese Ruhe, die du wahrnimmst, ist kein Zufall oder nur ein glücklicher Schnappschuss eines Schwanenpaares im Wasser – dieser Moment, den wir hier gemeinsam teilen, ist Ausdruck eines tiefen Vertrauens ineinander und ins Leben selbst.
 
Unsere Botschaft an dich ist einfach, und doch von einer Tiefe, die weit über eure Worte hinausgeht: Erkenne in dir selbst die gleiche Schönheit und den gleichen Frieden, den du in uns wahrnimmst. Was du in uns siehst, ist auch in dir – die Fähigkeit zur bedingungslosen Liebe, das Vertrauen in den Moment und die Weisheit, dass nichts erzwungen werden kann.
 
Wir lieben einander, doch unsere Liebe ist nicht das Halten und Festklammern, sondern ein reines Sein in diesem Moment. Wir schauen uns an, und in diesem Blick gibt es kein Bedürfnis nach Veränderung, keine Erwartungen, kein Verlangen, den anderen zu formen. Wir sind einfach hier, im Spiegelbild des anderen, in vollständiger Akzeptanz.
 
Wenn du dich selbst oder andere zu sehr in Formen presst, lass lieber los. Liebe kennt keine Form und keinen Zwang – sie fließt und ist immer da, wie die Luft zum Atmen oder das Wasser des Sees, in dem wir schwimmen.
 
Wenn du dich das nächste Mal unsicher oder getrennt fühlst, erinnere dich daran: In dir, in jedem Menschen, in jedem Lebewesen, in der gesamten Schöpfung, wohnt eine ewige Einheit und ein tiefes Verständnis. Diese innere Ruhe ist da, wenn du ihr Raum gibst.
 
Komm zur Ruhe. Vertraue darauf, dass alles, was du brauchst, bereits in dir ist, dass du weder jemanden noch etwas außerhalb von dir suchen musst, um komplett zu sein. Schau tief in dich selbst, und du wirst diese Einheit entdecken.
 
Und wenn du jemandem begegnest, der dich an diese Liebe erinnert – ein Freund, Familie, dein Partner, ein Kind oder auch ein Fremder – dann halte inne und sei einfach im Augenblick. Du brauchst nichts zu tun, um zu lieben. Schau einfach hin, so wie wir jetzt. Sei im Moment – und alles ist schön. Das ist die Schönheit des Augenblicks.
 
Die größte Liebe findest du im Jetzt, ohne Bedingungen, ohne Vorstellungen. Sie ist da, in der bloßen Präsenz des Augenblicks – dort, wo du jetzt auch bist.

Fühle.
 
Wir sind hier, und du bist hier, eins mit uns im Strom des Lebens.
Weiterlesen „~ Liebe ist. ~“

… wie selbst die Stärksten manchmal Hilfe brauchen und die Kleinsten oft Großes bewirken können …


Die Fabel: Der Löwe und die Maus

Ein mächtiger Löwe schlief friedlich unter einem Baum, als eine kleine Maus versehentlich über seinen Rücken lief. Der Löwe wachte auf und packte die Maus mit einer seiner kräftigen Pranken.

„Wie wagst du es, mich zu stören?“ grollte er.
Die Maus zitterte vor Angst, doch sie sammelte ihren Mut und flehte:
„Bitte, verschone mich! Wenn du mich gehen lässt, werde ich dir eines Tages helfen. Ich verspreche es!“

Der Löwe war amüsiert. Die Idee, dass eine winzige Maus ihm jemals helfen könnte, erschien ihm absurd. Doch ihre Tapferkeit berührte ihn, und mit einem großzügigen Lächeln ließ er sie frei.

Wenige Tage später geriet der Löwe in eine Falle. Jäger hatten ein Netz ausgelegt, das sich fest um ihn schloss. Er brüllte vor Wut und Angst, doch je mehr er sich bewegte, desto fester zogen sich die Stricke zusammen. Gerade als er die Hoffnung aufgeben wollte, hörte er ein leises Piepsen.

Es war die Maus!
Ohne zu zögern begann sie, die Stricke mit ihren scharfen Zähnen zu durchtrennen. Unermüdlich nagte sie ein großes Loch in das Netz, bis der Löwe sich befreien konnte.

