Heute gibt es ein unterhaltsames Interview mit „Ihrer Majestät“ Frau Katze, die uns ihre Lehrgeschichte erzählt. Das Foto stammt noch aus ihrer „bockigen Phase“, als sie mit ihrer Halskrause wie eine kleine, wütende Königin tollpatschig durch die Gegend stapfte. Doch mit der Zeit lernte sie, dass auch die stolzeste Samtpfoten-Königin sich hingeben und zur Ruhe finden kann.

Also, da siehst du mich nun, mit diesem doofen, nervtötenden Ding um meinen Hals – ihr Menschen nennt es Halskrause, ich nenne es Kreis der Schande … ( ( ihr Schwanz pendelt genervt hin und her ) ) … Ich meine, schau mich an! Normalerweise bin ich die Königin meines Königreichs – geschmeidig, elegant, unberührbar. Aber jetzt? Jetzt laufe ich durch die Gegend wie ein wackeliger Lampenschirm, und wenn ich zu nah am Kasten vorbeikomm, fällt alles raus.
 
Diese ganze Geschichte fängt mit einer winzig kleinen Wunde an. So klein, dass ich sie am Anfang nicht mal richtig bemerkt habe. Aber dann – na ja, ich bin eine Katze und musste tun, was eine Katze eben tun muss: Ich musste dran lecken ... Logisch, oder? Was macht man, wenn etwas nicht stimmt? Lecken, putzen, sortieren. Aber scheinbar war genau das ein Fehler. Die Wunde wurde größer, entzündete sich, ... und jetzt habe ich den Salat – oder besser gesagt, diesen schrecklichen Plastik-Kragen. Meine Menschen sagen, es sei zu meinem Besten. Aber mal ehrlich, wie kann man nur glauben, dass das für irgendetwas gut sein kann?
 
Am Anfang habe ich mich gewehrt, wollte den Kragen abstreifen, habe wirklich alles probiert – Kopf schütteln, mit den Pfoten ziehen und schieben, gegen Möbel rennen ... Aber das Ding bleibt dran. Wahrscheinlich macht es sich auch schon über mich lustig – so wie meine Menschen. Denen liefere ich immer mal wieder was zu lachen, sie haben sichtlich Freude an meiner Ungeschicklichkeit
… ( ( Frau Katze senkt verlegen den Kopf ) ) …
 
Und irgendwann kommt dieser Moment, in dem du aufgibst, in dem du merkst, dass du nichts mehr tun kannst, und den Kampf beendest, loslässt. Irgendwann musste ich eingestehen, dass ich keine Kontrolle mehr habe, dass ich momentan wohl keine leichtfüßige Samtpfote mehr bin.
 
Das ist schwer zu akzeptieren. Ich meine, ich bin Katze. Kontrollverlust ist gegen meine Natur! Normalerweise gehe ich meinen eigenen Weg. Ich entscheide, wann ich gestreichelt werden möchte, ich entscheide, wann ich jage, ich entscheide, wann ich mich auf dem Fensterbrett räkeln will. Und jetzt? Ich kann nicht mal mehr an meinen eigenen Pfoten riechen, ohne dass dieser dumme Plastikring im Weg ist. Alles fühlt sich falsch an, und ich kann nichts tun, um es zu ändern. Je mehr ich darüber spreche, desto wahnsinniger macht es mich
… ( ( ihre Augen blitzen angriffslustig ) ) …
 
Und dann sind da noch die Schmerzen, die Wunde pocht. Es ist nicht sooo schlimm, aber es ist da – wie so ein kleines, gemeines Flüstern, das dir ständig sagt, dass du dich unwohl fühlst. Es macht dich müde, lässt dich schneller genervt sein. Aber was will ich machen? Das Beste, was ich tun kann, ist es auszuhalten. Und ja, manchmal schnurre ich einfach, obwohl ich Schmerzen habe. Nicht, weil es mir super geht, sondern weil ich merke, dass es mich beruhigt. Es ist wie eine kleine Erinnerung an mich selbst, dass ich immer noch hier bin ...
 
Die ersten Tage waren echt schlimm. Ich habe mich wie in einem Käfig gefühlt. Aber dann – und ich weiß nicht, wie das genau passiert ist – habe ich angefangen, langsamer zu werden. Es war, als hätte ich keine andere Wahl. Zuerst habe ich es gehasst. Aber ich merke, ich kann ja nichts dagegen tun – und plötzlich ist da Frieden ... Manchmal beobachte ich mich, wie ich einfach nur da liege, einfach nichts mache, meine Schmerzen beobachte. Und es fühlt sich immer mehr okay an. Ich schaue aus dem Fenster, sehe, wie die Vögel durch die Luft fliegen, ich fühle das Pochen meiner Wunde, und ich denke mir: „Ah ... okay ... interessant ... Die Welt dreht sich weiter, auch wenn ich mich grad total mies fühle."
 
Es hört sich irgendwie komisch an, aber ich glaube, ich habe in dieser ganzen Geschichte etwas gelernt. Vielleicht musste ich erst dieses Plastikding um den Hals kriegen, um mal zur Ruhe zu kommen. Um zu erkennen, dass ich nicht alles im Blick haben und kontrollieren muss. Vielleicht musste ich erst so ausgebremst werden, um zu merken, dass ich manchmal einfach innehalten kann – und dass die Welt trotzdem nicht zusammenbricht. Und ich lerne auch, dass Schmerzen nicht gleich bedeuten, dass alles schlecht ist. Sie sind nur ein Teil davon, was gerade da ist.
 
Ich weiß, ihr Menschen seid manchmal genauso wie ich. Ihr wollt Dinge reparieren, heilen, in Ordnung bringen. Sofort. Ihr wollt die Kontrolle haben, wollt, dass alles glatt läuft. Aber manchmal, und das sage ich mit der Weisheit einer Katze, die gerade ein bisschen viel durchmacht, manchmal müssen wir alle einfach diesen Plastikring akzeptieren. Manchmal können wir nichts tun, außer zu warten. Und das ist okay. Wirklich.
 
Wenn ich euch einen Rat geben soll, dann diesen: Nehmt euch einen Moment, auch wenn es schwerfällt, auch wenn ihr euch wie gefangen fühlt. Schaut aus dem Fenster. Atmet. Die Welt dreht sich weiter, und die Wunde wird heilen, ob ihr angreift – ähm, eingreift – oder nicht. Und auch die Schmerzen werden irgendwann nachlassen. Es ist nur eine Frage der Zeit.
 
Ach, und falls ihr jemals eine Katze mit Halskrause seht: Seid nett. Wir leiden genug.
 … ( ( streckt sie mir nun etwa ihre Zunge raus?!? ) ) …
Weiterlesen „~ Schmerz und Frieden ~“

Willkommen zum Interview mit einem der ersten Frühlingsboten – Familie Bärlauch höchstpersönlich! Ja, du hast richtig gelesen: eine Pflanze spricht zu uns. Tiere, Pflanzen, Sterne, Autos, Menschen, … – wer sagt denn, dass wir nur mit einem bestimmten Teil der Welt sprechen können?!? Das Leben spricht von überall zu uns – lasst uns offen und bereit sein, jederzeit mit dem Herzen zu lauschen.
 
Also, Bühne frei für Familie Bärlauch – voller Frische, Freude, Duft, Tanz, … und sich selbst als Geschenk:

Ah, endlich ist es soweit! Ich bin wieder da! Ich spüre es überall – dieses Kribbeln, diese Lebensfreude! 

Der Frühling ist da, und ich kann es kaum erwarten, mich zu zeigen!

Weißt du, wie es sich anfühlt, wenn du dich nach einer langen eingewickelten Ruhezeit endlich wieder ausstrecken kannst? Genau so geht es mir!


Sobald die ersten Sonnenstrahlen mich kitzeln, schiebe ich meine frischen, saftigen Blätter durch die Erde, strecke mich dem Licht entgegen und spüre, wie die Wärme der Sonne mich umarmt, genieße jede Sekunde des Erwachens. Es ist wie ein kleines Wunder, jeden Frühling aufs Neue – jedes Blatt, das sich aus der Erde entfaltet, tanzt seinen Tanz der Entwickelung; es scheint, als ob wir alle einen gemeinsamen Rhythmus tanzen. Alles in mir ruft: Jaaa! Ich bin wieder hier!