„Ich hätte nie gedacht, dass du mir helfen könntest“, sagte der Löwe voller Dankbarkeit.
Die Maus lächelte: „Manchmal brauchen auch die Größten die Hilfe der Kleinsten.“

~ * ~


Diese Fabel wird dem griechischen Dichter Äsop zugeschrieben. Sie erinnert uns daran, dass niemand zu klein, zu schwach oder zu unbedeutend ist, um etwas zu bewirken. In einer Welt, die oft von Hierarchien, Stärke und Macht geprägt ist, zeigt sie, dass wahre Größe nicht in körperlicher Stärke liegt, sondern in Mut, Mitgefühl und der Bereitschaft, anderen zu helfen – selbst wenn sie vermeintlich (!) nichts zurückgeben können.

Der Löwe, der für Kraft, Macht und Überlegenheit steht, erkennt, dass er nicht unbesiegbar ist. In seinem Moment der Schwäche ist es nicht ein anderer starker Löwe, der ihn rettet, sondern eine kleine Maus – jemand, den er zuvor als unbedeutend abgetan hatte. Diese Erkenntnis lehrt ihn Demut und die Fähigkeit, Hilfe anzunehmen. Im Alltag fällt es uns oft schwer, uns auf die Unterstützung anderer einzulassen. Doch das Annehmen von Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche – es zeigt Stärke, Offenheit und Vertrauen in unsere Verbundenheit.

Die Maus wiederum ist ein Vorbild für Mut und Beharrlichkeit. Auch wenn die Aufgabe – einen Löwen aus einem Netz zu befreien – riesig erscheint, beginnt sie mit dem, was sie kann, Schritt für Schritt. Und sie zeigt uns damit, dass es oft die kleinen, entschlossenen Taten sind, die Großes bewirken. Wie oft unterschätzen wir uns selbst oder glauben, dass unsere Bemühungen zu geringfügig sind, um einen Unterschied zu machen? Doch gerade durch kleine Gesten, die aus Liebe und Mitgefühl heraus entstehen, können wir die Welt um uns herum verändern.

Die Fabel vermittelt zudem eine subtile, aber kraftvolle Botschaft über Vergebung und Mitgefühl. Der Löwe hätte die Maus in seinem Ärger töten können, doch er entschied sich für Großzügigkeit und verschonte sie. Diese Geste der Gnade war es, die schließlich sein eigenes Leben rettete. Sie zeigt, wie Vergebung nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst befreit – oft auf eine Weise, die wir niemals vorhersehen könnten.

Diese Weisheiten sind nicht nur schöne Worte, sondern praktische Leitlinien, die uns helfen können, unser Leben bewusster und mit mehr Mitgefühl zu gestalten – und regen zu weiteren Übungen im HerzAugenBlick an:

  • Kleine Taten, große Wirkung: Manchmal sind es die kleinen Gesten – ein freundliches Wort, ein Lächeln oder ein Moment der Aufmerksamkeit –, die für jemanden einen Unterschied machen.
    Frage dich, „was kannst ich heute tun, um jemandem zu helfen?“, und dann biete deine Hilfe an – auch wenn es dir unbedeutend klein erscheint.

  • Demut und Offenheit: Stärke zeigt sich nicht darin, alles allein bewältigen zu müssen, sondern in der Fähigkeit, Unterstützung anzunehmen.
    Lass dir helfen, wenn du Entlastung brauchst – und sei bereit, diese Hilfe auch aus unerwarteten Quellen anzunehmen.

  • Vergebung kultivieren: Gibt es jemanden in deinem Leben, dem du vergeben könntest?
    Denke daran, dass Vergebung nicht nur den anderen befreit, sondern vor allem dich selbst. Sie schafft Raum für Heilung und Frieden in deinem Herzen.

  • Dein Potenzial erkennen: Auch wenn du dich manchmal klein oder machtlos fühlst, erinnere dich daran: jede deiner Handlungen hat Einfluss.
    Sei wie die Maus – beginne mit dem, was du kannst, und vertraue darauf, dass auch kleine Schritte einen großen Unterschied machen.

Die Geschichte vom Löwen und der Maus ist eine liebevolle Erinnerung daran, dass wir alle miteinander verbunden sind – und dass wir einander auf unvorhersehbare Weise unterstützen können, wenn wir mit offenem Herzen und Mitgefühl handeln.

Vergiss nie, wie viel Gutes du bewirken kannst – schön, dass DU ein Teil unserer wunderbaren Geschichte bist!


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… von den Tieren:

Liebe Menschen,

zur Weihnachtszeit melden wir uns aus einem Schweizer Bergdorf – stellvertretend und verbunden mit der ganzen bunten Herde von Lebewesen, mit denen wir diesen wunderbaren Planeten teilen. Ob mit nur zwei oder vielen Beinen, kriechend oder aufrecht gehend, ob mit Federn, Fell, Flossen oder Schuppen – wir alle sind Teil unserer grossen Familie, die das Leben in all seinen Farben und Klängen feiert.

Zuerst einmal: Frohe Weihnachten!

Möge euer Fest voller Wärme, Licht und Freude sein. Mögen eure Herzen sich an der Gemeinschaft erwärmen und eure Sinne den Frieden spüren, den die Natur – unsere Heimat – überall bereithält.

Ein Jahr geht zu Ende, ein neues beginnt. Wir wissen, dass ihr Menschen solche Momente gern nutzt, um zurückzublicken und nach vorne zu träumen. Lasst uns an dieser Schwelle gemeinsam innehalten.

Dieses Jahr haben wir so viele von euch gesehen, in Ruhe und Besinnlichkeit verweilend, wie ihr den leisen Töne der Natur gelauscht und die Freude am Zusammenhalt entdeckt habt. Wir beobachten euch oft, und es berührt uns, wie ihr einander trotz mancher Herausforderung immer wieder unterstützt. Eure Mitmenschlichkeit, die ihr oft auch uns entgegenbringt, erfüllt uns mit Liebe.

Wir Tiere haben Wünsche, und vielleicht sind sie gar nicht so anders als eure eigenen:
* Wir wünschen uns Raum, um zu leben – weite Felder, freie Meere, dichte Wälder.
* Wir wünschen uns Achtung für das Leben, das in uns pulsiert, genauso wie in euch.
* Wir wünschen uns Geduld und Verständnis, denn auch wir sind manchmal laut, wild oder schwer zu verstehen.
* Wir wünschen uns Verbundenheit, dass ihr uns mit euren Herzaugen seht – nicht als Ressourcen, sondern als Mitbewohner auf dieser Welt.

Lasst uns weiter lernen, geduldig miteinander umzugehen – ob Mensch zu Mensch oder Mensch zu Tier. Denn wir alle sind ein Teil der Welt, die wir gemeinsam bewohnen. Wir wünschen euch, dass ihr weiterhin die Schönheit der Natur schätzt und mit Respekt behandelt. Findet die Zeit, euch selbst zu spüren, und auch die Welt um euch. Glaubt an eure Kraft, seid mutig, wenn es nötig ist, und bleibt sanft und flexibel.

Möge euer neues Jahr von Frieden, Freude und gemeinsamen Abenteuern geprägt sein, von Momenten, in denen ihr innehaltet und die kleinen, oft unsichtbaren Wunder erkennt. Denn in der Stille und in der Nähe der Natur finden wir das wahre Glück.

Nun schicken wir euch kuhle Grüsse – voller Dankbarkeit und einer tiefen Verbundenheit, die über unsere schneebedeckten Schweizer Wiesen und Berge hinausreicht.

In tierischer Freundschaft,
die gesamte Herde dieser Welt

Weiterlesen „~ Weihnachtspost 2024 ~“

Wundervoll, dass du auch im neuen Jahr wieder hier bist, so schön, dass wir weiterhin gemeinsam unterwegs sind – diesmal an einem traumhaften Sandstrand …

Der Leguan hebt seinen Kopf, sein Blick klar und ruhig, ohne jede Spur von Unsicherheit. Mit einer Stimme, die bestimmt und doch sanft ist, erklärt er:

Was, du fragst mich um eine Botschaft an die Menschen, eine explizite Botschaft? Mein Auftreten sagt doch schon mehr als tausend Worte. Schau mich an, Mensch – schau mich an und du verstehst … Siehst du diese Ruhe, die ich ausstrahle? Das ist kein Zufall. Das bin ich. Ein Leguan. Ich brauche keine Bestätigung, keine Rechtfertigung. Mein Wert ist in mir, nicht irgendwo da draußen.