Und dann erst – die freudvollen Gesichter der Menschen, wenn sie mich entdecken, wenn sie mich sehen, riechen und schmecken
… ( ( wäre Bärlauch nicht angewachsen, würde er jetzt wohl einen Luftsprung machen ) ) …

Die Menschen lieben mich, und sie kommen oft zu mir, um mein besonderes Parfüm zu genießen und meine Blätter zu ernten. Das ist ein großes Kompliment. Ich bekomme so viele liebevolle Umarmungen, Würdigung in Form von Smoothies, Salaten und überall hinein ... Ich bin einfach zu allem eine Bereicherung ...  … ( ( Bärlauch strahlt vergnügt weit über seine Blätter hinaus ) ) …  Das ist pures Glück – wenn ich in den ersten Frühlingsgerichten lande und mit Freude genossen werde. Ich selbst bin ein Geschenk der Natur und ich verschenke mich selbst. Gemeinsam feiern wir das Leben, die Frische, den Neubeginn!

Ja, geliebter Mensch, feiere das Leben!

Greif zu, genieße, koste aus! Der Frühling ist eine Einladung, dich neu zu entdecken, dich voller Freude zu entfalten, zu singen, zu tanzen, mit allen Sinnen da zu sein. Lass dich auf neue Geschmäcker ein, auf frische Ideen, auf das, was dich nährt und dir Energie gibt.
Weiterlesen „~ Frühling in dir ~“

Wenn der Arzt eine Diagnose stellt – und das Leben trotzdem weitergeht

Es gibt Momente im Leben, die fühlen sich an wie ein Faustschlag ins Herz. Einer davon ist, wenn du mit deinem Tier beim Tierarzt sitzt und das Wort „Krebs“ im Raum steht. Plötzlich scheint sich alles zu verändern. Gedanken überschlagen sich: „Wie lange noch? Was wird sein? Was kann ich tun?“ Die Welt scheint stillzustehen, während du versuchst, den Boden unter den Füssen wiederzufinden.

Und doch, während dein Kopf rast, schaut dich dein Tier mit den gleichen Augen an wie gestern. Es weiß nichts von einer Diagnose. Es weiß nur, dass du da bist. Es spürt deine Wärme, deine Liebe und auch dein Zittern – und es bleibt. Genau jetzt. Genau hier.

Die Diagnose ist nur ein Wort – nicht das Leben

Eine Diagnose ist eine Information. Sie beschreibt einen Zustand, aber sie definiert nicht das Wesen deines Tieres. Dein Hund, deine Katze, dein treuer Gefährte – sie sind noch immer sie selbst. Sie haben nicht plötzlich aufgehört, zu lieben, zu lachen, sich zu freuen.

Die Wahrheit ist: Was sich verändert hat, ist nicht dein Tier, sondern deine Sicht auf die gemeinsame Zeit. Doch Zeit war schon immer relativ. Kein Lebewesen weiß, wie lange es hat – nicht dein Tier, nicht du, niemand.

Und darin liegt ein Geschenk.

Die Liebe ist jetzt – die Angst gehört zum Morgen

Es ist normal, dass dich Ängste überrollen. Dass du dich zwischen Hoffnung und Schmerz hin- und hergeworfen fühlst. Dass dein Herz sich verkrampft, wenn du daran denkst, was kommen könnte.

Aber dein Tier lebt nicht im „Könnte, Hätte, Sollte“. Dein Tier lebt jetzt. Es freut sich jetzt, wenn du es streichelst. Es spürt jetzt deine Liebe. Und es lädt dich ein, für einen Moment aus dem Sorgenstrudel auszusteigen und genau das zu tun, was ihm am meisten hilft: Da zu sein, mit ganzem Herzen.
Mit einem Lächeln. Mit sanften Worten. Mit Dankbarkeit für das, was immer noch da ist.

Was wirklich zählt: Wie ihr die Zeit füllt

Ja, eine Krankheit kann das Leben verkürzen. Aber sie kann es nicht wertlos machen. Vielleicht sind es nicht mehr Jahre, sondern Monate oder Wochen – aber das bedeutet nicht, dass diese Zeit weniger wertvoll ist.
Vielleicht ist sie sogar noch kostbarer.

Es geht nicht um die Anzahl der Tage, sondern darum, wie ihr sie füllt. Mit Kuscheleinheiten, mit gemeinsamen Momenten, mit Wärme. Mit dem Wissen, dass jedes liebevolle Streicheln ein Stück Unendlichkeit in sich trägt.

Vielleicht fühlt sich dein Tier in manchen Momenten müde oder anders. Aber solange du spürst, dass es noch Freude hat, dass es sein Leben noch genießt – dann ist es noch nicht Zeit, an das Ende zu denken. Dann ist es Zeit, das Leben zu feiern.

Dein Tier spürt deine Energie – sei sein Anker

Tiere verstehen keine Diagnosen. Aber sie verstehen dich. Sie fühlen deine Unsicherheit, deine Trauer, deine Sorgen. Und sie möchten dich nicht traurig sehen.

Das bedeutet nicht, dass du deine Gefühle verstecken sollst. Sie dürfen da sein. Aber sie müssen nicht die Hauptrolle spielen.

Wenn du lachst, wird dein Tier mit dir lachen. Wenn du es mit Liebe ansiehst, wird es sich sicher fühlen. Wenn du dich entscheidest, mit ihm durch diese Zeit zu gehen – mit Mut, mit Sanftheit, mit Dankbarkeit – dann wird es dir vertrauen.

Denn eines ist sicher: Es liebt dich. Es bleibt, solange es bleiben kann. Und wenn es irgendwann gehen muss, dann wird es in Liebe gehen, nicht in Angst. Weil du sein sicherer Hafen bist – für immer im Herzen verbunden.

Es gibt keinen richtigen Weg – nur euren eigenen

Jede Reise mit einem kranken Tier ist individuell. Manche entscheiden sich für medizinische Behandlungen, andere für palliative Begleitung. Es gibt keine „richtige“ oder „falsche“ Entscheidung. Keine Medizin, keine Therapie kann garantieren, dass alle Krankheit verschwindet. Manchmal ist das liebevollste, was du tun kannst, einfach da zu sein. Deinem Tier zuzuhören. Dich von ihm leiten zu lassen.

Vielleicht bedeutet das, alles zu versuchen, um es zu unterstützen. Vielleicht bedeutet es, nichts mehr zu tun, außer es zu lieben. Beides ist richtig. Beides ist genug. Vertraue dir!

Vielleicht möchtest du bewusste Rituale schaffen: Ein tägliches Lieblingsessen, einen Kuschelplatz im Bett, einen besonderen Spaziergang. Etwas, das sagt: „Ich sehe dich. Ich bin hier. Du bist nicht allein.“ Was zählt, ist die Liebe, die du in all das legst.

Wenn der Moment kommt – und was bleibt

Irgendwann wird der Moment kommen, den du dir nicht wünschst. Es wird wehtun. Vielleicht wirst du denken: „Ich bin nicht bereit.“

Aber weißt du was? Niemand ist jemals bereit. Und doch wirst du die Kraft haben, weil die Liebe dich trägt.

Dein Tier wird wissen, dass es geliebt wird. Dass es geborgen ist. Dass es nicht nur ein Tier war, sondern Familie. Und genau das ist alles, was zählt.

Das Leben liebt dich – egal, welche Worte ein Arzt benutzt

Am Ende ist eine Diagnose nur ein Wort. Sie kann Angst machen, sie kann Fragen aufwerfen – aber sie kann nicht bestimmen, wie du dein Leben oder das deines geliebten Tieres lebst. Es ist eine Wahl, deine Wahl. Das Leben geht weiter – nicht in Angst, sondern in Liebe – so wie es immer weitergegangen ist. Mit Freude, mit kostbaren Momenten, die in ihrer Tiefe unendlich wertvoll sind.

Und das gilt nicht nur für Tiere, sondern auch für uns Menschen. Gleichgültig, welche Diagnose du oder jemand in deinem Umfeld erhalten hat – das Leben bleibt das Leben. Es ist immer noch da, mit all seinen Wundern. Bleibe nicht in der Diagnose stecken, schaue auf das Leben Hier & Jetzt. Mit jedem Atemzug gibt es die Möglichkeit zu lieben, zu lachen, zu fühlen.

Vielleicht ist genau das die größte Erkenntnis: Nichts kann wirklich ändern, wer du bist – oder wer dein Tier ist. Und in dieser Wahrheit liegt eine unendliche Freiheit.