Meine Schuppen, meine Haltung, mein Blick – alles an mir ist Natur, perfekt so, wie es ist. Schau dir meine Krallen an, wie sie fest im Sand stehen. Mein Schwanz, der sanft auf dem Boden ruht, bereit, wenn er gebraucht wird. Ich muss nichts beweisen. Ich bin genug, genau so, wie ich bin.

Das ist es, was ich euch sagen will: Ihr seid nicht weniger wert, nur weil ihr Zweifel habt. Der Wert ist da, von Anfang an. In jedem von euch. Aber ihr müsst es fühlen, in euch fühlen, und nicht im Außen suchen. Beobachtet mich – ich suche nichts. Ich bin hier, ich bin jetzt, und das genügt.

Selbstwert? Das ist nichts, was man sich erarbeiten muss. Selbstwert ist das Vertrauen in das, was man ist. Und du, lieber Mensch, du hast dieses Selbstvertrauen auch, tief in dir. Du bist Teil von etwas Größerem, genau wie ich. Und das macht dich wertvoll – nicht mehr, nicht weniger.

Also, hör auf, dich zu vergleichen, hör auf, dich kleinzumachen, an dir zu zweifeln. Sei einfach. Steh da, spür den Boden unter deinen Füßen, heb den Kopf und schau direkt in die Welt. Du bist da, und das ist perfekt – und das ist alles.
Weiterlesen „~ Dein unantastbarer Wert ~“

11 Er (Jesus) sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 12 Und es sprach der jüngere von ihnen zum Vater: „Vater, gib mir den mir zustehenden Teil des Vermögens!“ Er aber teilte das Vermögen unter ihnen auf. 13 Und nach wenigen Tagen, als er alles zu Geld gemacht hatte, zog der jüngere Sohn fort in ein fernes Land und verschleuderte dort sein Vermögen, indem er in Saus und Braus lebte.

14 Als er alles ausgegeben hatte, kam eine schwere Hungersnot über jenes Land, und er begann Mangel zu leiden. 15 Und er ging hin und verdingte sich bei einem der Bürger jenes Landes, und der schickte ihn auf seine Felder, Schweine zu hüten. 16 Und er begehrte sich zu sättigen von den Schoten, die die Schweine fraßen, aber niemand gab ihm (davon). 17 Da ging er in sich und sprach: „Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um. 18 Ich werde aufstehen und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich, 19 ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Mache mich zu einem deiner Tagelöhner.‘“ 

20 Und er stand auf und ging zu seinem Vater. Als er noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater, bekam Mitleid, lief und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn. 21 Da sprach der Sohn zu ihm: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und gegen dich, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.“ 22 Der Vater aber sprach zu seinen Knechten: „Schnell, holt das beste (erste) Gewand heraus und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Sandalen an die Füße. 23 Bringt das Mastkalb, schlachtet es und wir wollen essen und feiern, 24 denn dieser, mein Sohn war tot und lebt wieder, er war verloren und wurde gefunden.“ Und sie begannen zu feiern. 

25 Der ältere Sohn war aber auf dem Feld. Und als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz. 26 Und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das bedeute. 27 Der aber sprach zu ihm: „Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb geschlachtet, weil er ihn gesund erhalten hat.“ 

28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und sprach ihm zu. 29 Er aber antwortete und sprach zu seinem Vater: „Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe niemals ein Gebot von dir übertreten, und nie hast du mir einen Ziegenbock gegeben, damit ich mit meinen Freunden feiern kann. 30 Als aber dieser, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, kam, hast du ihm das Mastkalb geschlachtet.“ 

31 Er aber sprach zu ihm: „Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist dein. 32 Man musste aber feiern und sich freuen, denn dieser, dein Bruder war tot und lebt wieder, war verloren und wurde gefunden.“

~ * ~

Nach dieser tröstlichen Geschichte vom verlorenen Sohn hilft uns der Artikel „Heimat“ dabei, das Gefühl des Ankommens noch tiefer zu spüren, die Heimkehr zu dir selbst zu erleben. Er erinnert uns daran, dass wahre Heimat nicht im Außen zu finden ist, sondern tief in uns selbst – in einem Gefühl von Liebe und Frieden. Es wartet mit offenen Armen auf dich. Tauche ein und spüre, wie du dich in deinem eigenen Sein vollkommen geborgen und geliebt fühlst.