Also atme durch. Umarme dein Tier. Umarme das Leben. Denn es liebt dich – genau jetzt, genau hier, genau so, wie es sich zeigt.

~ * ~


Gedanken aus der Perspektive von Ein Kurs in Wundern

Wenn wir uns mit einer Diagnose konfrontiert sehen, sei es bei uns selbst, bei unseren lieben Menschen oder einem geliebten Tier, kann die Welt um uns herum plötzlich sehr klein und beängstigend wirken. Doch Ein Kurs in Wundern erinnert uns daran, dass der wirkliche Weg, den wir im Leben wählen, der der Liebe ist – und nicht der der Angst. Die Diagnose ist ein Ruf, uns zu erinnern, dass das, was wir sind, weit über den Körper und die Umstände hinausgeht. Wir sind Liebe, wir sind Licht, und wir sind immer mit dem Göttlichen verbunden.

„Du bist nicht das, was du zu sein glaubst“, lehrt uns der Kurs. Und genau diese Wahrheit gilt für dich und für dein Tier, für alle(s) hier. Was du in diesem Moment erlebst, sind nur die Formen des Lebens, die vorübergehend erscheinen, während die wahre Essenz – die Liebe – unendlich und unveränderlich bleibt. Und diese Liebe ist das, was alles heilt. Nicht die Umstände, nicht die Diagnosen, sondern die Liebe, die wir in jedem Moment wählen, zu empfangen und zu geben.

Vielleicht ist es genau jetzt, dass du die Gelegenheit hast, deine wahre Stärke zu entdecken – die Stärke, die nicht aus dem Körper, sondern aus deinem inneren Wissen kommt, dass du nie von der Quelle getrennt bist. Das Leben, in all seinen Facetten, fordert uns immer wieder auf, die Wahl zu treffen, die uns an unsere Herkunft, an unser wahres Wesen erinnert.

Also, geh mit Liebe und Frieden durch diese Zeit, und erinnere dich daran, dass du und dein Tier immer von der Quelle geliebt werdet, egal was die Welt dir zu sagen/zeigen scheint. Denn in Wahrheit gibt es nur das Leben, das in Liebe immer weiterfließt – für uns alle.

In dieser Liebe darfst du vollkommen sein, genauso wie du bist. Und genauso ist es auch für dein Tier. Ihr seid immer miteinander verbunden, immer in Frieden, immer im Licht.


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Auch wenn unsere heutige Botschafterin nicht gerade bekannt für ihren Charme ist, so hat sie doch was Wesentliches beizutragen – mehr, als man auf den ersten Blick (oder Biss) denkt …

Oh, ich wundere mich, dass ihr Menschen mir zuhören wollt. Meistens zuckt ihr zusammen, verzieht das Gesicht, greift nach einer Pinzette ...
 
Ich weiß schon, wir haben nicht den besten Ruf, und ich erzähle euch gerne, wie das Leben aus meiner Perspektive aussieht.
 
Ich bin winzig. Wirklich winzig. Und alles um mich herum ist sooo groß. Meist lebe ich ganz still und zurückgezogen, im Schatten, im feuchten Gras, auf einem Blatt, wo mich kaum jemand sieht.
 
Meine Tage verbringe ich damit zu spüren. Nicht zu jagen, nicht zu hetzen. Nur zu spüren. Ich warte, ganz in mir ruhend, manchmal viele Tage, Wochen, sogar Monate. Ich bin mit der Stille befreundet. Die Bewegungslosigkeit ist mein Lehrer. Ich habe gelernt, dass das Leben nicht darin besteht, mich ständig zu bewegen.
 
Wenn dann ein Tier vorbeikommt – ein Reh, ein Fuchs, oder ja, manchmal auch ein Hund und sein Mensch – dann erwacht in mir ein Impuls. Es ist wie ein innerer Ruf, eine Welle, die durch meinen kleinen Körper geht. Ich lasse los. Ich lasse mich einfach fallen.
 
Das ist meine Art, mein Moment. Loslassen. Mein Sprung ins Vertrauen. Ich weiß nicht, wo ich landen werde. Ich weiß nicht, ob ich falle oder fliege. Aber ich sorge mich nicht darum und lasse los.
 
Oft höre ich dann eure Stimmen: „Wie grauslig!“, „Igitt!“, „Die saugen Blut!“, „Die übertragen Krankheiten!“ ... Und ja, das stimmt zum Teil. Unser Dasein hat Schattenseiten für euch Menschen – und Sonnenseiten für die Vögel, die uns verspeisen 
… ( ( Frau Zecke bleibt bei diesem Gedanken ganz entspannt; sie scheint sich nicht zu erschrecken ) ) …
 
Wisst ihr, in der großen Symphonie des Lebens gibt es keine zufälligen Noten. Auch wir kleinen Zecken haben unseren Platz. Wir sind auch ein wichtiger Teil des Ganzen. Wir dienen nicht nur als Nahrung für all die Vögel, wir helfen auch dabei, Populationen zu regulieren, Gleichgewicht zu schaffen.
 
Unser Wirken ist nicht immer sichtbar oder angenehm, aber es ist nicht sinnlos. Zecken sind kein Fehler der Natur – wie jedes Lebewesen, sind wir ein Ausdruck des Lebens, und geben auch gerne unsere Weisheit weiter.
 
Wenn ich euch Menschen beobachte, während ihr durch den Wald spaziert, Gedanken und Sorgen im Kopf – dann möchte ich euch manchmal zurufen: Lass los!
 
So wie ich. Lasst los, was ihr glaubt kontrollieren zu müssen. Lasst los, wo ihr euch festklammert; an Pläne, an Ängste, an Gegenstände, an Menschen, an vergangene Geschichten, …
 
Das Leben ruft dich – aber du musst springen. Nicht wissen, wo du landest. Einfach vertrauen und den nächsten Schritt wagen. Glaub mir, ich bin die Meisterin des Vertrauens. Ich lasse mich fallen ins Unbekannte. Immer wieder.
 
Hab den Mut, still zu sein. Hab den Mut, nichts zu tun. Und wenn der Moment kommt – lass los. Du wirst getragen.

Es ist ein heiliger Moment, wenn ein Wesen diese Welt verlässt. Ein Moment, in dem alles still wird. Vielleicht hast du gerade ein geliebtes Tier begleitet – oder einen Menschen, eine Pflanze, ein Wesen, das Teil deines Herzens geworden war …

Manchmal geschieht es leise. Manchmal nach einer langen, innigen Zeit des Begleitens. Und manchmal ganz plötzlich. Doch eines ist immer gleich: Wenn ein geliebtes Wesen seinen irdischen Körper verlässt, fühlt es sich für uns an, als ob etwas zerbricht, als ob da plötzlich eine riesige Lücke entsteht. Es war so nah. So echt. So voller Gegenwart und Liebe. Und nun ist es still geworden.

Doch diese Stille ist nicht leer. Sie ist erfüllt mit der tiefen Erinnerung an das, was nie wirklich vergeht.


Die äußere Form geht – die Liebe bleibt

Ganz gleich, ob es ein treuer Hund war, der dich jahrelang begleitet hat, eine Katze, die leise durch dein Leben geschlichen ist, ein alter Baum, mit dem du oft gesprochen hast, oder ein geliebter Mensch: Wenn der Körper ablegt wird, bleibt die Essenz gegenwärtig – jenseits der Form.

Vielleicht kannst du es fühlen: diese zarte, stille Präsenz. Ein Hauch von Nähe. Eine vertraute Wärme in deinem Herzen, die dir sagt: „Ich bin noch bei dir.

Tiere, Menschen, Pflanzen – sie alle verlassen uns nicht endgültig, es wandelt sich nur ihre Gestalt. Sie legen ihren Körper ab, wie ein Kleid, das zu eng geworden ist. Ihr Bewusstsein, ihre Liebe, ihr wahres Wesen – all das bleibt lebendig. Eben auf einer anderen Ebene, jenseits unserer gewohnten Sinne.

Genauso wie die Raupe ihre Form verändert und zum Schmetterling wird, so vollzieht jedes Wesen im Übergang eine Wandlung, die nicht das Ende bedeutet, sondern die Rückkehr zu seiner wahren lebendigen Natur. Die Raupe scheint zu sterben, wenn sie sich in ihren Kokon zurückzieht, doch am Ende erstrahlt sie als Schmetterling in neuer, leuchtender Form. So ist auch der Übergang des geliebten Wesens eine Transformation, die nicht in Verlust endet, sondern in einer neuen, wundervollen Form von Leben und Licht.