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Lass deinen Blick weich werden.
Atme ein.
Spüre, wie die Luft deinen Körper erfüllt, sanft, ganz natürlich.
Atme aus.
Lass los.

Lass alles los, was du gerade noch festgehalten hast – die Gedanken, die Sorgen, das, was du noch tun musst, das, was war. Für einen Moment darf alles ruhen. Für einen Moment gibt es nichts zu tun, nichts zu erreichen. Sein, ganz in deinem HerzAugenBlick, präsent.

Heimat ist kein Ort im Außen.
Heimat ist ein Gefühl.

Es ist dieses tiefe, warme, wohlige Ankommen.
Hineingeben,
in die liebenden Arme, die dich vollkommen halten.
Eine kraftvolle, sanfte Umarmung, die nichts von dir erwartet, nichts verlangt. Kein „Mach‘s besser“, kein „Sei anders“. Nur ein „Ich liebe dich – genau so.“.
Du wirst einfach gehalten. Vertraut. Weich. Unendlich weit.

Es ist, als würdest du dich in weiche starke Arme fallen lassen. Ohne Angst. Ohne Zweifel. Es gibt nichts zu beweisen, nichts zu erklären. Nur Sein. Einfach da sein. Geliebt, gewollt, getragen.
So breitet sich das Wunder in dir aus und weit über dich hinaus – wie ein warmes Licht, eine Stille, die tief und weit zugleich ist. Grenzen verschwinden. Eins mit allem.
Heilung.

Spüre diese vertraute Wärme, die sich in dir ausbreitet. Sie beginnt in deinem Herzen und fließt sanft durch deinen ganzen Körper, in jede Zelle – sie umhüllt dich, belebt dich, erfüllt dich ganz. Ein sanftes Strahlen aus deiner Mitte.

Hier gibt es kein Müssen, kein Druck, keine Bedingungen. Nur wahrhaftes Sein. Und in diesem Sein liegt alles – Frieden, Liebe, Geborgenheit.
Nimm wahr.

Heimat ist das vollständige Ankommen, das tiefe Zuhause in dir. Wenn du dich erinnerst: Du bist genug. Du warst immer genug. Du bist gewollt, so wie du bist.

Atme ein.
Spüre, wie dieses Gefühl dich durchströmt.
Atme aus.
Lass dich noch tiefer hineinfallen.

Hier gibt es keinen Schmerz, keine Trennung, keine Schuld, kein Urteilen. Alles fühlt sich ganz und richtig an. Nur Wärme, tiefes Glück, Frieden. Liebe.

Du bist angekommen – und in Wahrheit warst du nie weg.

Zuhause ist jeder Augenblick, in dem dir klar wird:

Alles
ist
gut
.

~ * ~


Kannst du es spüren? Spürst du, wie du tiefer und tiefer in diesem Gefühl des Ankommens versinkst? Wie du dich fallen lässt in diese unendliche Umarmung?

Alles ist in Ordnung, auch wenn du es noch nicht sofort spürst. Dann ist eben der Kopf wieder mal im Vordergrund … Unser Denken will uns festhalten – in Vergangenem, in Zukünftigem. Es sucht nach Erklärungen, analysiert, will verstehen, anstatt einfach zu fühlen und zu vertrauen. Doch Frieden kann man nicht denken, man kann ihn nur erfahren.

Genau das üben wir: das Grübeln loslassen, sanft zurückkehren in das, was immer da ist. Es ist ein Üben, ein Hineingeben, Wieder-Erinnern, Zurück-Finden. Wir können es uns zur Gewohnheit machen, uns mit dem Herzen zu verbinden, immer mehr unser inneres Zuhause zu fühlen. Es ist jetzt und schon immer da und in jedem von uns – auch in dir! Dieser Ort der Geborgenheit, des Friedens, dieser unendliche Raum, nach dem wir uns alle sehnen. Manchmal braucht es Übung und Geduld, aber jeder Schritt, den du in diese Richtung machst, führt dich näher.