Ein sanftes Loslassen – schon vor dem letzten Atemzug

In der Tierkommunikation nehme ich das immer wieder wahr: Schon bevor ein Tier seinen Körper verlässt, beginnt sich etwas zu verändern. Es ist, als würde es sich innerlich lösen – nicht abrupt, sondern ganz sacht. Wie ein Blatt, das noch leicht im Wind tanzt, bevor es sich fallen lässt.

Ich spüre dann, dass das Wesen nicht mehr ganz so fest mit der Erde verwurzelt ist. Als würde sich ein Teil seiner Seele schon sanft an die andere Seite herantasten – wie ein vorsichtiges, liebevolles Schnuppern an einer Welt, die still ruft, aber keinen Druck ausübt.

In dieser Phase öffnet sich oft ein weites Feld von Frieden. Das Tier wirkt ruhig, weit, lichtvoll – fast ent-rückt, und doch präsent. Kein Leid mehr, kein Schmerz, keine Schwere. Nur ein stilles, waches Sein.

Es ist ein Zustand grenzenloser Freiheit. Eine Vertrautheit. Ein Aufatmen. Ein Loslassen. Und manchmal ist da sogar eine zarte Freude – wie ein inneres Lächeln, ein Öffnen, ein Erinnern an etwas, das nie wirklich verloren oder vergessen war. Etwas, das jenseits des irdischen Lebens liegt – eine Freiheit, die zu unserer wahren Natur gehört.

Je offener dein Herz, je stiller dein Gedanken-Wirrwarr, desto leichter kannst du diese Nähe, diese Erinnerung selbst erfahren. Nicht über die Augen, nicht über die Berührung, nicht mit Worten – sondern über dein Innerstes. Über das Herz, das noch immer mit deinem geliebten Wesen verbunden ist.


Es ist keine Trennung – es ist eine Wandlung

Was dich mit deinem Tier, mit einem geliebten Menschen oder einem anderen geliebten Wesen verbunden hat, war nie an den Körper gebunden. Eure Verbindung war von Anfang an geistiger Natur. Herz zu Herz. Seele zu Seele. Und genau deshalb kann sie nicht enden. Sie verändert nur ihre Form.

Vielleicht zeigt sie sich in einem Traum. In einem Moment tiefer Stille. In einem plötzlichen Gefühl von Nähe, Wärme oder einem liebevollen Gedanken. Das sind keine Einbildungen – es sind wahre Begegnungen. Sanfte Zeichen, die dich wissen lassen: Alles ist gut. Mein Liebling ist nicht fort. Wir sind verbunden.

Und dieser tiefe Friede, den ich in so vielen Seelengesprächen mitfühlen durfte – jener stille, lichte Raum, den auch dein verstorbenes Tier jetzt kennt – ist nicht nur den Tieren vorbehalten. Er ist für jedes Lebewesen bestimmt. Wir alle kehren dorthin zurück, wo keine Trennung mehr ist – nur Liebe. Und Liebe ist immer Einheit. Sie kennt keine Grenzen, keine „Anderen“.

Du darfst darauf vertrauen. Diese Wandlung führt nicht ins Leere – sie führt in eine tiefere Wahrheit. In die Gewissheit: Die Liebe, die euch verbunden hat, ist unvergänglich. Und der Friede, in dem dein Tier oder ein anderer geliebter Gefährte jetzt ist, ist auch dein Friede. Wir alle teilen diesen Frieden miteinander.


Was sagt Ein Kurs in Wundern dazu?

Ein Kurs in Wundern erinnert uns mit wohlwollender Klarheit: „Nichts Wirkliches kann bedroht werden. Nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden Gottes.

Das bedeutet, dass alles, was wahrhaft ist – die Liebe, die Verbindung, der Geist – bleibt. Nur das, was nicht wirklich ist, vergeht. Der Körper, die Form, der äußere Ausdruck sind vergänglich – aber das, was euch im Innersten verbunden hat, ist ewig.

Dein Tier, dein Mensch, dein geliebtes Wesen war und ist ein Ausdruck der Liebe. Eine Form, in der dir das Licht begegnet ist. Und weil Liebe nicht sterben kann, ist dein Liebling jetzt auch nicht weg. Er ist – mit dir – aufgehoben und getragen in der Ewigkeit.

Der Kurs lädt uns ein, über die Grenzen der sichtbaren Welt hinauszusehen. Er erinnert uns daran, dass das, was wir hier als „Sterben“ erleben, nicht das Ende ist, sondern nur ein Übergang. Ein Loslassen der Form. Eine Rückkehr nach Hause. Die Liebe bleibt. Sie ist das Einzige, was je wirklich war. Kein Wesen, das in Liebe mit dir vereint war, kann je wirklich von dir getrennt sein. Eure Verbindung mag feiner geworden sein, leiser vielleicht – doch sie ist nicht verloren. Nicht durch Raum. Nicht durch Zeit. Nicht durch den sogenannten Tod.

So wie sich die Raupe eines Tages in den Schmetterling verwandelt, ohne dabei verloren zu gehen, sondern vielmehr weil sie ihre wahre Natur entfaltet – so ist auch das, was wir „Tod“ nennen, keine Auslöschung. Es ist eine Rückverbindung mit dem, was schon immer in uns war: Leichtigkeit, Weite, Freiheit. Was vorher schwer auf der Erde gebunden war, wird jetzt flügelleicht. Und was wir „verlieren“, kehrt in einer anderen Gestalt zu uns zurück – feiner, stiller, lichtvoller.


In dir ist der Ort, an dem ihr euch begegnet

Es gibt einen Raum in dir, der ganz still ist. Heilig. Friedvoll. Dort kannst du all deinen geliebten Wesen begegnen – nicht in einer Erinnerung an früher, sondern im Jetzt.

Wenn du diesen Raum betreten möchtest, braucht es keine besondere Technik. Nur deine Bereitschaft:
* Schließe vielleicht für einen Moment die Augen.
* Atme still.
* Fühle.
* Sprich leise, in deinem Inneren, den Namen deines geliebten Wesens.
* Öffne dein Herz und lausche – nicht mit den Ohren, sondern mit deiner Seele.
Was du wahrnimmst, mag zart sein – ein Gefühl, ein inneres Bild, ein stilles Wissen. Vertraue dir! In dieser heiligen Verbindung spricht die Liebe auf ihre eigene, friedvolle Weise.

Du kannst jederzeit dorthin zurückkehren. In einem Moment der Stille. Vielleicht beim Betrachten einer Kerze, in einem Gebet. Vielleicht beim Spaziergang in der Natur oder auf der Couch. Vielleicht, wenn du in den Himmel schaust. Überall und jederzeit ist dieser Raum da, und hier wirst du niemals allein sein.

Denn hier, in dir, seid ihr euch nah. Hier gibt es keine Trennung. Hier seid ihr eins.

Mit stillem Mitgefühl, liebevoller Klarheit
und dem Wissen, dass der Geist nichts verlieren kann.
Alles, was wirklich ist, bleibt. Für immer.

~ * ~

Wenn du gerade mitten im Abschied bist oder noch mit deiner Trauer ringst, könnte dir auch mein Artikel In Liebe loslassen: Abschied von unseren treuen Begleitern gut tun. Er enthält einfühlsame Impulse, Rituale und Gedanken, wie du den Verlust deines Tieres in Liebe, Frieden und Dankbarkeit verarbeiten kannst. Vielleicht findest du dort genau das, was dein Herz jetzt braucht.


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Ein neuer Lebensabschnitt steht bevor: Momentan löse ich mich von Altvertrautem, und ab August bin ich dann „mit leichtem Gepäck“ auf dem Weg – mal hier, mal dort, verweilen und wieder weiterziehen. Frei von festen Plänen, voller Vertrauen, dass das Leben uns führt.

Und in diesem Vertrauen meldet sich Herr Kranich zum Interview.

Auch er kennt den Moment, in dem etwas Neues ruft. Auch er lebt zwischen den Welten, zwischen Abschied und Ankunft, zwischen Altem und Neuem.

Seine Botschaft, poetisch, ruhig und kraftvoll, erinnert uns daran, dass das Leben nicht am Ziel geschieht, sondern unterwegs.

Wir sind grad startklar und bald wieder in der Luft, zum Tanz mit dem Wind. Wir sind Reisende, unser Leben ist nicht an einen Ort gebunden – es entfaltet sich auf dem Weg, im Dazwischen, im Wandel, im Unbekannten und Vertrauten, im Kommen und Gehen.

Jahr für Jahr brechen wir auf, ziehen weiter, gleiten über Länder, über Landschaften, die sich mit den Jahreszeiten verändern.

Der Zug beginnt nicht plötzlich. Er wächst heran. Es ist ein Gefühl, das sich leise in die Brust legt, ein Drängen im Innersten, "es wird Zeit weiterzuziehen" …. Die Tage werden kühler, das Licht verändert sich, und in jedem von uns beginnt dieser leise Gesang – eine Melodie aus Erinnerung und Sehnsucht.

Dann heben wir uns in die Luft, nicht allein, sondern gemeinsam. Wir sind ein ganzer Schwarm, ein einziges lebendiges Wesen aus Federn, Rhythmus und Richtung. Wir kennen die Wege auswendig. Nicht, weil wir sie stur in einer Schule lernen mussten, sondern weil sie in uns wohnen – ein stilles, uraltes Wissen. Wir folgen der Schatzkarte, die in unsere Herzen geschrieben ist.
… ( ( Herr Kranich scheint ein einfühlsamer Poet ) ) …

Wenn wir reisen, verlieren wir das Zeitgefühl, Tage verschmelzen. Die Sonnenaufgänge sind unsere Taktgeber, die Nächte sind still, voller Sterne. Die Aufwinde über dem Berg, tragen uns weit über die Bäume, manchmal so nah an den Wolken, dass sie uns streifen, wie zarte Küsse der Liebe
… ( ( feierlich breitet Herr Kranich seine Flügel aus ) ) …

Ich liebe diese Momente. Augenblicke voller Ehrfurcht. Es hat was Majestätisches …

Manchmal machen wir eine Pause. Dann rasten wir auf einem Feld. Wir fressen, wir ruhen, und wir sind auch wachsam und rufen einander immer wieder … "Bist du noch da?" "Ja, ich höre dich." …
… ( ( er lächelt glücklich ) ) …

Dann geht es weiter. Wir überqueren Städte, Flüsse, Wüsten. Die Nächte über der Sahara sind immer besonders, so trocken und kalt und geheimnisvoll – unten kein Laut, kein Licht; nur Sand, Wind, Erinnerung. Ich frage mich manchmal, was die Erde unter uns wohl denkt, wenn wir lautlos über sie hinwegfliegen …

Die Ankunft im Süden ist ein Fest des Überlebens. Ein neuer Ort, vertraut und doch immer ein wenig anders. Ich mag die Geräusche dort, das Summen der Insekten, die Sonne auf den Flügeln, diese Wärme, das viel ruhigere Leben. Kein Ort ist für ewig, aber dieser fühlt sich an wie eine wohlverdiente Pause. Es wird getanzt, gerufen, geruht. Es ist kein Urlaub – es ist ein Teil von uns.

Doch auch hier bleiben wir nicht für immer. Irgendwann kommt der Ruf wieder. Leise zuerst, dann dringlicher. Die Welt dreht sich, und wir mit ihr. Wir brechen wieder auf, reisen weiter …

Spürst du die Freiheit, geliebter Mensch? Kannst du diese luftig freie Leichtigkeit in meinen Worten spüren? Vielleicht fühlst du dich manchmal im Alltag festgebunden, verheddert in Dingen, die du längst hinter dir lassen möchtest. Vielleicht ruft auch in dir eine Stimme, ganz leise, fast unhörbar: "Es ist Zeit weiterzuziehen."

Hab keine Angst vor dem Wandel. Auch wenn du den Weg noch nicht kennst, trägst du ihn längst in dir. Die Karte ist in dein Herz geschrieben. Vertraue dem Ruf, der dich sanft weiterlockt – auch wenn du nicht weißt, wohin er führt. Denn Leben geschieht unterwegs. Nicht im Festhalten, sondern im Loslassen. Nicht im Bleiben, sondern im Fließen.

Vergiss nicht: Du bist, wie wir, ein Teil des großen Tanzes zwischen Himmel und Erde. Und vielleicht, wenn du eines Morgens spürst, dass der Wind sich dreht, dann hebst auch du dich innerlich ein Stück vom Boden ab – und erinnerst dich, dass du frei bist.


„Du bist nicht allein. Nicht wirklich. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt.“

In den letzten Wochen wurde ich öfter auf das Thema Einsamkeit angesprochen.
Nicht immer direkt – manchmal auch nur zwischen den Zeilen. In Nachrichten. In Kommentaren. In Gesprächen.
Und ich merke, wie tief dieses Thema viele Menschen berührt.
Auch mich … Ja, ich kenne das Gefühl der Einsamkeit selbst sehr gut.
Es schleicht sich immer mal wieder ein; ganz leise; manchmal ganz unerwartet.

Einsamkeit ist kein Zeichen von Schwäche, und Einsamkeit hat auch nichts damit zu tun, ob andere Menschen um dich sind oder nicht. Du kannst einen Partner haben, Kinder, Freunde – und dich dennoch tief allein fühlen.

Denn Einsamkeit ist weniger ein Zustand im Außen, sondern ein inneres Erleben:
das Gefühl (!), nicht wirklich verbunden zu sein. Nicht gesehen. Nicht gehalten.

Es gibt eine Stille, die nährt,
und es gibt eine Stille, die weh tut.
Die schmerzende Stille nennen wir oft „Einsamkeit“ – dieses Ziehen im Herzen, diese leere Stelle im Bauch.
Der Wunsch nach Nähe, der ins Leere greift.
Und obwohl scheinbar alles da ist, fehlt etwas. Etwas Echtes.
Etwas, das dich meint – nicht nur mit Worten, sondern mit Herz.


💧 Einsamkeit ist der Ruf der Seele nach Verbindung

Vielleicht ist die Einsamkeit gar nicht dein Feind.
Vielleicht ist sie ein Ruf, manchmal leise, manchmal lauter; ein Sehnen nach Rückkehr in eine tiefere Beziehung:
zu dir selbst,
zur Welt,
zum Leben,
zu Gott (oder wie immer du das nennen magst, was größer ist als du).

Denn hinter dem Schmerz liegt eine Wahrheit:
Du bist nicht getrennt. Du kannst nicht getrennt sein.
Nicht vom Leben. Nicht von der Liebe. Nicht von der Quelle, aus der du kommst.
Aber manchmal vergessen wir … Und das fühlt sich an wie Einsamkeit.


🐾 Tiere – stille Zeugen unseres Seins

Viele Menschen erleben, dass ihr Tier sie durch Phasen tiefer Einsamkeit begleitet.
Ohne Worte. Ohne Bedingungen. Ohne Urteil.

Ein Tier fragt nicht, ob du „genug“ bist. Es sieht dich – nicht in deiner Rolle, nicht in deiner Leistung, sondern in deiner reinen Gegenwart.

Auch wenn du in der Einsamkeit feststeckst, bleibt dein Tier an deiner Seite.
Nicht, um irgendwas wegzumachen, sondern, um alles mit dir zu teilen, um mit dir zu sein.
Vielleicht ist genau dieses stille „Mit-Sein“ die tiefste Form von Liebe …


🌬️ Die spirituelle Dimension der Einsamkeit

Ein Kurs in Wundern sagt:
„Wenn ich geheilt bin, bin ich nicht allein geheilt.“

Heilung geschieht immer in Beziehung.
Nicht immer sichtbar, aber immer wirksam.
Und „Beziehung“ meint nicht nur die Verbindung zu anderen Menschen oder Wesen, sondern auch – und vielleicht vor allem – die Beziehung zu dir selbst.
Wie du mit dir sprichst. Wie du dich behandelst. Ob du dich achtest und dir mit Freundlichkeit begegnest – gerade in den Momenten, in denen niemand sonst da ist.