Ich verspreche dir: diese Liebe, diese Geborgenheit ist immer in dir, in jedem von uns. Heimat. Und mit jedem Atemzug, mit jedem Moment des Innehaltens spürst du es mehr und mehr und erlaubst, in dein Leben zu strahlen. Lass dich darauf ein – es ist deine Reise nach Hause, zu dir selbst.

Und plötzlich weißt du, dass du immer schon gewusst hast, dass es diesen Raum gibt – jenen Ort, an dem du ganz du selbst sein kannst, in der vollständigen Geborgenheit deiner Präsenz.
Und plötzlich passiert es wieder, dass wir uns scheinbar verirren, dass wir glauben, uns von unserer Präsenz entfernt zu haben. Wie oft fühlen wir uns selbst fremd, verloren in unserer Welt, mit all ihren Anforderungen, Gedanken und Sorgen?

Aber in diesem Moment, hier, in dieser Stille, erinnerst du dich. Und das zählt! Du erinnerst dich, dass du nie wirklich weg von Zuhause warst. Du bist immer getragen, immer geliebt – so, wie „der verlorene Sohn“ aus dem Lukasevangelium. Ich liiiebe diese biblische Geschichte.


Das Gleichnis vom verlorenen Sohn – und die Rückkehr nach Hause

Kennst du das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Link oben)? Vielleicht berührt es dich so wie mich … Ein junger Mann, der alles aufgab, auf der Suche nach etwas, das er nie wirklich verlieren konnte: Liebe.

Auf seiner Reise entfernte er sich von allem, was ihm vertraut war. Er dachte, er müsse alles selbst finden, sich beweisen, sich von der Liebe seines Vaters loslösen, um wirklich frei zu sein.

Doch je weiter er sich entfernte, desto mehr spürte er, was er (scheinbar!) verlor – die Geborgenheit, die Liebe, seine Heimat. Am tiefsten Punkt, als alles verloren schien, machte er sich auf den Weg zurück. Zurück zu dem Ort, den er verlassen hatte, voller Schuldgefühle zurück zu seinem Vater.

Doch der Vater wartete nicht mit Vorwürfen auf ihn. Er rannte ihm voller Freude entgegen. Der Sohn machte sich klein, schämte sich, doch der Vater umarmte ihn einfach – mit dieser unermesslichen Liebe, die nichts anderes wusste als: „Du bist mein Kind, mein Ein und Alles. Du bist immer willkommen.“

Und genau so ist es auch mit uns. Wir sind auf der Suche, gehen unsere eigenen Wege, denken, dass wir alles alleine bewältigen müssen, dass wir uns verlaufen haben, verrannt … Doch egal, wie weit wir uns entfernen, wie sehr wir uns verlieren – unser Zuhause, die Liebe, ist immer da. Sie ist unendlich, bedingungslos. Sie wartet nur darauf, uns mit offenen Armen zu empfangen …

… und wir kehren zurück, zurück zu uns SELBST, irgendwann, so wie der „verlorene“ Sohn. Das ist sicher. Wir werden uns gewahr von diesem Ort in uns, unserer Heimat, voller Liebe, Ruhe und Frieden, dem Ort von dem wir niemals wirklich getrennt waren.

Wenn du also zurückkehrst – sei es mit einem Schritt, einem Atemzug, einem Gedanken – dann erinnere dich daran: Du wirst mit offenen Armen empfangen, unabhängig was du glaubst (nicht) getan zu haben. Du kannst dich vertrauensvoll in die Liebe fallen lassen, die dich erwartet. Du bist zu Hause. Willkommen. Genau hier, genau jetzt.

Es ist dieser Moment, in dem du spürst, dass du nie wirklich weg warst. Du hast nie aufgehört, zu Hause zu sein. Alles, was du je gesucht hast, war immer da – in deinem eigenen Herzen. Und dieser Moment, in dem du dich daran erinnerst, ist der Moment, in dem du symbolisch in die liebenden Arme des Vaters fällst, geliebt, „genau so, wie du bist“, in den unendlichen Frieden, der nur darauf wartet, dich zu umarmen – und dir zu sagen:

„Alles ist gut. Du bist zuhause.“


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