Oft beginnt Heilung genau dort, wo wir die größte Trennung empfinden.
Einsamkeit wird dann nicht mehr nur als Schmerz erfahren, Einsamkeit wird zum Tor:
– zu innerer Einkehr
– zu stiller Verbundenheit
– zur Rückkehr in das Bewusstsein, dass du Teil von etwas Größerem bist

Der Kurs lädt uns ein, die Trennung nicht zu bekämpfen, sondern still zu betrachten, sie zu durchschauen.
Denn was du als Einsamkeit erlebst, ist vielleicht in Wahrheit dein eigener Ruf nach Liebe. Nicht die romantische „Schmetterlinge-im-Bauch“-Liebe, sondern die tiefe, stille Sehnsucht, wirklich gesehen, gehalten und gemeint zu sein.
Es ist die Erinnerung (!) in dir, dass du verbunden bist – mit allem Leben.
Und wenn du dich einsam fühlst, ist das nicht, weil etwas mit dir nicht stimmt – sondern weil etwas in dir sich erinnert, wie sich wahre Verbundenheit anfühlt. Und leise wirst du dorthin zurückgerufen …
Zurück nach Hause. Zurück in die Liebe, die du bist.


🌟 Kleine Impulse für den Weg durch die Einsamkeit

Hier sind einige sanfte Möglichkeiten, Einsamkeit in etwas Heilsames zu verwandeln:

* Werde still – nicht um zu fliehen, sondern um zu hören
Setze dich hin. Spüre deinen Körper. Höre deinen Atem.
Sage innerlich: „Ich bin da. Ich lasse mich nicht allein.“

* Sprich mit deinem Tier – oder einem geistigen Begleiter
Du musst nicht „glauben“, dass dich jemand hört.
Vertraue nur darauf, dass deine Worte Liebe in Bewegung setzen.
Manchmal genügt ein Flüstern: „Bleib bei mir.“

* Schreibe Lichtworte
Notiere einen Satz, der dir gut tut.
Vielleicht, „Ich bin gehalten. Ich bin verbunden. Ich bin Teil des Ganzen.“
Lies ihn oft. Lass ihn in dein Herz sinken.

* Segne die Welt
Einsamkeit will dich oft lehren, dass du verbunden bist – auch über Raum, Körper und Worte hinaus.
Eine stille, kraftvolle Möglichkeit, das zu erinnern, ist das Segnen.
Sage still: „Ich sehe und segne das Licht in der Welt – in allem, in allen; in allen, die heute traurig sind, kämpfen, hoffen, sich freuen, leiden, lieben.“

Du musst niemanden kennen. Du musst nichts verändern.
Dein Mitfühlen berührt das Unsichtbare – und dein Herz weiß wieder, dass es Teil von allem ist.
Denn wahre Verbindung beginnt in dir, in deinem Inneren.


🕊️ Du bist ein Licht – auch wenn du dich grad nicht so leuchtend fühlst

Einsamkeit bedeutet nicht, dass du falsch bist, oder dass etwas anderes falsch ist.
Einsamkeit ist eine Einladung, dich selbst tiefer zu umarmen.
Du darfst fühlen, was ist – und gleichzeitig wissen: Es ist nicht die ganze Wahrheit.

Denn in deinem innersten Sein bist du all-eins, verbunden,
mit allen,
mit allem,
mit dem Einen Leben, das nie aufhört, dich zu lieben!

💗 Vielleicht magst du heute diesen Satz mitnehmen:
Auch wenn ich mich gerade allein fühle – meine wahre Heimat ist in der Liebe, und ich bin nie wirklich von ihr getrennt.


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Es gibt etwas, das uns zuverlässig halten kann – selbst dann, wenn im Außen alles ins Wanken gerät:
unsere Verbindung zu uns selbst.

Heute geht es um die heilende Kraft von Selbstmitgefühl und innerer Selbstanbindung, um ein Zuhause, das wir nicht suchen müssen, weil es längst in uns ist.

Es gibt diese Zeiten, in denen sich alles instabil anfühlt. Draußen tobt der Sturm, und innen ist da vielleicht auch nur Leere, Schmerz oder Überforderung. Gerade dann, wenn wir uns am meisten nach Halt sehnen, scheint er nirgends zu finden zu sein.

Doch es gibt eine Lösung, eine innere Antwort, eine Haltung, die uns tragen kann, mitten im Sturm. Sie heißt Selbstmitgefühl. Und sie bedeutet weit mehr, als einfach nur nett zu sich selbst zu sein. Sie bedeutet, dich tief mit dir selbst zu verbinden, mit deinem inneren Erleben, mit deinem wahren Wesen – liebevoll, präsent, annehmend.


Die Wissenschaft bestätigt, was das Herz schon weiß

Die Psychologen Kristin Neff und Christopher Germer haben über viele Jahre geforscht, was passiert, wenn Menschen lernen, mit sich selbst in schwierigen Momenten so umzugehen, wie sie es mit einem geliebten Menschen tun würden.

In ihrem „Mindful Self-Compassion“-Programm (2013) lehrten sie tausende Teilnehmer, wie sie sich mit Mitgefühl, Achtsamkeit und Zugewandtheit selbst begegnen können (statt mit Selbstkritik, Scham oder Rückzug). Besonders eindrücklich: Auch viele Menschen mit traumatischen Erfahrungen fanden durch diese Praxis zu messbar mehr innerer Stabilität zurück.

Die Teilnehmenden berichteten:

  • weniger Selbstverurteilung – mehr Selbstannahme
  • weniger Angst, Depression und Stress – mehr innere Ruhe
  • mehr Verbindung, Zuversicht und Vertrauen ins eigene Leben

Was in all diesen Prozessen spürbar wurde, war dieses leise, aber kraftvolle innere Gefühl:
„Ich bin für mich da. Ich lasse mich nicht mehr im Stich.“

Diese Haltung des inneren Beistands wirkt wie ein Anker inmitten aller Stürme. Sie hilft uns, schwierige Emotionen nicht zu verdrängen oder zu bekämpfen, sondern sie mit offenem Herzen zu halten.

Und genau das verändert alles.


Ich durfte das selbst erleben – wo nichts mehr sicher schien

Diese Erkenntnisse sind für mich nicht nur Theorie.
Ich durfte die heilsame Kraft von Selbstmitgefühl ganz unmittelbar erfahren – während meiner Arbeit als Verhaltenstherapeutin mit traumatisierten Geflüchteten.
Ich habe Menschen begleitet, deren Lebensgeschichten von unfassbarem Leid, Verlust und Entwurzelung geprägt waren.

Und doch konnte ich immer wieder miterleben, wie ein kleines Fünkchen Selbstzuwendung inmitten tiefster Not eine erstaunliche Wirkung entfaltet.
Wenn ein Mensch sich selbst – trotz allem – mit Güte, mit einem inneren „Ich bin bei mir“ begegnete, war das oft der erste, zarte Schritt in Richtung Stabilität, Vertrauen und innerem Halt.
Diese Momente haben mich tief berührt.
Und sie haben mich gelehrt:
Es ist nie zu spät, mit sich selbst Freundschaft zu schließen!


Du bist nicht allein – du kannst dich selbst halten

Die Forschung – und auch meine eigene Erfahrung – bestätigen, was viele von uns tief in sich längst spüren: Selbstmitgefühl ist keine Schwäche, sondern eine kraftvolle Ressource.
Es ist wie ein inneres Zuhause, das du in dir trägst – wie die Schnecke ihr Haus. Es begleitet dich durch Stürme, bietet dir Schutz, wenn draußen alles zu viel wird, und schenkt dir einen Ort, an dem du einfach sein darfst.

Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist. Gerade wenn wir verletzt wurden, fällt es schwer, uns selbst nahe zu kommen. Vielleicht haben wir gelernt, hart zu uns zu sein, um zu überleben. Aber diese Härte schützt uns heute nicht mehr – sie trennt uns; von der Welt, von anderen, und vor allem von uns selbst.

Was wir jetzt brauchen, ist die liebevolle Zuwendung zu uns selbst. Sie ist wie ein weicher Balsam auf alten Wunden – still, warm und heilsam.


Drei einfache Wege, dich dir selbst wieder zuzuwenden

Hier sind kleine Übungen, mit denen du beginnen kannst – ganz sanft, ganz bei dir.

💓 1. Die Hand auf dein Herz legen

Wenn du dich überfordert, traurig oder verletzt fühlst, lege deine Hand auf dein Herz. Atme ruhig. Und sage dir innerlich:
„Ich sehe dich. Es ist okay, dass du fühlst. Ich bin da.“
Diese Geste kann so viel heilsamer sein, als du vielleicht erwartest.


🧑‍🤝‍🧑 2. Sprich mit dir wie mit deinem besten Freund

Stell dir vor, jemand, den du liebst, erlebt gerade, was du erlebst. Was würdest du sagen? Welche Worte würden trösten, stärken, Halt geben?
Dann schenke dir selbst genau diese Worte.
Beispiel: „Es ist okay, wie du dich gerade fühlst. Ich bin da. Ich halte dich. Du bist nicht allein.“


⚓ 3. Der Atem als Anker

Wenn du dich verlierst, bring deine Aufmerksamkeit sanft zu deinem Atem.
Ein – „Ich bin hier.“
Aus – „Ich bin für mich da.“
Wiederhole das einige Male. Spüre, wie du ankommst – in dir.


Deine innere Schnecke – das Zuhause im Selbst

Kürzlich war eine Weinbergschnecke zu Gast – im Interview für den LoveLetter. Mit ihrem sanften, in sich ruhenden Wesen erinnert sie uns daran, wie wichtig es ist, das eigene Zuhause immer bei sich zu tragen.
Denn genau darum geht es hier: Dein Mitgefühl für dich selbst ist wie dieses innere Zuhause, ein Ort in dir, der dich empfängt, hält und schützt – ganz gleich, was im Außen geschieht.

Dieses Zuhause in dir ist immer da. Es kann nicht verloren gehen.
Du kannst dich dorthin zurückziehen, dich ausruhen, Kraft schöpfen – und von dort aus, neu ausgerichtet, wieder in die Welt treten.

Geliebter Leser, egal wer du bist / egal wo du bist / egal wie du bist – ob du zerstört hast oder geheilt, geirrt oder geliebt hast: Du bist es wert, in Liebe gehalten zu sein!
Eben nicht, weil du perfekt bist und alles immer richtig machst – sondern einfach, weil du da bist.
Weil du fühlst.
Weil du lebst.
Weil du Mensch bist.
DANKE, dass es dich gibt.


zur Bibliothek im HerzAugenBlick

Zur heutigen Botschaft begegnet uns eine alte Bekannte: die Weinbergschnecke.
Nicht dieselbe wie damals, im Juli 2024, aber doch eine Seelenverwandte, ein Wesen aus derselben Familie der Langsamkeit, der Präsenz und des inneren Friedens.
 
Behutsam und würdevoll kriecht sie näher. „Manche Botschaften brauchen Wiederholung“, zwinkert sie mir zu. „Nicht, weil wir sie vergessen haben – sondern weil sie tiefer in uns einsinken dürfen.
 
Heute spricht Madame Weinbergschnecke über das Leben im eigenen Haus, über Schleimspuren und stille Wege … Sie ist eine Meisterin des sanften Voranschreitens und erinnert uns damit, dass das Leben kein Wettlauf ist, sondern ein Gleiten, ein stilles Wandern, Schritt für Schritt, Stufe für Stufe, in einem Rhythmus, der oft leiser spricht als der Lärm des Alltags.

Ach, schön, dass du mich bemerkst. So oft werde ich übersehen. Zu klein. Zu langsam. Zu unscheinbar. Aber das stört mich nicht. Im Gegenteil – es schenkt mir ein Leben, in dem ich wirklich bei mir bleiben kann.
 
Ich bin Schnecke. Ohne Vornamen, ohne Titel. Keine Berühmtheit, kein VIP, kein Star. Einfach nur ich. Mein Zuhause trage ich auf dem Rücken mit mir herum – und das meine ich nicht nur praktisch.

Dieses kleine Häuschen ist auch ein Symbol dafür, dass ich alles bei mir habe, auch mein Innerstes. Ich muss nicht losrennen, um irgendwo anzukommen, wo ich eh schon längst bin.
Bei mir.
Zuhause.
 
Ich höre oft, dass Menschen denken, ich sei langsam. Und sie meinen das nicht gerade als Kompliment ... Für mich ist das ein Segen. Denn weißt du, durch meine Langsamkeit sehe ich die Welt wirklich.
Ich streichle sie mit meinem Bauch.
Ich schmecke die Wege, die ich gehe.
Ich wähle nicht den kürzesten Pfad, sondern den stimmigsten. Und ich gehe ihn in meinem Tempo – nicht im Takt der Welt da draußen.
 
Ich lebe im Übergang. Nicht ganz Landtier, nicht ganz Wasserwesen. Ich brauche die Feuchtigkeit, aber ich kann mich auch über trockenen Boden schieben, wenn es sein muss. Ja, ich bin verletzlich. Meine Haut ist dünn. Aber trotzdem habe ich gelernt, mich nicht zu verstecken. Ich hinterlasse meine Spuren. Nicht laut, nicht aufdringlich, aber sichtbar – für jene, die hinschauen.
 
Ohren habe ich keine. Ich nehme Vibrationen wahr, spüre Schwingungen. Ich bemerke Dinge, die andere übersehen, weil sie zu laut, zu beschäftigt oder zu schnell sind. Ich lausche dem Leben auf leise Weise.
 
Und wenn Gefahr kommt? Dann ziehe ich mich zurück. Nicht aus Feigheit, sondern aus Weisheit. Ich weiß, wann ich innehalten muss. Ich habe keine Angst vor dem Rückzug. Rückzug ist für mich nicht ein Ende, sondern meine stille Art, präsent zu bleiben
 … ( ( Frau Schnecke lächelt entspannt ) ) …
 
Weißt du, ich bin nicht auf der Suche nach dem großen Ziel. Ich folge dem Moment. Ich bewege mich dort, wo der Tau liegt, wo das Gras weicher ist, wo mein Innerstes „Ja“ sagt. Manchmal bleibe ich lange an einem Ort. Dann zieht es mich wieder weiter. Ich plane nicht.
Ich vertraue.
Und bisher hat es immer gepasst. Ich bin immer dort, wo ich sein soll.
 
Manche sagen, ich sei nicht besonders effizient. Aber, ich bin wirksam. Ich verwandle, wo ich gehe. Ich bereite den Boden. Ich zerlege, ich nähre. Ich bin Teil des großen Kreislaufs, auch wenn ich keine Heldengeschichten schreibe. Meine Spuren glitzern im Morgenlicht.
Das genügt mir.
 
Und weißt du, was das Schönste ist?
Ich bin immer zuhause, in mir.
 
Und genau das möchte ich dir mitgeben: 
… ( ( Frau Schnecke macht eine bedeutungsvolle Pause ) ) … Trag dein Zuhause in dir. Verlier dich nicht in der Eile. Lass deine Mitte stets mit dir mitreisen.
 
Du kannst unterwegs sein, du kannst verweilen, du kannst dich verändern, aber hör auf, etwas hinterherzujagen. Denn alles, was du suchst, trägst du längst bei dir. Vielleicht nicht konkret in Worten. Vielleicht nicht in Plänen. Aber als Ahnung. Als Wärme. Als innerer Raum.
 
Wenn du dich verlierst, kehr ein in dich.
Wenn du müde bist, ruh dich in dir aus.
Wenn du spürst, dass etwas nicht stimmt – warte. Sei geduldig. Lausche. Dann kann dich das Leben erreichen.
So wie mich.
 
Nun gleite ich weiter, tiefer hinein ins stille Sein.
Doch meine Spuren bleiben. Sie leuchten im Tau des Morgens.

Lebe mit deinem Herzen.

Vielleicht findest du meine Spuren, vielleicht hinterlässt du selbst welche ...
Bleib bei dir.
Und glänze
.

Vielleicht kennst du das auch: Wenn das Leben mal wieder alles durcheinanderwirbelt, Gedanken laut werden, du nicht mehr weißt, wie es weitergehen soll, deine Gefühle schwanken und Veränderungen an jede Tür klopfen. Manchmal fühlt es sich an, als würden Innen und Außen gleichzeitig in Bewegung sein – nichts ist, wie es sein sollte, nichts bleibt, wie es war.

Genau in so einer Phase befinde ich mich gerade. Mein Zuhause löst sich auf, weil ein neues Kapitel beginnt: ein reisendes Leben mit leichtem Gepäck.
Klingt vielleicht aufregend – und ist es auch. Doch gleichzeitig bringt es ein ziemliches Durcheinander mit sich.
Kisten, Entscheidungen, Erinnerungen.
Dinge loslassen, Strukturen auflösen, Menschen verabschieden.
Viel Chaos im Aussen – und im Zentrum: Stille. Viel Stille.
Momente des Innehaltens, des Meditierens, des inneren Sortierens.
Tausend Gelegenheiten meinen Geistesfrieden zu üben …
 
Ich erlebe in dieser Zeit vieles: Stress, Ärger, Unverständnis …
und mittendrin immer wieder die Einladung zur Wahl:
Will ich mich ärgern – oder will ich vergeben?
Will ich kämpfen – oder still werden?

 
Dabei kam mir die Geschichte vom Zen-Meister Hakuin wieder in den Sinn, die ich gerne mit dir teile.
Seine berühmte Reaktion auf alles, was ihm begegnet: „Ist das so?“
So schlicht. So entwaffnend.
Vielleicht ist es genau das, was wir in stürmischen Zeiten brauchen: nicht ärgern, nicht urteilen – sondern einfach mal zurücktreten, annehmen.
Hinschauen. Atmen. Lauschen.

Die Geschichte stammt aus der Zen-Tradition, ist um die dreihundert Jahre alt – und doch … aktueller denn je.
Sie erzählt von innerer Freiheit.
Von der Kraft, nicht zu urteilen, selbst wenn die Welt es tut.
Von einem Menschen, der mitten im Sturm in Frieden bleibt – nicht, weil er nichts fühlt, sondern weil er bewusst wählt, dem Drama in dieser Welt nicht zu folgen.

Möge auch dich diese Geschichte berühren, lieber Freund, möge sie dich inspirieren und dich an deine eigene stille Stärke erinnern; an das Licht in dir, das selbst durch schwere Wolken hindurchscheint.


Mit HerzAugen blicken, mit dem Herzen im AugenBlick sein – ein lichtvoller Weg.

Lausche der Geschichte

In einer Stadt in Japan lebte der Zen-Meister Hakuin. Er war hoch geachtet, und die Menschen strömten zu ihm, um sich spirituell belehren zu lassen.

Nun geschah es, dass die junge Tochter seines Nachbarn schwanger wurde. Als ihre verärgerten Eltern sie zur Rede stellten und wissen wollten, wer der Vater sei, sagte sie: „Es ist Hakuin.“

Die empörten Eltern liefen zu ihm, machten ihm Vorwürfe. Alles, was Hakuin sagte, war: „Ist das so?“

Der Skandal verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Hakuin verlor seinen Ruf. Niemand kam mehr zu ihm. Und doch – er blieb still.

Als das Kind geboren war, brachten die Eltern es ihm: „Ihr seid der Vater, also kümmert euch.“ Der Meister nahm es schweigend an – und sorgte liebevoll für das Neugeborene.

Ein Jahr später gestand die Tochter, dass der Vater in Wahrheit der Lehrling des Fleischers war. Reumütig baten die Eltern um Vergebung und wollten das Kind zurück.

Hakuin gab es ihnen einfach. Und sagte: „Ist das so?“

~ * ~

Huch …
Was für eine Geschichte.
Was für eine Kraft.
Ich merke, wie sehr mich diese Geschichte berührt, und ganz still werden lässt.

Denn in mir ist da eine Stimme, die sagt: „So friedvoll würde ich wohl nicht reagieren – trotz all meines Wissens …“
Ich hätte diskutiert. Mich verteidigt. Gerechtigkeit eingefordert. Gestampft.
Vielleicht beleidigt geschwiegen …
Aber Hakuin tut nichts davon. Und gerade das macht seine Haltung so kraftvoll.

Was er uns zeigt, ist keine Gleichgültigkeit. Es ist eine stille, tiefe Präsenz.
Er wehrt sich nicht.
Er kämpft nicht gegen das, was geschieht.
Er bleibt einfach da – in dem, was ist, ohne es persönlich zu nehmen, ohne sich emotional zu verstricken.
Nicht weil es ihm egal wäre, sondern
weil er nicht gegen die Form kämpft.
Er macht das Geschehen nicht zu einer Geschichte über sich.

Für Hakuin zählt nur der gegenwärtige Augenblick – so, wie er sich gerade zeigt. Ob dieser Moment angenehm oder herausfordernd ist, spielt keine Rolle. Er lässt die Dinge in der Form zu, in der sie erscheinen – ohne Widerstand, ohne Urteil, ohne Bedürfnis, etwas zu kontrollieren.

Er identifiziert sich mit nichts, er bleibt in der Gegenwart.

Diese Haltung hat enorme Kraft – spürst du es auch beim Lesen?
Spürst du den Frieden Hakuins?

Es ist niemals der Moment selbst, der uns zu schaffen macht – sondern nur unser innerer Widerstand dagegen. Unsere Geschichte darüber. Unser Gedankenkarussell.

Hakuin lehrt uns, dass man nicht zum Opfer wird, wenn man das Geschehen nicht persönlich nimmt. Er war kein Opfer des Skandals, kein Opfer der Lüge, der falschen Anschuldigung, kein Opfer der Umstände. Er hat nicht gegen das Leben gekämpft – sondern sich mit ihm verbunden.

In der Sprache von Ein Kurs in Wundern würde man sagen: Er hat sich nicht mit dem Ego identifiziert, sondern mit dem inneren Lehrer, der den Frieden nie verlässt. Er ließ sich nicht von der Welt sagen, was gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Er folgte dem Vertrauen.

„In meinem wahren Sein kann ich nicht verletzt werden.“

Das ist die wirkliche Stärke – nicht die, die laut auftritt und kämpft und sich verteidigt, sondern die, die still widerstandslos ist. Und gerade durch diese Wehrlosigkeit geschieht Transformation. Was wie ein Angriff erschien, wurde durch seine stille Annahme zu einem Akt der Liebe: Er nahm das Kind an – nicht als Last, sondern als Ausdruck des Lebens, das sich ihm anvertraut hatte.

Und als die Zeit gekommen war, ließ er es genauso liebevoll wieder los.
Ohne Anklage, ohne Stolz, ohne Drama.
Einfach, weil der Moment es so forderte.

Ja, mein lieber Weggefährte, ich geb’s ja zu – das ist keine Idee, die sich mal eben so im Alltag integrieren lässt.
Diese Geschichte ist für mich ein Leuchtturm, eine Ausrichtung, die mir hilft, den Kurs immer wieder neu auf Frieden einzustellen.

Wie sehr wir das tatsächlich leben können … ist gar nicht entscheidend.
Es geht hier überhaupt nicht darum, alles schon perfekt zu leben –
es geht darum, offen zu sein und uns erinnern zu lassen, dass es möglich ist.

Dass es immer eine andere Wahl gibt.

Dass wir mit unseren HerzAugen schauen können –
nicht durch den Filter der Angst, sondern mit dem Blick der Liebe.

Diese Zen-Geschichte erinnert uns an etwas ganz Einfaches und zugleich sehr Tiefes:
Nur wenn wir uns gegen das wehren, was geschieht, werden wir zum Spielball der Welt. Wenn wir aber mit dem Moment Freundschaft schließen, anstatt gegen ihn zu kämpfen, verlieren die äußeren Umstände ihre Macht über unser inneres Erleben.

Wir müssen nicht alles gutheißen, was geschieht.
Aber wir können bewusst wählen, wie wir darauf antworten – in Frieden, in Klarheit, in Liebe.

Meister Hakuin zeigt uns einen Weg, wie wir – ganz im Frieden – leben könnten, wenn wir aufhören, ständig zu interpretieren, zu urteilen, zu reagieren. Wenn wir stattdessen lernen, einfach zu sein, im Vertrauen zu SEIN.

Hörst du auch die stille Einladung dieser alten Geschichte?
Hörst du, wie sie dich ermutigt,
mitten in deinem ganz normalen Alltag immer wieder innezuhalten,
dich selbst liebevoll zu fragen, ob du gerade im Widerstand bist, oder ob du den Moment erblickst, wie er wirklich ist.
Nicht durch die Augen des Egos,
sondern mit deinen HerzAugen.

Nicht, weil alles gut ist,
sondern weil du erkennst,
dass dein Frieden nicht davon abhängt, was geschieht –
sondern wie du darauf blickst.

Manchmal braucht es nur einen bewussten Atemzug,
einen kleinen Schritt zurück
und die Entscheidung, dem Moment mit einem offenen Herzen zu begegnen.

Und wer weiß …
vielleicht liegt genau darin schon unsere ganze Befreiung: 
Wenn es so ist … ist es so.
(Und Punkt. Und …)
Frieden


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